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21.05.2012
Rückblick: Wissen, wollen, dürfen von Folke Havekost




Jenfeld, 24. Mai 2012 (Eigener Bericht) – Am dritten Abend macht sich Müdigkeit breit. Träge rühren die Wartenden in ihren Campingkochern, sehnen sich nach Schlaf. Morgen steht der letzte Oberliga-Spieltag an, ein bisschen Erholung wäre da nicht schlecht. Doch selbst der Pausentee ist längst aufgebraucht, die spärlichen Hotels in der Umgebung ausgebucht. Die Großbildleinwand hinter dem Paloma-Bus zeigt nichts Neues. Eine verschlossene Tür ist zu sehen, das Verbandsgericht tagt noch.

Als die Zahl der Camper vor der HFV-Sportschule auf dem ehemaligen Kasernengelände in die Tausende ging und ordnungsgemäßes Tagen angesichts der vollen Gänge undenkbar schien, entschloss sich der Verband am Mittwoch dazu, ein Public Viewing seiner Gerichtsbarkeit zu organisieren. Oder besser: ein Public Viewing der Tür zu seiner Gerichtsbarkeit. Oststeinbek gegen Altona: Dreizunull oder Nullzudrei? Seit 48 Stunden, seit dem Urteil des Sportgerichts am Dienstag, warten die Anhänger.

Vorgestern war die Stimmung noch gut. „Un-ab-steig-bar!“, skandierte ein Grüppchen Barmbeker. „Nie mehr Landesliga!“, konterten die benachbarten Bönningstedter. Paloma und Rugenbergen, das sind zwei Teenager, deren Eltern zum ersten Mal über das gesamte Wochenende wegfahren: Sie wollen feiern, wissen aber nicht, ob sie sich trauen dürfen. Teenager der 1980er Jahre hatten als Anlaufstelle noch die Beastie Boys ( http://www.youtube.com/watch?v=1ge7b7MxiXI). Paloma und Rugenbergen haben das Verbandsgericht.

Für ihre gute Laune auf dem Weg nach Jenfeld hatten ihre Mannschaften gesorgt: Dem SV Rugenbergen gelang ein Abstiegskampfauswärtskantersieg. Das 5:1 beim Oststeinbeker SV hatten angesichts der jüngsten SVR-Durststrecke die wenigsten vorausgesehen. Einer vielleicht schon: Jan Melich stornierte seinen Flug zum Junggesellenabschied von Schnelsens Stephan Rahn in Stockholm, der eigentlich für den Spieltag vorgesehen war. Sollte er als Nachzügler den Polterabend verpasst haben, wäre dies halb so schlimm. Melich klöterte nicht in Stockholm, sondern in Stormarn, schoss das 1:0 selbst, bereitete das 2:0 vor und war auch sonst der überragende Spieler der einseitigen Begegnung.

Paloma war nicht unbedingt überragend. Alle seine Spieler hätten noch reichlich „Luft nach oben“ gehabt, befand Trainer Marco Krausz zur ersten Halbzeit seiner Schützlinge, die gegen Vierlande 0:1 im Rückstand lagen. Just, als sie es besser gemacht, den Ausgleich erzielt und die Führung im Visier hatten, schlug der Gegner erneut zu. 1:2 nach 84 Minuten – die Tauben wurden langsam, aber sicher vom Abstiegsgespenst überflügelt. Doch eine flugerfahrene Taube weiß auch, wie es in Manchester aussieht, und dass späte Tore mindestens genauso wertvoll, oft aber noch viel schöner sind als frühe. Manchester City verwandelt zwecks Gewinn der englischen Meisterschaft binnen zwei Minuten ein 1:2 in ein 3:2? Na, dann machen wir das doch auch! John Gyimah gab den Edin Dzeko, Visar Galica sprang für Sergio Aguero ein ... Paloma hatte urplötzlich gewonnen, was zwar nicht zur englischen Meisterschaft, aber doch zu einer erheblich besseren Ausgangsposition im Abstiegskampf reicht.

Weiter nichts Neues auf der Leinwand, aber vielleicht erfahren wir heute ja doch noch, dass der USC Paloma den Klassenerhalt geschafft hat, weil das Gericht gegen Oststeinbek entscheidet. Ob die am Dienstag spontan verabredete Barmbek-Bönningstedt-Polonäse durch den Stadtteil dann aber noch stattfindet, wagen wir mit Blick in die erschöpften Gesichter zu bezweifeln. Andererseits: Verlässt Oststeinbek den Bürokomplex der sportlichen Justitia heute noch als Sieger, wäre dies der größte anzunehmende Nackenschlag für den SC Vier- und Marschlande. Nach 88 Minuten bei Paloma war der Aufsteiger jenseits aller Urteile gerettet, nur 120 Sekunden danach – Oststeinbeks rechtlichen Erfolg eingerechnet – auf einen Abstiegsplatz abgestürzt.

