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17.02.2014
Rückblick: Agyemang ist schnell, Barmbek ist schneller von Folke Havekost



Schon die Sonnencreme herausgeholt? Inzwischen ist es in Hamburg ja fast so sommerlich wie im schönen Sotschi. Während dort aber ein olympischer Wintersportwettkampf nach dem anderen verschoben werden muss, kann in der hiesigen Metropolregion – Außenbezirke wie Elmshorn und Buchholz ausgenommen – ungehindert dem Sommersport Fußball gefrönt werden. Und doch zeigen sich zahlreiche Parallelen zum Geschehen und den vier bis fünf olympischen Ringen.

Die TuS Dassendorf fährt mit ihren Gegnern Schlitten, als ob Gary Lineker die olympischen Rodelwettbewerbe kommentieren würde: „In der Oberliga treten 22 Spieler an, und am Ende gewinnt immer Dassendorf.“ Der Aufsteigerspitzenreiter hat mittlerweile die 50-Punkte-Marke erreicht, beim 5:2 gegen den VfL Pinneberg erzielte Eric Agyemang binnen 39 Spielminuten einen Hattrick. Da konnte sich Trainer Jan Schönteich noch so sehr über die beiden Gegentreffer in der zweiten Halbzeit ärgern, der Dominanz der Sachsenwalder tat dies keinen Abbruch. Sie dienten jedoch immerhin dazu, dass Gästetrainer Michael Fischer etwas Positives aus den 90 Minuten ziehen konnte: „Wir haben zwei Kopfballtore gegen Dassendorf gemacht – das ist so, als wenn St. Pauli nächstes Jahr die Champions League gewinnt.“

Oder der Curling Club Hamburg olympisches Gold. Die hanseatischen Feger mussten lange auf ihren ersten (und einzigen) Sieg warten, er gelang am Freitagabend mit einem 8:7 gegen die Schweiz. Der Bramfelder SV hingegen wartet weiter. Beim 0:3 in Meiendorf wirkte Trainer Hardy Brüning als (Einwechsel-)Spieler mit, aber auch er konnte keine Aufhellung bringen: Die Bramfelder Aussichten sind noch schlechter als die im nebligen Sotschi.

Der höchste Wochenend-Sieg gelang aber weder Dassendorf noch Meiendorf, sondern dem HSV Barmbek-Uhlenhorst, der für seine Tore beim 4:0 über Alstertal-Langenhorn zudem gerade 38 Minuten brauchte, also sogar etwas schneller war als Agyemang bei seinem Hattrick . Dennis Bock hielt kurz darauf noch einen Elfmeter, Barmbeks Torwart bekam also auch seine verdienten 15 Sekunden Berühmtheit. Angesichts des emsigen Langenhorner Punktesammelns direkt vor der Winterpause ein erstaunlich glattes Resultat, hatte sich SCALA vor Weihnachten doch bis über den Strich gekämpft.

Steil nach unten verlief hingegen die Formkurve von Germania Schnelsen in den letzten Wochen des Jahres 2013. Mit dem neuen Trainer Florian Gossow sowie gleich neun Neuzugängen gelang jedoch der Auftakt ins neue Fußballjahr: Das 3:1 gegen den Klassenerhaltskonkurrenten Vier- und Marschlande hievte die Germanen auf den – vermutlich – rettenden 15. Platz.

Das erste Tor zum Sieg fiel durchaus kurios: Kevin Heitbrock, einer der neun Neuen, setzte die Vierländer Defensive in Strafraumhöhe so unter Druck, dass der unglückliche Patrick Westermann ihn mit seinem Drehschussklärungsversuch traf, worauf der Ball von Heitbrock ins Tor der Gäste prallte. Ein guter Stürmer steht eben da, wo er stehen muss. Oder hinspringen muss. „Wir üben so ein Draufgehen im Training“, freute sich Heitbrock in der Hamburger Morgenpost. Weniger erfreut war Schiedsrichter Sebastian Born, dass Vierlandes Florian Müller-Leitloff ihn als „Blindfisch“ bezeichnete – Rot war die Konsequenz.

