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29.07.2014
Interview mit Condor-Coach Christian Woike: Das Maximum ist nicht genug von Andreas Killat

Christian Woike (36) steht seit genau einem Jahr "in vorderster Front" beim SC Condor. Von seinen Spielern verlangt er dabei stets "an die Grenzen zu gehen“. Und wenn die erreicht sind, erwartet er „diese nach oben zu verschieben". Im HAFO-Interview spricht der Maximum-Orientierte über ergebnisabhängige Wochenenden, die stärkste Oberliga aller Zeiten, unberechtigte "Grand-Vorwürfe" und den Kunstrasenbau in Eigenregie:


hafo: Hallo „Crille“, Dein erstes Trainerjahr liegt hinter Dir. Wie war's?

Christian „Crille“ Woike: Aufregend, spannend, intensiv – Geil!

Klare Worte! :-) Hättest Du Dir den Job so anstrengend und nervenaufreibend vorgestellt??

Ich bin ja nicht ganz unvorbereitet und naiv an die Aufgabe rangegangen. Bevor ich Cheftrainer wurde, war ich bekanntlich bereits Co-Trainer unter Matze Bub und Meik Ehlert. Des Weiteren hatte ich in meiner Zeit als Fussi ja auch den ein oder anderen Trainer und konnte bereits viel lernen und mir abgucken. Sowohl die guten Dinge, als auch die Dinge, die mich nicht so ansprachen. Von daher wusste ich schon im Großen und Ganzen, was auf mich zukommt und was mich erwartet. Aber keine Frage, an vorderster Front zu stehen ist dann doch nochmal was anderes. Aber es macht unglaublich viel Spaß, seine Ideen und Vorstellungen zu vermitteln. Das dort sehr viel Vor- und Nacharbeit von Nöten ist und das ein Wochenende mit einem Scheiß-Ergebnis ein Scheiß-Wochenende ist, ist inklusive... Aber mein Umfeld gewöhnt sich langsam daran, dass meine Laune sehr ergebnisabhängig ist (lacht).

Euer Ziel "60+X" habt Ihr nicht ganz erreicht, aber gute 58 Punkte erzielt. Was habt Ihr Euch für diese Saison vorgenommen?

Dass wir die 60 Punkte im letzten Jahr nicht geknackt haben, ärgert mich sehr. Wir hatten im letzten Spiel in Oststeinbek gefühlte 21:2 Torschüsse und haben es nicht geschafft, zu gewinnen. Sonst hätten wir wenigstens die 60 Punkte Marke geknackt. Aber es lag nicht nur an diesem Spiel. Insgesamt war es das ein oder andere Unentschieden zuviel und auch an zwei sehr unnötige Niederlagen kann ich mich erinnern... In der kommenden Saison wollen wir die für den SC Condor ominösen 60 Punkte endlich knacken.

Die Meisterschaft ist kein Thema?

Wir haben einen guten Kader mit dem wir zufrieden sind. Wenn alle gesund und fit sind, dann sind wir in der Breite und in der Spitze gut aufgestellt. Als einen Anwärter auf die Meisterschaft sehe ich uns aber bei weitem nicht. Wir wollen wie schon gesagt endlich die 60 Punkte Marke knacken - und die hat noch nie zur Meisterschaft gereicht!

Im Pokal hattest Du besonders zu leiden: Erst der Verhandlungs-Marathon nach dem Halbfinale, dann das bittere Elfer-Drama im Finale. Schon alles verkraftet/verarbeitet?

Ich finde es extrem bedauerlich, dass das Halbfinale gegen Altona nur noch auf dieses Elfmeterschießen und die Gerichtsverhandlungen reduziert wird. Klar, für die Medienwelt ein Super-Thema. Aber dieses Halbfinale, mit diesem Super-Rahmen an der AJK, war für mich persönlich eines der besten Amateurspiele der letzten Jahre. Ein Spiel absolut auf Augenhöhe, taktisch auf hohem Niveau, hohes Tempo, viele Torraumszenen, spannend, packend, dramatisch. All das was Fußball ausmacht. Aber geredet wird leider nur noch vom drum herum.

