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07.05.2017
Haase entscheidet historisches Derby von Mirko Schneider




vs.


SV Rugenbergen – SV Halstenbek-Rellingen 5:2 (2:1)

SV Rugenbergen: Waldmann – Beese, Tegeler, Hansen, Düllberg (59. Hallbauer) – Rühmann – von Bastian, Melich, Worthmann (70. Lipski) – Bouveron (72. Lange), Haase
SV Halstenbek-Rellingen: Elfert – Ghadimi-Nouran, Krabbes, Schöttke, Richert (66. Rösler) – Brameier, Sottorf – Batista-Monteiro, Karakaya, Okafor – Jeske (6. Siebert/66. Ernst)
Tore: 0:1 Okafor (9, ohne Vorarbeit), 1:1 Melich (40., Foulelfmeter, Krabbes an Worthmann), 2:1 Worthmann (43., Vorarbeit Bouveron), 3:1 Haase (58., Bouveron), 4:1 Haase (74., Melich), 4:2 Okafor (77., Foulelfmeter, Hansen an Batista Monteiro), 5:2 Haase (79., Hallbauer)
Schiedsrichter: Alexander Teuscher (SC Eilbek): insgesamt ordentliche Leistung, aber den ersten Strafstoß hätte nicht jeder Unparteiische gepfiffen.
Beste Spieler: Bouveron, Haase, Tegeler, Worthmann – Ghadimi Nouran (1. HZ)
Zuschauer: 120.

Wenn es nach einer knappen Stunde Spielzeit einer weiteren Szene bedurft hätte, um das Kräftemessen zwischen dem SV Rugenbergen und der SV Halstenbek-Rellingen sinnbildlich zu beschreiben, dann war es der Moment, in dem dieses ungleiche Derby entschieden wurde. Halstenbek verteidigte abermals vogelwild, Raoul Bouveron flankte – und jetzt kommt es: Pascal Haase, der an seiner Körpergröße gemessen im Kino eine ermäßigte Sitzplatzkarte erflunkern könnte, setzte sich vom langen HR-Abwehrlulatsch Sebastian Krabbes ab und köpfte aus vier Metern zum 3:1 ein (58.). Gut 30 Zentimeter Längenunterschied waren völlig bedeutungslos. „Irgendwo muss ich ja stehen“, rechtfertigte sich Krabbes gegenüber seinen Mitspielern. Am besten natürlich beim Mann. Nur: An Krabbes alleine, der sich nach der Partie offenherzig und ehrlich einem Interview stellte („Wir waren heute grundlegend schlecht. Nicht zweikampfstark, nicht bissig, wir haben alles vermissen lassen, was man im Abstiegskampf braucht“) lag es nicht alleine. Vielmehr bewies Halstenbek-Rellingen heute klipp und klar seine aktuelle Oberligaunwürdigkeit.

Doch warum so viel über HR reden? Obwohl, bleiben wir noch ganz kurz mit den Gästen. Also: Sascha Richerts guter Freistoß aus 25 Metern segelte knapp drüber (11.) und Christian Okafor blockte einen Befreiungsschlag des unglücklichen Jan Düllberg fünf Meter vor dem Bönningstedter Gehäuse ins Netz der Gastgeber zum 0:1 (16.). So, damit sind wir so gut wie fertig mit HR, denn viel mehr kam von der Mannschaft offensiv nicht. Von Rugenbergen allerdings, abgesehen von Bouverons Riesenchance (24./aus acht Metern jagte er den Ball frei vor dem Tor in die Wolken) zunächst auch nicht. Dem Team von Ralf Palapies musste ein umstrittener Elfmeter ins Spiel helfen, dem ein zweifellos recht schöner Spielzug vorausgegangen war. Steven Tegeler verlagerte den Ball vom Zentrum auf die rechte Angriffsseite, Dennis von Bastian flankte direkt in die Mitte, wo weder Krabbes noch Sven Worthmann den Ball erreichten. Beide berührten sich leicht und Worthmann fiel. Schiedsrichter Alexander Teuscher entschied zu Krabbes` Entsetzen („Ich stehe falsch, aber Sven sucht den Kontakt und lässt sich fallen. Das ist albern. Aber unsere Niederlage lag nicht am Schiedsrichter.“) auf Strafstoß. Rugenbergens Kapitän Jan Melich, bis dahin durch zu viele Fehlpässe aufgefallen, verwandelte sicher links unten (40.).