Klingt alles viel zu kompliziert? Könnte stimmen. Das am Mittwochabend gestartete Gewinnspiel für die Jenfeld-Camper wurde bereits wieder abgebrochen. Die Frage „Wie müssen die Ergebnisse des letzten Spieltags lauten, damit in den vier für den Abstiegskampf relevanten Begegnungen insgesamt 17 Tore fallen und der SV Rugenbergen am knappstmöglichen noch absteigt, falls Oststeinbek zuvor seinen 3:0-Sieg gegen Altona vom 31. Spieltag zurückerhalten hat?“ zog keine befriedigenden Antworten nach sich.

Kommen wir also zu etwas Einfacherem: Der SC Victoria steht, nunmehr schon seit fünf Tagen, als Hamburger Meister fest, denkt aber längst schon an das Pokalfinale am nächsten Montag. Für Vorbereitung und Briefkof schön, für die Spannung sicherlich schade, dass „Vicky“ nicht nur ihre überragende Rückrunde mit einem 2:1 beim VfL Pinneberg fortsetzte, sondern beim letztverbliebenen Verfolger Curslack-Neuengamme die Akkus langsam in kritischem Zustand sind. Respekt allemal vor dem Niendorfer TSV, der sich beim 1:1 am Gramkowweg teuerst verkaufte, ohne größere eigene Aktien im Spiel zu haben. NTSV-Coach Frank Hüllmann brachte die eigenen wie die gegnerischen Ambitionen dann auch auf den Punkt: „Schön für uns, dass wir Teil eines so wichtigen Spiels sein durften.“ Schließlich haben die Curslacker eigentlich keinen Grund zu trauern – vor allem, wenn sie ihren zweiten Platz auf der Zielgerade verteidigen sollten und damit ein weiteres Mal vor Bergedorf 85 einlaufen würden.

Die Elster ist und leibt ein merkwürdiges Tier. Am Sonnabend gewannen Bergedorfs Frauen souverän mit 4:0 gegen Bramfeld den Oddset-Pokal, am Sonntag zogen die Männer beim 4:1 gegen Halstenbek-Rellingen zumindest in der zweiten Halbzeit nach. Und danach? Verwirrte der Restvorstand des Fußballklubs mit dem lauten Nachdenken, ob 85 noch eine Oberliga-Zukunft habe. Da kann der Elsternfreund nur froh sein, dass für Hamburgs höchste Spielklasse (noch) keine Unterlagen fristgerecht eingereicht werden müssen.

Diese, sagen wir, Irritationen in der internen Kommunikation hat Germania Schnelsen in der Hinrunde abgearbeitet. Längst liegt der Fokus klar auf dem Pokalfinale, die Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen können sich aber sehen lassen. 3:0 gegen Condor beim Naturrasentest am Königskinderweg – so stark Victoria sich auch präsentiert, geschenkt bekommt sie den Pokal am Pfingstmontag im eigenen Stadion bestimmt nicht. Das wiederum ist kein so gutes Zeichen für Vier- und Marschlande, die gegen die Germanen mindestens noch einen Punkt zum Klassenerhalt benötigen.

Viel zu viele Punkte benötigten Billstedt und Sasel, um noch an Rettung zu denken. Beide Aufsteiger verlassen die Oberliga nach nur einem Jahr, der Abschied fiel zumindest am vergangenen Wochenende unterschiedlich aus. Vorwärts-Wacker spielte in Meiendorf munter mit und erreichte ein verdientes 2:2 bei den Geretteten von der A 75. Der TSV Sasel hingegen ging bei Altona 93 wieder einmal unter. Das 0:5 bedeutete die Gegentreffer 94 bis 98, abzuwarten ob der letzte Gegner Pinneberg am Parkweg die Einhundert voll macht. Über die gesamte Serie ohne Auswärtssieg blieb vor den Saselern zuletzt der VfL 93 in seinem Abstiegsjahr 2009. Hoffnung, dass dem TSV ein ähnlicher Absturz erspart bleibt, bietet unter anderem die zweite Mannschaft, die just den Einzug ins Zweitliga-Pokalfinale schaffte – ein kleiner Lichtblick, immerhin.

Mit Treffern geizten hingegen Eintracht Norderstedt und Buchholz 08, obwohl beim 1:0-Sieg der Holsteiner genug Chancen auf beiden Seiten da waren. Buchholz trifft am letzten Spieltag zuhause auf Oststeinbek, es ist auch die Rückkehr von OSV-Trainer Stefan Kohfahl, der lange in der Nordheide arbeitete und vom heutigen 08-Coach Thomas Titze abgelöst wurde. Ein nicht nur mit Blick auf die Tabelle brisantes Aufeinandertreffen, das vielleicht ganz unabhängig von Gerichtsentscheidungen Oststeinbeks Schicksal besiegeln könnte. Andererseits feierte vor Jahresfrist der USC Paloma seinen dramatischen Nichtabstieg in ... Buchholz.

Und ganz so ermüdend wie vor den Toren des Verbandsgerichts ist es in Buchholz auch nicht. In Jenfeld nichts Neues. Zurück ins hafo-Studio.


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