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04.03.2017
Wer Meister werden will, muss erstmal Osdorf schlagen von Andreas Killat




vs.


TuS Dassendorf – TuS Osdorf 0:1 (0:1)

TuS Dassendorf: Gruhne – Lenz, S. Atug (46. Ladendorf), Carolus - Thomas, Aust, Dettmann, Kurczynski (83. Kerschke) - Möller, Nägele (73. Cosgun) - von Walsleben-Schied
TuS Osdorf: Hencke – Hounsiagama (22. Ude), H. Schmidt, D. Schmidt, Jobmann, Spranger, Wachter – B. Krause, Bonewald (71. Owusu) – T. Krause – S. Blume (58. D’agata)
Tore: 0:1 S. Blume (5.)
Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (SC Poppenbüttel): Sehr großzügig. Andere SR hätten sicher 14x Gelb und 3x Rot gezeigt, er kam mit zwei Verwarnungen aus (beide für Osdorf). Die Tätlichkeiten von Blume und Kurczynski, sowie die Spuck-Attacke von Atug hätte er (bzw. seine Assistenten) jedoch zwingend sehen und ahnden müssen.
Beste Spieler: Gruhne – kämpferische starke Gesamt-Teamleistung (mit Hencke als Matchwinner)
Zuschauer: 146

„Wir agieren wieder aus einer Position der Stärke“, freute sich Dassendorfs Sportchef Jan Schönteich noch vor der Partie in der heimischen Stadionzeitung „Steilpass“ über die Ausrutscher der Konkurrenz in den vergangenen Wochen. Doch nach dem Abpfiff war die gute Laune dahin, denn der geplante Sprung an die Tabellenspitze ging gehörig daneben.

Mit der schon bei BU erprobten Dreierkette (und taktischer 3-4-2-1-Formation) startete der amtierende Meister furios und lag sich nach dem 1:0 durch Finn Thomas aus 14 Metern schon früh jubelnd in den Armen (3.). Doch der SR-Assistent hatte völlig zu Recht die Fahne oben, weil Pascal Nägele (total unnötig!) im Abseits stehend mit dem Fuß zum Ball ging. Dieser Szene sollten die Hausherren noch 94 Minuten lang hinterhertrauern. Denn quasi im Gegenzug unterlief Seyhmus Atug ein folgenschwerer Patzer, als er ohne Blickkontakt nach hinten zu seinem Keeper Christian Gruhne klären/köpfen wollte. Doch Sascha Blume spritzte dazwischen und zirkelte das Leder mit links ins lange Eck zum überraschenden 0:1 (5.). Diese zwei „Dummheiten“ kosteten am Ende den fest eingeplanten Sieg, denn in der Folgezeit biss sich Dassendorf am Abwehrbollwerk der Gäste (gegen den Ball mit Sechserkette!) die Zähne aus.


Finn Thomas zieht ab und trifft - aber am rechten Pfosten (nicht im Bild) steht Nägele im Abseits.


...Sascha Blume hingegen darf seinen Treffer ausgelassen feiern. Fotos: Hanno Bode

Trotz gefühlt 90% Ballbesitz und diverser dicker Chancen: Das Leder wollte heute einfach nicht ins Tor. Marcel von Walsleben-Schied mit einer Art Seitfallzieher (28.), Sven Möller via Fernschuss (34.), oder erneut „Schiedi“ nach schöner Kombination über Möller und Rinik Carolus (42.) – schon vor der Pause waren genug Gelegenheiten zum Ausgleich da.

Unschön dann die letzten zehn Minuten vor dem Seitenwechsel, als von beiden Seiten reichlich Hektik (und Unfairness!) ins Spiel kam. Erst „pikte“ Blume Atug ins Auge (und auch ein Ellenbogenschlag soll dabei gewesen sein), der sich kurz danach mit einer ekligen Spuckattacke „revanchierte“. Und dann drehte auch Kristof Kurczynski durch, der trotz eines zugesprochenen Freistoßes mit dem Ball in der Hand und dem Kopf voran in seinen Gegenspieler lief und ganz bewusst den Körperkontakt suchte. Das konnte man als halbe „Kopfnuss“ werten. Doch all diese Szenen hatten eines gemeinsam: Sie wurden nicht im geringsten bestraft. Der Schiedsrichter und seine Assistenten hatten nämlich entweder nichts gesehen (Blume vs. Atug und Atugs Rotzer zurück), oder für nicht ahndenswert erachtet (Kurczynskis „Kopfangriff“ direkt vor den Augen des Referees).

