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13.12.2003
"Das ist blöd für mich gelaufen" von

Er wirkte im Gespräch schon etwas niedergeschlagen. Kein Wunder, hatte sich doch seine sportliche Zukunft als Trainer in der letzten Woche eine Wende genommen, die er ganz bestimmt nicht beabsichtigt hatte. Wedels Coach Michael Fischer hört am Ende der Saison beim TSV auf, oder besser gesagt, er muss aufhören. Denn eigentlich wollte Fischer auch in der kommenden Spielzeit in Wedel seine Arbeit verrichten, aber der Verein hat für 2004 andere Pläne.

Dabei sah es noch vor zwei Wochen ganz anders aus. Bei Gesprächen zwischen Fischer und Wedel, war der Verein eigentlich gewillt, mit Fischer auch nach der Saison weiterzumachen - trotz des bisher eher schlechtem Saisonverlaufs. Nach 18 Begegnungen steht der Aufsteiger in der Oberliga noch ohne dreifachem Punktgewinn da. So nutzen auch gute Leistungen gegen Concordia, Lurup oder St. Pauli II nichts, der Makel des Sieglosen haftet an den Schleswig-Holsteinern. Fischer erbat sich Bedenkzeit, im Wissen, das er mit Raspo Elmshorn noch ein zweites Eisen im Feuer hatte. Mit seinem alten Verein, bei Raspo hatte Fischer seine beste Zeit (außer vielleicht noch beim FC St. Pauli) als aktiver Spieler, führte er ebenfalls Gespräche. Es winkte die Nachfolge von Trainer-Ikone Eugen Igel.

Und nun steht Fischer mit leeren Händen da. Raspo sagte er von sich aus ab und entschied sich Anfang der Woche für Wedel. Aber auf einmal war der TSV anderer Meinung und gab Fischer einen Korb. „Ich respektiere die Entscheidung. Im kommenden Jahr wäre eine Neustrukturierung fällig gewesen. Die hätte ich jedoch gerne selber vorangetrieben.“ Wedel ist nun auf der Suche nach einem neuen Coach, erste Gespräche sollen schon mit Kandidaten stattgefunden haben.

„Natürlich ist das blöd für mich gelaufen. Ich hätte mir vielleicht auch noch die anderen Anfragen, die ich abgeblockt hatte, anhören sollen“, sucht Fischer auch ein wenig die Schuld bei sich. Die Sache mit Wedel/Raspo wirkt wie die Geschichte eines Ehemanns, der seine erste Liebe wiederfindet und sich selber fragt, mit wem soll das weitere Leben bestritten werden – Ehefrau (Wedel) oder alte Liebe (Raspo)? Am Ende steht der Ehemann ohne einen Partner da, der ersten Liebe wurde abgesagt, doch die Scheidung wurde von der Ehefrau schon eingereicht. „Dann muss ich mir halt eine neue Beziehung suchen“, schaut Fischer in die Zukunft. Er ist sicher, das Anfragen kommen werden. Man wird in Hamburg oder Schleswig-Holstein die letzten Jahre nicht vergessen haben. Immerhin führte Fischer den Verein innerhalb von drei Jahren aus der Landesliga in die Oberliga, mit geringeren finanziellen Mitteln als andere Clubs. „Die schönen Erlebnisse überwiegen auf jedem Fall“, so Fischer abschließend.



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