Also leicht verbittert?

Nein. Was mir nämlich auch noch ganz besonders positiv in Erinnerung bleibt, ist das großartige Auftreten der Altona-Fans nach dem Spiel. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele zu mir kamen und mir ganz fair gratuliert und mich zur Leistung meiner Mannschaft beglückwünscht haben. Und das, nachdem ihre eigene Mannschaft gerade hochdramatisch und unglücklich ausgeschieden war. Das fand ich richtig STARK! Im Finale hat mich dann die „schwarz/gelbe Wand“ im Stadion und der Empfang am Abend, den uns die Condoraner nach der Rückkehr im Vereinsheim bereitet haben, schwer beeindruckt. Beides werde ich niemals vergessen. Wir nehmen aus diesem Tag/aus dieser Saison daher trotzdem unglaublich viel Energie und Zuversicht mit.

Hast Du Deinem Freund Marco Krausz schon "verziehen"?

Außer der Tatsache, dass ich noch immer keine Ehren-Eintrittskarte für das DFB-Pokalspiel in meinem Briefkasten habe, ist alles i.O. (lacht). Ich brauche ihm wirklich nicht zu verzeihen. Wir beide wollten gewinnen – und es war vorher klar, dass nur einer gewinnen kann. Er hat den Pott, aber ich dafür das deutlich hübschere Kameragesicht, wie man auf Hamburg 1 ja eindrucksvoll sehen konnte...(lacht).

Holt Ihr dieses Jahr den Pott?

Wir waren in den letzten 47 Jahren genau EINMAL im Finale. Sonst war immer spätestens im Viertelfinale Schluss. Wir sind also nicht gerade die geborene Pokalsensation. Ich halte es da aber so wie mein Kollege Schönteich: Natürlich wollen wir wieder soweit wie möglich kommen und wollen wie die anderen 150 Mannschaften auch, den Pokal gewinnen. Und die letzte Saison hat uns auch sehr viel Freude bereitet. Aber planen kann man so etwas nicht. Und wenn Norderstedt ernst macht, dann wird es ohnehin schwer...

Welche Neuzugänge habt Ihr und ist die Kaderplanung damit abgeschlossen?

Neu am Berner Heerweg sind der Rückkehrer Lamin Jawla (SV Eichede), der letztjährige Kapitän vom Klub Kosovo Cassian Klammer, Junior Ngole (VfB Nordmark), Stefan Winkel (VfL 93) und aus unserer A Jugend haben wir Mustafa Karaaslan in den Oberliga-Kader berufen. Weitere Zugänge sind nicht geplant. Verlassen haben uns Tevin Tafese (Auslandsstudium), Tom Maas (Auslandssemester), Marcel Schwarck (Bramfelder SV), sowie Sebastian Zinselmeyer (TSV Sasel).

Was erwartest Du Dir dieses Jahr von der Oberliga?

Sport 1 wirbt seit gefühlt 10 Jahren mit dem Slogan: „Die stärkste 2. Liga aller Zeiten“. Mich amüsiert dieser Ausspruch zwar immer, möchte ihn aber jetzt gerne kopieren. Aus meiner Sicht können wir eine der stärksten Oberliga-Saisons aller Zeiten erwarten. Vicky kommt aus der Regionalliga und hat aufgerüstet, die Aufsteiger sind zurecht aufgestiegen und sehr stark, der Pokalsieger kommt aus unserer Liga und hat personell aufgerüstet, Dassendorf ist sowieso eine Hausnummer, Buchholz hat in der Rückrunde 12 von 17 Spielen gewonnen und kassierte dabei nur 13 Gegentreffer, Niendorf hat in der Rückrunde auch nur zwei Spiele verloren und Pinneberg war extrem konstant. Also ab Samstag ist richtig Feuer in der Liga!

Wer sind Deine Favoriten?

