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12.03.2017
"Maggi" sorgt für den guten Geschmack von Mirko Schneider

Dieses Heimspiel des
Niendorfer TSV
wird präsentiert von
Marcus Scholz


vs.


Niendorfer TSV – FC Türkiye 3:1 (1:0)

Niendorfer TSV: Kindler – Fuchs, Rohweder, Huneke, Hoeling – Kocadal (75. Krüger), Karow – Windhoff (76. Segedi), Wilhelm (58. Kukuk), Trenel – Hartwig
FC Türkiye: Braun – Pettersson, M. Barlak, Dieckmeyer (82. Weiß), D. Barlak – De la Cuesta, Osmani – Pohlmann, Yapici, Löw – Karaaslan (46. Kaya)
Tore: 1:0 Hartwig (15., Vorarbeit Wilhelm), 1:1 Pohlmann (50., Pettersson), 2:1 Windhoff (62., Hartwig), 3:1 Hartwig (74., ohne Vorarbeit)
Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (SC Poppenbüttel): Wie von ihm gewohnt absolut souverän.
Beste Spieler: Hartwig, Karow, Rohweder – Löw (1. HZ), Yapici (2. HZ)
Zuschauer: 140.

Die Anzahl der Suppenliebhaber unter den Trainern der Oberliga Hamburg ist nicht überliefert. HAFO-Schreiber fertigen zwar in ihrer Freizeit ständig irgendwelche eminent wichtigen Statistiken über ihr liebstes Kind an, doch wie viele Übungsleiter in Hamburgs höchster Spielklasse eine kräftige Rindsbrühe, einen deftigen Erbseneintopf oder eine Buchstaben-Bouillon mit Fleischklößcheneinlage zu schätzen wissen? Keine Ahnung! Alle, die Suppen vergöttern und auf altmodische Art würzen, wissen jedenfalls: Maggi verteilt man zentral. Die schweizerische Flüssigwürze entfaltet ihren guten Geschmack von der Mitte aus. Nur von dort durchdringt sie alle Sphären des inhaltsreichen Suppentellers bis in die kleinste Faser jeder wohlschmeckenden Nudel.

Was wie wenigsten „Maggi“-Liebhaber wissen: „Maggi“ will nicht hören. Seine heimliche Liebschaft mit den Außenbahnen, sein früheres Betätigungsfeld, schlägt immer wieder durch. Dann weicht er auf die Flügel aus – und nimmt sich die Wirkung. Sie ahnen es, die Rede ist von Fußball. „Maggi“ heißt Magnus Hartwig. Er ist 23 Jahre alt, spielt beim Niendorfer TSV und wird gerade zum zentralen Stoßstürmer umgeschult. Bei ihm stößt diese Maßnahme teilweise noch auf reflexhaften Widerstand. Das war heute im Oberligaspiel gegen den FC Türkiye bereits in der neunten Minute zu besichtigen. NTSV-Außenbahnspieler Kevin Trenel erkämpfte sich im Pressing den Ball, zog einen Sprint an und flankte. Wer war in der Box? Kein „Maggi“. Ergo: kein Geschmack des Torjubels möglich.

Schon zu diesem Zeitpunkt begann eine Art Dauer-Diskussion-Duell zwischen Niendorfs Trainer Ali Fahrhadi samt seinem Co-Trainer Jörg Steinbach auf der einen Seite und Magnus „Maggi“ Hartwig auf der anderen. Zunächst herrschte vorübergehend traute Eintracht. Hartwig verwertete am kurzen Pfosten per Kopf eine Ecke des schwachen Malte Wilhelm zum 1:0 (15.). Ironischerweise genau von der Stelle, an der er bei Trenels Flanke sechs Minuten zuvor hätte stehen sollen. Türkiye reagierte mit einer von allen unberührten Freistoßflanke von Sascha de la Cuesta, die knapp am rechten Pfosten vorbeistrich (23.). Außerdem gewann Michael Löw in der ersten Hälfte auf links klar das Duell gegen die maue rechte Seite der Niendorfer mit Simon Windhoff (Rechtes Mittelfeld) und Joshua Fuchs (Rechtsverteidiger). Einmal spurtete Löw gar an allen vorbei, die Endstation hieß überraschend Marcel Kindler (26.). Der Niendorfer Keeper wurde in der Stadionzeitung “Die Aufsteiger“ als definitv verletzt bezeichnet (siehe http://www.hafo.de/news/fullnews.php?id=6015 ) und zierte das Cover. Darunter die Bitte: „Werd schnell wieder gesund, Marcel!“ Hat geklappt, heute stand der Keeper nach seiner Verletzung gegen Condor wieder im Kasten.

Während „Maggi“ natürlich weiterhin nicht da stand, wo er sollte. „Halt die Fresse und spiel die Neun“, rief ihm Ali Farhadi kurz nach der Löw-Chance zu. Er war es einfach leid. Wie man bei den Laufwegen auch hinten übel aussieht, demonstrierten seine Niendorfer zum schlechten Überfluss nach der Pause. Philip Petterson spielte einen einfachen langen Flachpass aus der eigenen Hälfte zu Alexander Pohlmann. Niendorfs Innenverteidiger Fynn Huneke schlief, Pohlmann tunnelte Kindler und es stand 1:1 (50.). Fast sogar 2:1, als Pohlmann sechs Minuten später eine Unsicherheit in Niendorfs Abwehr zu einem gefährlichen Volleyschuss von der Strafraumgrenze nutzte. Der Ball wurde abgefälscht und strich vorbei (56.).