Zum Glück beruhigten sich die Gemüter in der Pause wieder, so dass die zweite Hälfte ohne weitere Vorfälle über die Bühne ging. Osdorf beschränkte sich nun komplett darauf, das eigene Gehäuse zu verteidigen. Bis auf eine (!) Szene, als Geburtstagskind Toni Ude (36) nach einem Patzer von Lenz frei durch war und auf Gruhne zusteuerte, aber Lenz im Laufduell seinen Fehler wieder ausbügeln konnte (62.), kamen die Gäste bis zur 90. Minute nicht einmal über die Mittellinie! Ja, Sie haben richtig gelesen und es ist keine journalistische Übertreibung: Osdorf kam (und wollte auch gar nicht!) nicht aus der eigenen Hälfte heraus. Selbst bei Abstößen wurde das Leder einfach nur herausgedroschen (ohne Nachgehen der „Stürmer“).

Im ersten Durchgang hatten immerhin noch Dennis Schmidt (scheiterte beim Versuch einer Volley-Direktabnahme, 17.) und Melvin Bonewald (mit einem schönen Schuss aus 18 Metern, den Gruhne mit Mühe über die Latte lenkte, 44.) für Entlastung nach vorne gesorgt. Doch nun agierte nur noch Dassendorf – und brannte ein Feuerwerk an Chancen ab!

Ex-Profi von Walsleben-Schied aus elf Metern an den Pfosten (55.), Kurczynski nach feiner Vorarbeit von Ladendorf aus drei Metern neben das leere Tor (58.) – es war zum Haareraufen für Martens und Hoffmann. Osdorf verteidigte sprichwörtlich mit allen Leuten (neben der Sechserkette baute sich davor ein weiterer Vierer-Riegel auf), brachte immer ein Bein dazwischen und verstand es, bei jeder Unterbrechung geschickt Zeit zu schinden. „Um halb sieben geht die Sonne unter“, rief Hoffmann entnervt und hatte wohl Sorge (bzw. Hoffnung), dass die Nachspielzeit zeitlich bis dahin gehen würde.


Kurczynski vergibt aus drei Metern. Foto: Hanno Bode

Weiter ging der Chancenwucher: Flanke Carolus, Kopfball Cosgun übers Gehäuse (74.). „Den muss er nur aus dem Stand Richtung Tor köpfen, der ist immer drin“, verzweifelte Hoffmann – und musste schließlich zu allem Unglück noch mit ansehen, dass der Schubser von Owusu gegen Aust nicht mit Elfmeter bestraft wurde (83.).

In den letzten Minuten machten die Hausherren hinten komplett auf, so dass sich natürlich riesige Räume für Osdorf ergaben. Wachter konterte blitzschnell, brachte die Kugel auch perfekt zu Ude, doch der scheiterte völlig freistehend an Gruhne (90.). Fast eine identische Szene in der dritten Minute der Nachspielzeit, als wieder Ude von der Mittellinie alleine auf Gruhne zulief und erneut seinen Meister in ihm fand. Wiehle: „Da hätte Toni Ude sich natürlich noch ein passendes Geburtstagsgeschenk machen können“.


Belohnte sich heute nicht mit einem Tor: Geburtstagskind Toni Ude. Foto: Hanno Bode

Vorher vergaben die Blau-Weißen ihre letzten zwei Hochkaräter: Dettmann mit einem eigentlich perfekten Schuss, doch Teufelskerl Claus Hencke kratzte den Ball noch aus dem linken unteren Eck (90.+1). Wahnsinn. Als dann auch noch Julian Kerschke freistehend aus wenigen Metern Keeper Hencke anschoss (90.+2), war die Niederlage besiegelt.