Für mich sind das Dassendorf, Vicky, Niendorf und - trotz des Pokalaus - Altona 93. Im erweiterten Kreis sehe ich Buchholz, Curslack, HR und Meiendorf, die sich aus meiner Sicht sehr gut verstärkt haben.

Am Wochenende startet Ihr mit einem Heimspiel gegen BU. Ist der Rasen gesperrt und wird auf Grand gespielt?

Auf diese unterschwelligen Vorwürfe reagiere ich seit dieser Spielzeit extrem gereizt. Immer wieder werden wir mit dem Vorwurf konfrontiert, dass wir Spiele z.B. gegen Altona oder gegen Dassendorf ganz bewusst auf Grand gespielt haben. Diese Mär möchte ich gerne ein für alle Mal beenden: Wir sind eine fußballerisch sehr starke Mannschaft. Wir berauben uns doch nicht bewusst unserer eigenen Stärke. Und es braucht doch keiner zu glauben, dass Spieler wie Laban, Flores, Kamalow, El Nemr - um nur einige zu nennen – gerne auf Grand spielen. Es kommt kein Spieler aus meinem Kader zu mir und sagt: „Trainer, lass uns bitte auf Grand spielen“. Die Anlage am Berner Heerweg war bis vor kurzem noch in städtischer Hand. Unser Rasen hat keine, bzw. eine defekte Drainage. Und wenn der Platz gesperrt wird, dann müssen wir uns dem leider beugen, ob wir das wollen oder nicht.

Keine Besserung in Sicht?

Doch. Vor kurzem hat der SC Condor die Anlage übernommen und wir erkennen seitdem schon eine deutliche Verbesserung. Sowohl was das miteinander, als auch die Rasenqualität angeht. Das Thema Grandplatz am Berner Heerweg hat sich ja sowieso erledigt und ich brauche mich über solche Behauptungen und Unwahrheiten künftig nicht mehr aufzuregen...

Das Projekt Kunstrasen läuft also?

Jawohl, ES GEHT LOS! In der letzten Woche wurden die Vorbereitungen abgeschlossen und seit Montag sind die Bagger am Werk. Endlich!!! Eine grandiose und mutige Entscheidung unseres Vorstandes, diesen Kunstrasen in „Eigenregie“ bauen zu lassen, da wir nur geringe bzw. keine Zuschüsse bekommen, da unser Grand angeblich noch „zu gut“ sei… ohne Worte!

Auch sonst hat sich wohl einiges getan?

Absolut. Unser neuer Platzwart ist sehr fleißig und engagiert. So wurden u.a. die Duschräume saniert. Alles in allem kann man sagen: Es tut sich etwas beim SC Condor!

Condor hat sich seit über 20 Jahren als Oberliga-Klub etabliert und gilt als Inbegriff von "große Familie" mit einem seriösen und besonnenen Umfeld. Was macht diesen Klub so besonders?

Ich kann es sowohl aus der Spieler-, als auch aus der Trainersicht bewerten. Die Antwort ist in der Fragestellung bereits enthalten: Wir sind eine Familie! Und in einer Familie hilft man sich und steht für den anderen ein. Natürlich gehört auch dazu, dass man sich mal die Meinung sagt und sich auch mal streitet, aber es geht hierbei stets um die Sache. Viele ehemalige echte Condoraner sind im (direkten) Umfeld der Liga-Mannschaft aktiv. Mit Matze Bub und Kai Koch habe ich zwei echte Freunde an meiner Seite, denen ich, und die mir, zu 100% vertrauen. Wir alle – und ich im speziellen – sind sehr erfolgshungrig, wir „vergessen“ dabei aber nicht den Spaß und die Freude. So gehört ein guter Spruch und ein kühles Pils genauso zum Standard beim SCC, wie harte Arbeit und Fleiß. Diese Mischung in diesem fantastischen Umfeld macht den SC Condor so besonders.

Crille, vielen Dank für das Interview! Und viel Erfolg beim Testen der Grenzen und Erreichen Eurer Ziele!



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