Es wurde also Zeit. Für etwas Würze im Spiel. Für „Maggi“ eben. Ein guter Fernschuss aus 35 Metern von ihm ging knapp drüber (59.), sein schicker Durchstecker zu Simon Windhoff war dafür Gold wert. Ausgerechnet Windhoff, sonst quasi gar nicht auf dem Feld, vollendete mustergültig aus 16 Metern flach in die lange Ecke zum 2:1 (62.). Türkiye, spielerisch kaum wiederzuerkennen im Vergleich zu seinen sonstigen starken Auftritten, drückte nun etwas mehr. Serhat Yapici zog auf, fand Gefallen an Diagonalbällen. Einer erreichte Löw, der seltsamerweise fünf Meter vor dem Tor die Picke zur Hilfe nahm und den Ball verstolperte (70.). Der Junge ist so schnell und so stark, aber ihm fehlt der Abschluss. Welchen Türkiye erneut Magnus Hartwig gewährte. Einen Befreiungsschlag erlief Türkiyes Marcel Dieckmeyer und hatte mindestens fünf Sekunden Zeit, etwas damit anzufangen. Er ließ den Ball aufticken, köpfte zu Tobias Braun zurück, alles in Seelenruhe – und zu kurz! Hartwig sprintete dazwischen und spitzelte die Kugel an Braun vorbei, lief aufs leere Tor und knallte sie rein (74.).

„Jaaaaaaa, Jaaaaaaaa, durch die Mitte, durch die scheiß Mitte!“, jubelte NTSV Co-Trainer Jörg Steinbach, dessen Interview in der Stadionzeitschrift (Auszüge: Was frühstückst du an Spieltagen und warum? „Gebrauchtes Motorenöl. Wegen der Stimme“/Wenn du dir einen Superhelden aussuchen könntest, welcher wärest du dann und warum? „Hellboy, der hat meine Sensibilität“/Was war dein Traumjob als Kind? General, da wird man fürs Brüllen bezahlt.“) hiermit den HAFO-Saison-Legendenpreis erhält. (Einzulösen am Saisonende. Der Schreiber spendiert Steinbach eine Currywurst mit Pommes, um sich diesem Mann mal in entspannter Atmosphäre zu nähern, wenn er gerade nicht seine Spieler zusammenschreit :-) ). Viel mehr passierte nicht mehr. „Maggi“ hatte so langsam seine Lektion gelernt. Und ein paar Türkiye-Spieler forderten einen „Maulkorb“ für Steinbach. Geschenkt, der Mann ist halt eine Attraktion. Oder anders gesagt: Er ruht brüllend in seiner Mitte. Genau in dem Zentrum des Fußball-Geschehens, in dem Magnus Hartwig gefälligst stehen und für den Geschmack des Sieges sorgen soll.

Stimmen:

Max Weiß (Trainer FC Türkiye):
Ich denke nicht, dass wir so schlecht gespielt haben. Natürlich können wir spielerisch viel mehr. Aber wir können aktuell auch kaum trainieren. Nur ein bisschen Laufen. Oder wir trainieren mal eine Stunde hier, mal eine Stunde dort. Weil unsere Plätze gesperrt sind. Wir haben Niendorf mit unseren Fehlern zum Sieg verholfen. Viel haben wir sonst nicht zugelassen. Und wir hatten genug Torchancen. Löw ist dreimal durch. Da fehlt ihm die Konzentration. Die Niederlage hätte nicht sein müssen. Ich bin deswegen sehr enttäuscht. Wir hätten hier sicher einen Punkt mitnehmen können. Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir nicht verloren.

Ali Farhadi (Trainer Niendorfer TSV):
Ab und zu muss man ein bisschen direkter sein als direkt. Meine Jungs können das einschätzen. So eine Aussage wie gegenüber Maggi (siehe Bericht: „Halt die Fresse und spiel die Neun!“) mache ich ungern. Ist gar nicht meine Art. Das muss aber mal sein, wenn das so viel Rumgeeiere ist. Seine Konzentration hatte nachgelassen in dem Moment. Er muss sich nicht überall einschalten. Wir suchen seit einem Vierteljahrhundert einen Neuner in Niendorf. Er hat unglaubliche Qualitäten, ist schnell und ballsicher. Ich glaube, die Jungs gucken zu wenig Bundesliga. Oder sie gucken sie, aber dann durch den Fernseher durch. Da läuft kein Neuner wer weiß wo herum. Robert Lewandowski trifft auch nicht von der Eckfahne. Okay, Thomas Müller läuft als falsche Neun überall rum, aber der ist auch ein Pferd. Der ist so schnell, dass er seine eigenen Flanken in der Mitte selber reinmacht. Wenn Maggi das auch schafft, kann er künftig spielen, wo er will. In der ersten Halbzeit hatten wir Ballverluste en masse, waren nicht zufrieden. Auch das 2:1 machen wir eigentlich aus Fehlern. Am Ende war es trotzdem, wie ich finde, ein hochverdienter Sieg. Weil wir einfach in der Box geiler waren.


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