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02.03.2014
Condor knackt Curslack von Andreas Killat


präsentiert:


vs.


SC Condor – SV Curslack-Neuengamme 3:2 (2:2)

SC Condor: Kleinschmidt – Mellmann, Krohn, Anders, Lüdemann – Daudert – Laban, Tafese, Kamalow (89. Maas), El-Nemr (73. Kieckbusch) – Mandel (68. Flores)
SV Curslack-Neuengamme: Böse – Pettersson, Sobczyk, Metzler, M. Barlak – Carolus, Zöpfgen – Mahrt (62. von Hacht), Wilhelm (46. Papke) – Landau (80. Pohlmann), Kurczynski
Tore: 0:1 Mahrt (23.), 1:1 Lüdemann (25.), 2:1 Mandel (35.), 2:2 Kurczynski (36.), 3:2 Lüdemann (90.+3)
Rote Karte: Sobczyk (87., grobes Foulspiel)
Schiedsrichter: Marcel Hass (TuS Germania Schnelsen): Sehr souverän, auch (oder weil) er viele Gelbe Karten zückte (vor allem gegen meckernde Curslacker). Die Rote Karte war sicher etwas zu hart, hatte aber eine Vorgeschichte.
Beste Spieler: Tafese, Lüdemann, Kamalow – Kurczynski (1. Hz), Metzler (2. Hz)
Zuschauer: 250

„Heute treffen wohl die beiden besten Ersatzbänke der Liga aufeinander“, meinte SCC-Coach Christian Woike vor dem Anpfiff mit Blick auf den Mannschaftsbogen. In der Tat würde sich wohl so mancher Oberliga-Trainer nach Spielern wie Thiemo Kieckbusch, Carlos Flores, Marcel von Hacht, Patrik Papke, Alexander Pohlmann oder Ivan Sa Borges Dju die Finger lecken, doch heute musste sie zunächst alle auf der harten Bank Platz nehmen. Die Tabellenkonstellation (Dritter vs. Zweiter) und die beeindruckenden Serien beider Teams (Condor 14 Spiele ungeschlagen, Curslack 10 Siege in Folge) machten die Partie am frühen Sonntagmorgen dabei zu einem echten Spitzenspiel. Das Geschehen auf dem Rasen bestätigte dies anschließend eindrucksvoll: Ein Top-Oberligaspiel mit Tempo, Technik und Toren.

Die erste Hälfte gehörte klar den Raubvögeln, die von Beginn an Dampf machten. Pascal El-Nemr hatte nach einem Patzer von Sven Zöpfgen schon früh die Gelegenheit zur Führung, zielte aber knapp vorbei (5.). Auch Moritz Mandel (11.) und Raffael Kamalow (17.) vergaben in aussichtsreicher Position. Die Gäste fielen zunächst vor allem durch eines auf: Meckern! Zöpfgen (15.), Christopher Mahrt (22.) und Kristof Kurczynski (26.) holten sich dafür – völlig zu Recht – Gelb ab. Doch so nach und nach befreiten sich die Vierländer aus der Umklammerung der Hausherren. Jan Landau setzte sich auf der rechten Seite schön durch und passte flach in die Mitte, wo Witalij Wilhelm gegen den mutig aus seinem Kasten stürmenden Sascha Kleinschmidt nur um einen Schritt zu spät kam (18.). Diese erste Szene war gleichzeitig der Vorbote für die (überraschende) Gäste-Führung mit den „Lottozahlen“ 23-24-22-17: In der 23. Minute bereite Kurczynski (Rückennummer 24) perfekt für Mahrt (Nr. 22) vor, der aus 17 Metern nicht lange fackelte und flach unten rechts einnetzte. „Zusatzzahl“ war hierbei sozusagen die „4“ Lars Lüdemann, der bei seiner missglückten Abwehraktion keine besonders glückliche Figur machte.

