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24.04.2008
Interview mit Torsten Henke (Trainer SV Curslack-Neuengamme) von Matthias Leuker

hafo.de: Herr Henke, bevor wir zum unangenehmen Teil kommen: Co-Trainer Christian Buhk musste Sie nach Ihrer Bauch-OP nur für ein Spiel vertreten. Ihnen geht es also wieder gut?
Torsten Henke (41): Ja, danke. Ich soll mich noch schonen, bin aber auf dem Wege der Besserung.

Zum Spiel beim GSK. Hafo.de war mit zwei Redakteuren vor Ort: Der Fußball, der geboten wurde, hätte sicher keiner großen Worte bedurft. Aber was ist dann passiert?
Stimmt, das war kein gutes Spiel. Es war ein Derby, aber es war eigentlich recht fair bis auf ein paar Nickligkeiten. Die Zweikämpfe waren aber im Rahmen, und es gab keine bösen Fouls. Aber über das, was dann passiert ist, bin ich enttäuscht und traurig. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und konnte kaum schlafen. Ich habe dann um 5 Uhr morgens den Artikel für unsere Stadionzeitung geschrieben und dieser Geschichte nur zwei Sätze gewidmet. Ich möchte da gar nicht lange drüber nachdenken, weil es so traurig ist. Das alles ist durch nichts zu entschuldigen!

Die wichtigste Frage: Ist jemand verletzt worden?
Nein, von uns ist niemand körperlich zu Schaden gekommen. Die Aggressionen richteten sich ja auch vor allem gegen den Schiedsrichter.

War der Polizeieinsatz notwendig? Wurde jemand vom SVCN körperlich bedroht?
Ich weiß nicht, wer die Polizei gerufen hat. Ich hatte auch erst gedacht, man bekommt das so in den Griff. Die Situation schien sich ja mehrfach zu beruhigen und schaukelte sich dann doch wieder hoch. Es gab zwei kurze Momente, in denen ich Sorge hatte, dass Marco Theetz oder Marco Blättermann etwas passieren könnte, die dann ja zur Kabine gerannt sind. Im Nachhinein betrachtet war der Polizeieinsatz schon okay, vor allem, um den Schiedsrichter zu schützen. Die Spielerpässe haben wir abends von der Polizei bekommen, die den Schiedsrichter-Container beschützt hatte.

Gibt es eine Vorgeschichte, die das Verhältnis zwischen dem SVCN und dem GSK belastet hat?
Nein, überhaupt nicht. Unser Verhältnis zum GSK war ganz normal.

Wer ist aus Ihrer Sicht verantwortlich für die Eskalation nach dem Schlusspfiff?
Die Situation wurde eindeutig von außen aufgeschaukelt. Ich mache auch 90 Minuten Alarm an der Linie, versuche aber immer wieder, beruhigend auf meine Mannschaft einzuwirken. Aber was Durak Demir und Ilhan Myumyun da losgelassen haben, ist für mich nicht nachvollziehbar. Myumyun musste nach seiner Roten Karte davon abgehalten werden, auf den Linienrichter loszugehen. Wenn sich Vereinsverantwortliche so verhalten, ist das ein Freibrief für Spieler und Zuschauer.

Wie kommentieren Sie, dass Demir, trotz Tätigkeitsverbot des HFV, in der Coaching-Zone in Erscheinung tritt?
Das ist mir eigentlich egal. Durak Demir ist mir kein Dorn im Auge. Aber wenn man sich so aufführt wie er, ist das eine Sache, die nicht geht.

Hätten Sie und Ihre Mannschaft sich nach dem Schlusspfiff von den GSK-Verantwortlichen, zum Beispiel von Manager Malyk, mehr Schutz gewünscht?
Nein. In dem Moment hatte die Situation eine Eigendynamik, die nicht von einer einzelnen Person zu kontrollieren war.

Sehen Sie auch Anlass zu Selbstkritik? Malyk sprach von Provokationen Ihrer Spieler. Hat auch der eine oder andere vom SVCN zur Hektik beigetragen?
Es ist dubios, wenn die GSK-Seite von Provokationen spricht. Ich bekomme natürlich nicht alles mit, was die Spieler auf dem Platz sagen und kann nicht ausschließen, dass da mal ein Spruch kommt. Wir wissen alle, dass das so ist im Fußball. Das wird es immer geben – egal, welche Mannschaften spielen. Ich sehe aber keinen Anlass, meine Spieler zu kritisieren. Es war ja auch, wie gesagt, ein faires Fußballspiel. Die Aggressionen richteten sich fast nur gegen den Schiedsrichter.

