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11.04.2015
Curslack profitiert von Ehlerts Gnade von Mirko Schneider




vs.


SV Curslack-Neuengamme – Meiendorfer SV 2:1 (1:0)

SV Curslack-Neuengamme: Böse – Kleine, Spiewak, Schalitz (47. Metzler), Wilhelm – Apel (60. Papke), Bannasch – Beldzik, Gurbanian – von Hacht (66. Schraub), Landau
Meiendorfer SV: Sävke – Ahadi (67. D. Facklam), Hoffmann, G. Subasic, Sejdiu – Sara, Hercog – F. Facklam (62. Zazai), Hallmann (78. Sutt) – R. Subasic, Sharifi
Tore: 1:0 Gurbanian (20., Vorarbeit Apel), 1:1 R. Subasic (57., Sara), 2:1 Landau (83., Gurbanian)
Schiedsrichter: Sven Ehlert (Groß Flottbeker SpVgg): verdarb sich seine ansonsten gute Leistung durch den zweifach nicht gegebenen Platzverweis für den Curslacker Marvin Schalitz (siehe Bericht)
Beste Spieler: Spiewak, Bannasch – R. Subasic
Zuschauer: 203

Fußball findet nicht im Konjunktiv statt. Dieser Satz hat so einen langen Bart wie der alte Mann mit dem schlohweißen Haar in der Gottesvorstellung kleiner Kinder. Und doch bemühte Meiendorfs Trainer Matthias Stuhlmacher nach dem Spiel zwar nicht die anfangs dargebrachte Floskel, aber er erklärte ausgiebig, wie die Partie in einer gerechteren Realität mit einem anderen Schiedsrichter verlaufen wäre. „Die spielentscheidende Szene war für mich in der vierten Minute. Robert Subasic ist durch, kann zentral abschließen, wird gefoult und es gibt nur die Gelbe Karte. Wir hätten 86 Minuten in Überzahl gespielt. Dann hätten wir hier sicher nicht verloren“, beschrieb Stuhlmacher die Szene, als Curslacks Marvin Schalitz seinen zu kurzen Rückpass auf Curslacks Keeper Frederic Böse durch einen energischen Zupfer an Subasics Trikot ausbügelte. Eine klare Notbremse. Ehlert ließ Gnade vor Recht ergehen.

So entwickelte sich – nicht in der gerechteren, sondern in der wirklichen Realität – das Spiel weiter mit 22 Akteuren. Allerdings waren in den ersten zehn Minuten nur die Gäste fußballerisch anwesend. Michael Sara jagte den fälligen Freistoß knapp am Tor vorbei (5.), Lucas Hallmann scheiterte nach einem blitzsauberen Konter, ebenfalls im Anschluss an ein Zuspiel des sehr agilen Robert Subasic, frei vor dem Tor am rechten Fuß von Böse (9.). Subasics Bruder Gabriel sorgte schließlich dafür, dass sich auch Curslack im Spiel anmeldete. Jan Landau fing einen Fehlpass von ihm ab, spielte Doppelpass mit Jan-Hendrik Bannasch und verzog fünf Meter vor dem Tor aus spitzem Winkel, weil ihm der Ball über den Schlappen rutschte (11.).

Neun Minuten später schlug die spezielle Fußballlogik zu, die wir alle (abzüglich des Meiendorfer SV am heutigen Tage) so sehr lieben. Landaus Riesenchance flog Richtung Dove Elbe, aber der total harmlose Schuss von Javad Gurbanian aus 20 Metern halblinks fand den Weg ins Tor. Er tickte vor dem schon liegenden und auffangbereiten Meiendorfer Keeper Tobias Sävke auf, der ihn falsch berechnete, und über seinen Körper ins Tor kullern ließ (20.).

Zwei weitere Chancen für Meiendorf (Bazier Sharifi/30.) und Curslack (Schalitz, 31.) später trat dann wieder der Schiedsrichter auf den Plan. Meiendorf kombinierte sich auf rechts schön durch, Facklam überlief Schalitz und wäre in den Sechzehner eingedrungen, um von dort in die Mitte abzulegen. Schalitz touchierte ihn unten und zerrte oben. Facklam fiel, die Meiendorfer Bank sprang auf – und blieb entsetzt stehen, denn der nun wirklich überfällige Platzverweis für Schalitz erfolgte wieder nicht. Kein Gelb-Rot, stattdessen eine letzte Ermahnung von Ehlert für den Innenverteidiger. Wie bereits nach der nicht gegebenen Roten Karte in der 4. Minute wurde Meiendorf durch den anschließenden Freistoß gefährlich. Böse parierte den Schuss aus spitzem Winkel gegen Robert Subasic (44.), Sävke gleich darauf auf der anderen Seite sensationell gegen einen Bannasch-Kracher aus der Ferne (45.), und im erneuten Gegenzug pickte Sara die Kugel für Meiendorf neben das Tor (45.).

