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25.08.2004
Interview mit Oliver Berndt (Trainer SV Halstenbek-Rellingen) von Thorsten Schettle

Hat derzeit nicht gut Lachen:
HR-Coach Oliver Berndt

hafo.de: Hallo, Oliver Berndt. Wenn Sie Ihre Gemütslage direkt nach dem 0:10 beim SV Lurup mit einem einzigen Wort Beschreiben müssten. Welches Wort wäre das?
Oliver Berndt: Grausam.

hafo.de: Und wie sieht Ihre Gemütslage heute, drei Tage nach dem Debakel aus?
Immer noch grausam. Das ist eine Erfahrung, die man keinem wünscht. Es ist aber klar, dass man dafür in der Verantwortung steht und zu den Geschehnissen stehen muss. Außer den Leuten aus dem direkten Umfeld fragen die wenigsten Leute mal genauer nach – man bekommt im Grunde genommen von außerhalb nur einen auf den Deckel. Gerade auch von Leuten, die sich lange nicht mehr gemeldet haben und jetzt wissen wollen, wie so was passieren kann. Es ist sicherlich momentan nicht angenehm und man denkt über vieles nach.

hafo.de: 0:10 verliert man nicht alle Tage. Haben Sie überhaupt schon mal eine so hohe Niederlage als Trainer oder Spieler hinnehmen müssen?
Wir haben draußen an der Seitenlinie gestanden und haben gedacht wir befinden uns im Film. Nach dem 6:0 haben wir uns gefragt, ob uns das mal irgendwann in der Jugend passiert ist. Ich konnte mich an so was nicht erinnern. Und in so einer Staffel im Herrenbereich – das geht eigentlich gar nicht.

hafo.de: Was ist aus Ihrer Sicht im Spiel genau schief gelaufen? Welche Fehler hat die Mannschaft gemacht?
Vorneweg muss ich sagen, dass bis auf die Torhüterposition die gleiche Mannschaft wie gegen Pinneberg auf dem Platz stand. Da haben wir zur Halbzeit 1:0 geführt und am Ende eine unglückliche Niederlage hingenommen. Gegen Lurup wollten wir mit der gleichen Auf- und Einstellung in die Partie gehen. Dass dann alles so in die Hose geht und sich die Mannschaft so desolat präsentiert, ist nicht erklärbar. Im Vorwege habe ich darauf hingewiesen, dass Fußball ein Laufspiel ist. Wenn sich aus Lurups Viererkette jemand in die Offensive mit einschaltet, muss der natürlich von unseren Offensivspielern attackiert werden, damit es nicht zu Unterzahlsituationen kommt. Das haben wir nicht umgesetzt.

hafo.de: Wie kann es sein, dass eine Mannschaft so einbricht? Zumal auch einige erfahrene Akteure auf dem Platz standen?
Das kann man nicht erklären. Man denkt, man hat schon alles erlebt, aber im Fußball ist alles machbar. Das ist wie bei einer Pokalsensation. Genauso ist es möglich, dass man mal in einem Spiel total auseinander genommen wird. Wir haben sicherlich in unserem Kader verschiedene Spieler, die Oberligaerfahrung nachweisen können. In der Halbzeit habe ich mich dafür entschieden, die Mannschaft unverändert wieder aufs Feld zu schicken, damit sie die Chance hat, eine Reaktion zu zeigen. Doch dann ist sofort nach der Pause das nächste Gegentor gefallen. Die Mannschaft war an diesem Tag einfach nicht erreichbar.

hafo.de: Ist es nicht auch eine Charaktersache, wenn man sich regelrecht abschlachten lässt?
Ich habe mich mit Bernd Bressem und Frank Rückert, die ja zu den Erfahrenen gehören, unterhalten. Beide haben gesagt, wir sind einfach nicht in die Zweikämpfe gekommen und konnten nicht reagieren. Das Aufbäumen, dass man als Team noch mal alles versucht, um das schlimmste zu vermeiden, war wie weggeblasen. Auch das ist einfach nicht erklärbar. Es bringt auch nichts da noch weiter nach zu karten. Das wäre nicht richtig, wir müssen jetzt nach vorne schauen.

hafo.de: Gibt es Fehler, die Sie sich selber ankreiden?
Natürlich bin ich auch ein Teil der Mannschaft. Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass die Mannschaft verstanden hat, welche Fehler sie bei den Gegentoren gegen Pinneberg gemacht hat. Dass sie in der Lage ist das Spiel selber zu gestalten, so wie sie es eine Halbzeit gegen Pinneberg praktiziert hat. Dass die drei Stürmer verstanden haben, wie sie gegen eine Viererkette spielen müssen. Wir haben nicht nachgesetzt, die Manndecker hatten einen rabenschwarzen Tag. Du kannst jeden herausnehmen, es lief alles katastrophal.

hafo.de: Halten Sie dennoch an der Taktik mit drei Stürmern fest?
Nein, das wäre jetzt fatal. Wir müssen jetzt gerade im Mittelfeld Stabilität bekommen. Gleichzeitig muss ich genau darauf schauen, wer die Niederlage einigermaßen verarbeitet hat. Der ein oder andere schleppt das natürlich noch mit sich rum. Letztlich ist es so, dass wir zwei Spiele verloren haben gegen Gegner, die zum Favoritenkreis zählen. Die Art und Weise war natürlich indiskutabel. Aber man muss sich dann wieder auf das nächste Spiel konzentrieren.

hafo.de: Ihr habt gestern trainiert und natürlich über das Spiel gesprochen. Wie hat sich die Mannschaft dabei präsentiert?
Zunächst mal waren alle da. Einige sogar deutlich früher, weil sie mehr machen wollten. Die Mannschaft hat auch untereinander geredet und mir das Vertrauen ausgesprochen. Sie hat für das Spiel die Verantwortung übernommen.

hafo.de: Als Trainer muss man auch Psychologe sein. Wie bekommt man so ein Ergebnis aus den Köpfen der Spieler heraus?
Es hat jeder sein Fett abbekommen oder wird es noch abbekommen. Ansonsten haben wir gestern im Training versucht, ein bisschen Spaß zu haben und haben uns einiges vorgenommen für das Spiel gegen Schnelsen.

hafo.de: Sie haben eben bereits das Umfeld angesprochen, aus dem Kritik laut wurde. Haben Sie dennoch auch Rückendeckung in den letzten Tagen gespürt?
Es kommt natürlich viel Kritik von Zuschauern - direkt oder durch Wortmeldungen im Internet. Ich denke mal, dass wir jetzt noch enger zusammenrücken. Ich kann auch einschätzen, wann ich die Mannschaft nicht mehr erreiche und wann es besser wäre, sich zu trennen. Aber so weit bin ich eigentlich noch lange nicht. Wir wollen das Beste für HR – und das ist mit Sicherheit momentan kein Trainerwechsel. Wenn es so weit wäre, bin ich der letzte der im Weg steht.

hafo.de: Das Saisonziel lautete vor der Saison einstelliger Tabellenplatz. Bleibt es dabei?
Das muss das Ziel sein. Natürlich ist es zunächst wichtig, dass wir drei Vereine hinter uns lassen. Das ist schwer. Dennoch bleibt das Ziel weiterhin bestehen, denn bei den beiden ersten Gegnern war ich auch darauf vorbereitet, dass wir keine Punkte holen.

hafo.de: Abschließende Frage: Wenn Sie mit einem Wort beschreiben müssten, was sie von der Mannschaft am kommenden Freitag gegen Germania Schnelsen erwarten. Welches Wort wäre das?
Einsatz. Und zwar bis zum Ende.


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