Herr Henke, Sie sind bekannt dafür, auch in bitteren Momenten keine Kritik an Schiedsrichtern zu üben und lieber über die eigenen Leistungen zu reden. Können Sie aber die Kritik des GSK an Herrn Teuscher verstehen? Stichwort Strumpfhose, Stichwort Nachspielzeit. (Siehe http://www.hafo.de/news/fullnews.php?id=3022)
Herr Teuscher hat meiner Ansicht nach hervorragend gepfiffen und sich nicht provozieren lassen. Die Sache mit der Strumpfhose, okay, da hätte man drüber hinweg sehen können. Aber zur Nachspielzeit: Der GSK macht in der 90. Minute das 1:0, und dann wird zwei Minuten gefeiert. Wäre das Spiel 0:0 oder 1:0 ausgegangen, wäre ja auch nichts passiert. Der Schiedsrichter hat es sich aber nicht einfach gemacht und abgepfiffen, er hat mutig gepfiffen und die Zeit drangehängt. Es hat dann ja noch eine Gelbe Karte gegen einen GSK-Spieler gegeben, die auch noch mal Zeit gekostet hat. Auch wenn die Nachspielzeit meistens pünktlich abgepfiffen wird, ist es in Ordnung, diese Verzögerung noch anzuhängen. Aber ohnehin entschuldigt auch das auf keinen Fall, was nach dem Spiel vorgefallen ist. Herr Vollmers hat in Meiendorf sogar noch länger nachspielen lassen. Das war bitter für die Pinneberger, die in der 96. Minute verloren haben, aber die Situation ist trotzdem nicht eskaliert. Nach der, wie man hört, für den GSK sehr unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidung bei HR, habe ich sogar Verständnis dafür, dass sich bei den Bergedorfern Ärger aufgestaut hat. Aber: Jeder muss sich hundertprozentig unter Kontrolle haben.

Stellt der SVCN Strafanzeige bei der Polizei oder wenden Sie sich an den Hamburger Fußball-Verband?
Nein, es ist ja niemand zu Schaden gekommen. Wir sind da nicht gefordert, das ist Sache des Verbandes, deshalb fällt es mir schwer, was dazu zu sagen. Ich wünsche mir nur, dass deutlich wird, dass es Regeln gibt, die für alle gelten.

Kann es sein, dass sich Marco Theetz, der selbst ausgebildeter Schiedsrichter ist, bei manchen Schiedsrichtern mehr erlauben darf als andere Spieler?
Das weiß ich nicht. Er hat selbst gepfiffen und kennt viele Schiedsrichter. Da kann mal sein, dass er 3% Bonus bei den Schiedsrichtern hat. Auf Herrn Teuscher trifft das aber nicht zu, der hat ganz konsequent gepfiffen. Und es ist doch so: Wenn man sich kennt und als Spieler in ein bestimmtes Alter kommt, kann man sich vielleicht mal mehr erlauben als andere. Da muss man sich ja nur angucken, was sich Oliver Kahn in der Bundesliga schon alles erlauben durfte.

Können Sie den GSK noch als sportlichen Gegner respektieren?
Was gestern passiert ist, ist eine Erinnerung, von der etwas bleibt. Aber wir versuchen, das abzuhaken.

Hat sich vom GSK jemand bei Ihnen entschuldigt?
Niemand muss sich bei mir entschuldigen. Seweryn Malyk kam aber schon gestern Abend zu mir und hat sich entschuldigt. Trotzdem habe ich kein Verständnis für Malyks Unterstellungen gegen den Schiedsrichter. Auch GSK-Betreuer Sarikaya kam zu mir. Kilic saß kopfschüttelnd vor der Kabine, Ocak und Kiraz waren hinterher ganz sachlich. Ich will nicht pauschalisieren, das Problem ist ja nicht die Mannschaft. Aber die Offiziellen haben eine Vorbildfunktion, die sie erfüllen müssen!

hafo.de bedankt sich bei Torsten Henke!


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