Doch wer diesen Kämpfer kennt, der weiß: Nun erst Recht. Keine 100 Sekunden später Freistoß Condor durch Kevin Mellmann, Lüdemann stürmt von hinten heran und schädelt im zweiten Versuch zum Ausgleich ein (25.). Fehler wettgemacht. „Was der kann, kann ich auch“, mögen sich anschließend Alexander Krohn und Moritz Mandel gedacht haben – und tauschten sozusagen die Rollen: Freistoß Krohn, Kopfball Mandel – Tor (35.)! Allerdings war der Freistoß höchst umstritten, da vorher Mekan Barlak gefoult wurde. Doch lange damit beschäftigen musste sich Torsten Henke nicht, seine Elf schlug umgehend zurück: Nach einem eher schlecht geschossenen Freistoß von Mahrt „flipperte“ der Ball im Sechzehner hin und her und landete schließlich vor den Füßen von Kurczynski, der (in stark abseitsverdächtiger Position) eiskalt zum 2:2-Ausgleich einschob (36.). Was für eine „Morning-Show“ am Berner Heerweg! Die Trainer rauften sich die Haare, den Zuschauern gefiels. Kurz vor dem Pausentee sogar noch die dicke CN-Gelegenheit für Wilhelm aus acht Metern halblinker Position, doch das wäre angesichts des condorianerischen Übergewichts wohl auch zuviel des Guten gewesen.


Kristof Kurczynski (l.) im Laufduell mit dem Doppeltorschützen und "Helden des Tages" Lars Lüdemann. Foto: André Matz

Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich das muntere Spiel nahtlos fort. Diesmal waren es zunächst die Gäste, die das Kommando übernahmen und mit viel Druck auf den Ball die Führung erzwingen wollten. Doch echte Hochkaräter kreierten die Vierländer dabei nicht, so dass nach gut einer Stunde wieder die Gelb-Schwarzen die Akzente setzten. Vor allem in Person von Tevin Tafese, dem sein mehrmonatiger Aufenthalt in San Diego offensichtlich gut getan hat. Immer wieder verteilte Tafese geschickt die Bälle, mal auf Laban, mal auf Daudert und mal auf Kieckbusch. Und stets wurde es brandgefährlich. Eine herausragende Leistung des jungen Mannes.

Für einen Eklat sorgte eine halbe Stunde vor dem Ende Christopher Mahrt bei seiner Auswechslung. Laut hörbar rief er quer über den Platz Richtung seines Trainers Henke: „Ist das dein Ernst?“ und schob zur Ersatzbank gehend laut schimpfend hinterher: „Immer die gleichen, die raus müssen. Nimm doch mal Landau oder Kurczynski runter“. Es sollte nicht die letzte Streitigkeit bei den Blau-Weißen sein, wo es trotz der Siegesserie anscheinend einige Brandherde gibt. Auf dem Platz hingegen sorgten turbulente letzte zehn Minuten für Aufregung.

Der eingewechselte Kieckbusch brannte in den 15 Minuten seiner Präsenz ein echtes Feuerwerk ab, grätschte an der Außenlinie sensationell nach einem Ball und bediente mustergültig Carlos Flores, der jedoch knapp verzog (81.). Dann wieder einer dieser Zuckerpässe von Tafese – natürlich auf Kieckbusch, der es mit einem Schlenzer in den Winkel versuchte, aber um Zentimeter verfehlte (82.). Die Partie wogte hin und her, nun war wieder Curslack dran: Rinik Carolus legte quer auf Marcel von Hacht – Außenpfosten (84.). Drei Minuten vor dem Ende dezimierten sich die Gäste selbst, Martin Sobczyk musste nach einer Attacke gegen Flores mit glatt Rot vom Platz. Für sich gesehen sicher eine zu harte Entscheidung, aber kumuliert mit den vielen Gelben Karten, der Meckerei und einer angeblichen vorangegangenen verbalen Auseinandersetzung zwischen Sobczyk und Flores in Summe dann wohl doch vertretbar.

Sportlich ging es munter weiter. Kieckbusch zog aus elf Metern ab, aber Zöpfgen klärte kurz vor der Linie (90.). „Den muss ich machen“, zeigte sich „Kiecki“ nach dem Spiel selbstkritisch, darf aber über seine gezeigte Leistung in der kurzen Zeit mehr als zufrieden sein. Das endgültige Ende der langen Curslacker Siegesserie schließlich in der Nachspielzeit: „Unglücksrabe“ von Hacht, der kurz zuvor auf der anderen Seite am Pfosten gescheitert war, holte Max Anders 25 Meter vor dem eigenen Tor von den Beinen. Den völlig berechtigten Freistoß zirkelte Krohn gefühlvoll in den Sechzehner, wo das Leder durch Freund und Feind hindurch an den langen Pfosten segelte. Aus dem Hintergrund rauschte Lüdemann heran und drückte den Ball mit der Sohle über die Linie (90.+3). Was für eine Gefühls-Explosion! Jubelnd riss sich der Doppel-Torschütze das Trikot vom Leib und nahm die Gelbe Karte dafür gerne in Kauf. „Letzte Aktion im Spiel. Da habe ich Lüdemann mit nach vorne beordert, der wollte eigentlich hinten bleiben“, freute sich Woike nach dem Schlusspfiff und ergänzte in seiner ihm eigenen humorvollen Art: „Ein typischer Lüdemann. Hirn aus, Kugel rein“.