Der Fisch galt den frühen Christen als gegenseitiges Erkennungszeichen, seine Sehstärke spielte dabei unseres Wissens aber keine Rolle. Sehen ist ja nicht die einzige Wahrnehmungsform, die wenigsten Menschen erleben allerdings, dass ein höheres Wesen gleich in sie fährt. Wenn dies passiert, kann es durchaus schmerzhaft sein. Der russische Eiskunstläufer Evgeny Pluchenko musste in Sotschi nach einem unglücklichen Dreifach-Axel beim Einlaufen gesundheitsbedingt passen. „Es fühlte sich an wie ein Messer in meinem Rücken, ich habe meine Beine nicht mehr richtig gefühlt“, berichtete der Mehrfach-Olympiasieger, „ich glaube, Gott hat mir gesagt: Evgeny, mit dem Eislaufen ist’s genug.“

Wir wissen nicht, wer oder was in Malte Wilhelm gefahren ist, als sein Niendorfer TSV in der Nachspielzeit beim Stand von 2:2 in Blankenese noch einmal einen Eckball zugesprochen bekam. Aber der 22-Jährige zog zur Freude von Comeback-Coach Frank Hüllmann aus langer Distanz ab und traf sehenswert zum (bisher) einzigen Auswärtssieg des 20. Spieltags. Umso trauriger war die Gegenseite: „Das hat meine Mannschaft nicht verdient“, bedauerte Daniel Lopez nach seinem Trainerdebüt für Blankenese, das sich nach einem 0:2-Rückstand in die Partie zurückgekämpft und dann doch einen Mutmach-Zähler verpasst hatte.

Mit viel Mut rannten die deutschen Langläuferinnen zu olympischem Bronze und freuten sich danach überschäumend. Auch dem SC Condor dürfte sein dritter Platz gefallen. Am Berner Heerweg wurde der Oberliga-Livetabellen-Bronzerang auf Grand ausgespielt, und die Gäste von Altona 93 reizten zunächst hoch. In den ersten 30 Minuten schlug Altona allerdings kein Kapital aus seinem gefälligen Spiel. Danach übernahmen die Goldgelb-Schwarzen, für die Max Anders just vorm Pausenpfiff zur Führung traf.

Gereizt war auch AFC-Keeper Marcel Kindler, der von Trainer Oliver Dittberner erst zur zweiten Halbzeit für den zunächst bevorzugten Fabiano Curia eingewechselt wurde. Er bekam genug zu tun, denn in der zweiten Hälfte bestimmten die Raubvögel komplett das Geschehen. Kindler ergriff die Chance zur 45-minütigen Leistungsschau, richtig glücklich wirkte er danach aber nicht. „Ich habe keine Ahnung, warum ich nicht von Beginn an gespielt habe“, meinte Kindler, „ich kenne Oliver Dittberner seit 15 Jahren, aber er spricht nicht mit mir darüber.“

Glücklicher war vermutlich Tevin Tafese, der für Condor den 2:0-Endstand markierte. Nur Stunden später bereitete sein Zwillingsbruder Miles Tafese das 2:0 der Schnelsener beim 3:1 gegen Vier- und Marschlande vor. Die Tafeses sind also nicht nur Zwillinge, sondern auch beide 2:0-Experten.

Apropos: Martins und Tomass Dukurs aus dem lettischen Riga sind zwar „nur“ Brüder, wirken aber rein sportlich auch wie Zwillinge. Bei den Trainingsläufen zum olympischen Skeleton-Rennen gelang es ihnen gleich zweimal, auf die Hundertstelsekunde genau die gleiche Zeit zu fahren. Ein brüderliches Unentschieden, das auch im „Bek-Derby“ zwischen Halstenbek und Oststeinbek zu verzeichnen war – wobei das 0:0 auf dem Jacob-Thode-Platz nicht ganz so aufregend aussah wie sich auf einem Mini-Schlitten kopfüber talwärts zu stürzen.

Talwärts müssen beide Klubs aber auch gar nicht schauen, fällt ihre Saisonzwischenbilanz trotz des gestrigen Torlostreffens doch exzellent aus: „Suizidgefährdet sind wir jetzt nicht“, beruhigte HR-Coach Thomas Bliemeister dementsprechend das Hamburger Abendblatt. Leichtes Grummeln herrschte beim Gastgeber, dass ein vermeintliches Kopfballtor von Sebastian Krabbes in der 89. Minute keine Anerkennung fand.

Es war das einzige Mal, dass Yalcin Ceylani, wenn auch folgenlos, geschlagen war. Ansonsten widerstand der Oststeinbeker Keeper dem Anrennen der Halstenbeker in glänzender Weise. Seine Mannschaft, in manchen Prognosen durchaus ein Ruckrundeneinbruchskandidat, steht nun schon bei 27 Punkten. Trainer Stefan Kohfahl hat beste Chancen, sich mit dem Klassenerhalt vom Meesen zu verabschieden.


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