Auf die Spuckattacke von Seyhmus Atug angesprochen stellte Thomas Hoffmann nach der Partie klar: „Das entspricht nicht den Werten des TuS Dassendorf. Deswegen haben wir ihn auch sofort ausgewechselt. So etwas geht gar nicht – und das wird auch interne Konsequenzen haben“. Überhaupt scheint beim Meister trotz der zuletzt erfolgreichen Auswärtsserie einiges im Argen zu liegen. Denn neben den erstaunlich offenen Worten von Jan Schönteich in der Stadionzeitung („Leider erkenne ich nicht bei jedem Spieler das erforderliche Höchstmaß an mannschaftlicher Geschlossenheit“), wurde auch „Hoffi“ in der Pressekonferenz ungewohnt deutlich: „Wichtig wird jetzt sein, dass wir uns ab sofort ein bisschen mehr auf Fußball konzentrieren. Wir hatten eine nicht so schöne Trainingswoche, wo viel drum herum nicht in Ordnung war“. Mehr mochte der Übungsleiter auch auf Nachfrage nicht dazu sagen, doch wer zwischen den Zeilen lesen/hören konnte, der darf annehmen, dass wohl ein bis zwei Spieler ab sofort nicht mehr das TuS-Trikot tragen werden (von Onur Akdogan z.B. hat man sich bereits vor dem Spiel "einvernehmlich" getrennt).

Ganz anders naturgemäß die Gefühlslage beim Aufsteiger, der nun schon seit neun Partien ungeschlagen ist (6-3-0). Piet Wiehle jedenfalls konnte sein Glück kaum fassen und strahlte: „Torben Krause hat schon vor dem Spiel zu mir gesagt: Trainer, wir machen in der vierten Minute das 1:0 und verteidigen danach mit Mann und Maus“. Das dürfte noch ein feuchtfröhlicher Abend in Hamburgs Westen werden…! Happy Birthday, Toni Ude!


Stimmen:

Peter „Piet“ Wiehle (Trainer TuS Osdorf):
Ich kann das ehrlich gesagt noch gar nicht realisieren, was da gerade passiert ist und ringe hier ein wenig um Worte. Für mich ein sensationelles Spiel. Nach der frühen Führung war es die schon vorher erwartete Abwehrschlacht. Wir haben mit Mann und Maus verteidigt und hatten das nötige Quäntchen Glück. Es ist Wahnsinn. Ich bin unheimlich stolz auf die Truppe. Wer Meister werden will, der muss uns erstmal schlagen. Das haben Cordi, Buchholz und Altona nicht geschafft – und Dassendorf heute auch nicht. Wir sind eigentlich nur eine ganz gute Freizeittruppe, aber dafür machen wir das ganz vernünftig. Wir sind eben ein verschworener und geiler Haufen. Es gibt Schlimmeres, als hier zu gewinnen. Alles wirklich klasse. Ein tolles Wochenende für uns, das schon gestern Abend mit einem Geburtstagsbierchen für Toni Ude angefangen hat und heute wird weiter gefeiert.

Thomas Hoffmann (Trainer TuS Dassendorf):
Wir werden nicht so ein schönes Wochenende haben. Mir schwante ehrlich gesagt schon nach drei Minuten Böses, als unser 1:0 abgepfiffen wurde und wir im Gegenzug einen kapitalen Bock zum 0:1 fabrizieren. Da denkt man schon so als Trainer, hoffentlich läuft das heute nicht alles schief. Tja, und dann ist es alles schief gelaufen. Ich kann der Mannschaft eigentlich gar keinen Vorwurf machen. Spätestens, als Kurczynski aus drei Metern neben das leere Tor schießt (58.), war mir klar, dass wir noch zwei Stunden hätten spielen können, ohne ein Tor zu machen. Uns fehlte vor allem in der ersten Halbzeit die nötige Körperspannung und nach der Pause war es gegen die gefühlte Neunerkette sehr schwer. Wir haben gemacht und getan, hatten mindestens fünf dicke Chancen, aber solche Spiele hast Du eben mal. Lässt sich nicht mehr ändern. Wichtig wird jetzt sein, dass wir uns ab sofort ein bisschen mehr auf Fußball konzentrieren. Wir hatten eine nicht so schöne Trainingswoche, wo viel drum herum nicht in Ordnung war. Und das heute war sozusagen das (negative) Sahnehäubchen obendrauf.


Gesamt-Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 2 Spiele, 0 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage, 1:2 Tore

2016/17: 0:1 / 1:1 Oberliga Hamburg


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