„Hirn aus“ galt dann auch für Keeper Frederic Böse und Marcel von Hacht, die sich nach der Partie ein verbales Scharmützel lieferten (von Hacht: „Drei Standards, drei Tore. Mach Dir mal Gedanken“, nach dem ihn Böse zuvor wohl wegen des unnötigen Foulspiels angeraunzt hatte). Böse war darüber derart erbost (das Wortspiel „böse“ schenken wir uns an dieser Stelle), dass er seinem Mitspieler „in die Fresse hauen“ wollte. Nur mit Mühe konnten die Streithähne getrennt werden. Wahrlich kein guter Tag für den Tabellenzweiten, wo auf Coach Torsten Henke noch einige Arbeit zukommen dürfte, um die internen Streitigkeiten wieder zu glätten.


Die Streithähne Frederic Böse (m.) und Marcel von Hacht (r.) mit Condors Co-Trainer Matthias Werwath (mit Mütze) und Thiemo Kieckbusch als "Schlichter". Foto: André Matz


Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1956): 28 Spiele: 14 Siege, 7 Remis, 7 Niederlagen, 57:36 Tore

79/80: 2:2 / 1:0 Landesliga Hansa
80/81: 0:1 / 0:2 Landesliga Hansa
82/83: 4:1 / 3:0 Landesliga Hansa
86/87: 0:0 / 1:1 Landesliga Hansa
88/89: 6:0 / 4:3 Bezirksliga Ost
90/91: 3:1 / 4:0 Landesliga Hansa (FSG Vierlande)
06/07: 0:0 / 1:1 Hamburg-Liga
07/08: 3:1 / 3:1 Hamburg-Liga
08/09: 2:5 / 1:1 Oberliga Hamburg
09/10: 0:1 / 4:5 Oberliga Hamburg
10/11: 3:0 / 2:3 Oberliga Hamburg
11/12: 1:0 / 1:2 Oberliga Hamburg
12/13: 1:1 / 2:1 Oberliga Hamburg
13/14: 3:2 / 2:1 Oberliga Hamburg

Stimmen:

Torsten Henke (Trainer SV Curslack-Neuengamme):
Am Ende sehr tragisch für uns. Der Zeitpunkt war äußerst ärgerlich und bitter. Aber letztendlich verdient für Condor. Insgesamt hat man heute ein hochklassiges Spiel gesehen, zumal auf dem Geläuf hier, wo auch schon mal die ein oder andere Aktion misslingt. Aber Kampf, Einsatz, Willen – alles war vorhanden. Mit dem 2:2 zur Halbzeit waren wir gut bedient, Condor war deutlich überlegen. Andererseits hatten wir kurz vor der Pause sogar noch die große Chance, mit 3:2 in Führung zu gehen. In der zweiten Hälfte haben wir besser gespielt und es ging hin und her. Die letzten Minuten waren dann sehr bitter für uns. Erst die Rote Karte, da habe ich schon viel härtere Fouls gesehen, wo es nur Gelb gab, dann die angebliche Abseitssituation von Kurczynski und im Gegenzug der Siegtreffer, nach der gefühlt dreißigsten Standardsituation gegen uns.

Christian Woike (Trainer SC Condor):
Das war ein extrem gutes Oberligaspiel mit viel Einsatz und viel Engagement. Wirklich guter Fußball, soweit der Rasen das hergegeben hat. Dass wir den Rückstand so schnell drehen konnten, war sicher etwas glücklich, aber nicht unverdient. Nicht einverstanden war ich, dass wir dann so schnell den Ausgleich kassieren und mit den ersten 15 Minuten in der zweiten Halbzeit. Da standen wir zu tief und waren zu passiv. Dass wir so ein Spiel durch drei Standards entscheiden, damit hätte ich vor dem Spiel nicht unbedingt gerechnet. Heute hat sich wieder der gute alte Trainerspruch bewahrheitet: Wenn sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe begegnen, dann entscheiden meistens die Standards. Heute kam uns auch zu Gute, dass wir einem sehr gut besetzten Kader haben. Wir konnten von der Ersatzbank gut nachladen. Ein Sieg der Moral und des Willens.


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