Meiendorfs Trainer Matthias Stuhlmacher hatte nun Redebedarf und eilte mit dem Pausenpfiff sofort zu Ehlert. „Er hat mir gesagt, Robert Subasic hätte in der 4. Minute nur flanken können. Er wäre parallel zum Sechzehner gelaufen. Diese Begründung ist wirklich abenteuerlich“, so der MSV-Trainer hinterher. Curslacks Torsten Henke ließ Schalitz zum Erstaunen der Zuschauer zur zweiten Hälfte wieder aufs Feld, um ihn dann zwei Minuten nach Wiederanpfiff auszuwechseln. Andreas Metzler kam für ihn. „Andreas hatte sich im Hinspiel in Meiendorf verletzt. Es war sein erster Einsatz seitdem. Ich wusste einfach nicht, wie weit er ist und wollte ihm genug Zeit fürs Aufwärmen geben und nichts riskieren“, erklärte Henke hinterher. Da Metzler zwei Minuten länger brauchte, um sich wirklich sicher zu sein, kam er eben erst in der 47. Minute.

Meiendorf setzte das Spiel nun zunächst fort wie in der ersten Halbzeit. Die Spielkontrolle lag klar bei den Gästen – und sie machten etwas daraus. Einen Freistoß von Marcin Hercog aus 30 Metern von links nahm Sara an, scheiterte erst aus kurzer Distanz an Böse, passte dann von der Grundlinie kurz in die Mitte und Robert Subasic belohnte sich mit einem feinen Drehschuss, der an drei auf die Linie geeilten Curslackern vorbeitrudelte, für seine Leistung. 1:1 (57.)!

Merkwürdigerweise schien dies die Meiendorfer Durchschlagskraft zu lähmen. Sie behielten die Spielkontrolle, wurden aber nicht mehr gefährlich. Ganz anders die im flachen 4-4-2 lauernden Gastgeber. Landau und Wilhelm fuhren per Doppelpass einen coolen Konter, Wilhelms Flanke konnte Landau aber nicht gut genug per Kopfball platzieren. Sävke rettete auf der Linie (72.). Es folgten bald bange Minuten der Angst um Curslacks Eyke Kleine. Ein Zusammenprall mit Hallmann streckte ihn zu Boden, eine minutenlange Behandlung folgte. Curslack hatte schon dreimal gewechselt, spielte ein paar Minuten in Unterzahl. Doch Kleine (Henke: „Es kann sein, dass er sich die Nase gebrochen hat. Wir wissen es noch nicht genau.“) kam wieder. Rechtzeitig, um den Siegtreffer mitzuerleben. Gurbanian, bis auf sein Glückstor im Spiel kaum zu sehen, erlief links einen Ball, spurtete die Linie runter, brachte die Kugel mit der Picke (!) flach und mit Wumms in den Sechzehner, Sandro Schraub rutschte vorbei, und Landau vollendete aus unmöglichem Winkel im Fallen per Kuller-Grätschschuss zum 2:1 (83.) Schraub scheiterte kurz darauf noch einmal an Sävke (87.), Bannasch jagte die Kugel an die Latte (90.), das war`s.

Überlegene und technisch bessere Meiendorfer hatten tatsächlich ein Chancenverhältnis von 6:8 gegen sich und Stuhlmacher räumte nach dem Schiedsrichterthema sofort ein, „dass wir so einen Konter nicht bekommen dürfen und uns auch vorne etwas die Durchschlagskraft gefehlt hat“. Curslacks Torsten Henke sprach von einem „angesichts unserer personellen Situation enorm wichtigen Sieg. Wir haben nicht gut Fußball gespielt, aber meine Mannschaft hat vom Kampf und vom Einsatz her alles gezeigt. Und wie der Sieg dann zustande kommt, ist mir letztlich scheißegal. Hauptsache, wir haben die drei Punkte". Wenn Marvin Schalitz sich jetzt noch klar macht, dass er nicht an jedem Wochenende auf einen Schiedsrichter trifft, der so gnädig mit ihm umgeht, treffen diese Worten die Curslacker Fußballrealität heute voll auf den Punkt.


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