Und ab diesem Zeitpunkt war es ein anderes Spiel. HR, vorher einigermaßen ordentlich, nun nicht mehr wiederzuerkennen. Rugenbergen nahm hingegen den Schwung des Ausgleichs mit. Wunderschöner Angriff, wieder über rechts, Bouveron mit zielgenauem Pass an den langen Pfosten und Worthmann musste diesmal nicht fallen – sondern konnte den Ball direkt aus zwei Metern zum 2:1 in die Maschen hämmern (43.). Die etwas glückliche Pausenführung verdiente sich Rugenbergen nach dem Halbzeit-Tee. Weiterhin lief viel über rechts, die linke Abwehrseite Halstenbeks wirkte, als habe sie in der Pause tonnenweise vom wirklich vorzüglichen Schokoladenkuchen der netten Rugenbergener Damen am Kaffestand genascht. Zunächst schickte Melich, der jetzt immer besser spielte, den überragenden Bouveron und der zirkelte den Ball im zweiten Versuch von der Grundlinie in die Mitte zu Worthmann, dessen Volleygeschoss drüber flog (50.). Dann traf Melich frei vor dem Kasten den Ball nicht richtig, nachdem Rugenbergen abermals über rechts durchgekommen war (56.). Übrigens, wie so häufig in Hälfte zwei, nach einem simplen langen Einwurf. Von so etwas wie einer Tiefenstaffelung haben die HR-Abwehrspieler vermutlich nie gehört.

Dem bereits beschriebenen 3:1 folgte eine Schusschance von Bouveron (63.), der bei seiner Auswechslung sogar ein Extralob des Stadionsprechers („Bouveron geht vom Feld nach einem zweifellos sehr starken Spiel“) und Sprechchöre der Fans einheimste, und bald danach das 4:1 – ein Slapsticktor allererster Güte. Marcel Schöttke führte den Ball 20 Meter vor dem eigenen Tor und spielte ihn völlig unbedrängt von Bastian in die Beine. Von Bastian wieder auf rechts zu Melich, ab in die Mitte zu Haase, Formsache, drin (74.).

Das Elfmetergeschenk zum 4:2 durch Okafor (77.), Broder Hansen holte ungeschickt Sergio Batista Monteiro von den Beinen, konterte Haase auf Zuspiel von Nick Hallbauer locker mit dem 5:2 (79.). Hmmm, von welcher Angriffsseite mochte der Treffer wohl eingeleitet worden sein? Doch dann, was war das? Rugenbergen wurde sich eine Minute vor Schluss untreu! Langer Einwurf bei einem Konter über links und Innenverteidiger Steven Tegeler stand plötzlich, frenetisch von der Seite angefeuert, alleine vor dem Tor. Ein Mann, der den gegnerischen Kasten nur von Standardsituationen oder aus den Erzählungen der offensiven Mannschaftskollegen in der Kabine kennt. Tegeler legte alles in den Schuss – und produzierte einen harmlosen Gewaltroller. Grinsend sprintete er zurück und dann war das Spiel aus.

Hochverdient hatte der SV Rugenbergen dem Kreisrivalen Halstenbek-Rellingen wohl endgültig den Abstieg beschert. An das Wunder, acht Punkte Rückstand mit drei Siegen und zwei Süderelber Niederlagen aufzuholen, mögen Fußball-Esoteriker glauben. Wer einen Hauch Realismus besitzt, der weiß: HR steigt ab. Und das verdient. Während Rugenbergen ebenso verdient eine weitere Saison in der Oberliga verbringen wird. Eine Klasse besser als HR. So wie heute auf dem Spielfeld.


Stimmen:

Heiko Barthel (Trainer SV Halstenbek-Rellingen):
Ich habe das hier übernommen, habe Scheiße gebaut und bin der Abstiegstrainer. Aber was die Truppe hier abliefert, das geht gar nicht. Die fordern und fordern. Die Dusche ist kalt, der Ball ist schlecht, wir trainieren auf Grand – ich höre immer nur Gejammer von allen Seiten. Aber es gibt keinen, der sagt: Heiko, es ist Abstiegskampf, ich haue jetzt mal alles raus. Wir pudern und pudern vom Trainerteam. Aber es kommt nichts an, es wird nichts zurückgezahlt. Ich konnte es nicht mehr richten, aber Charakter und Material dieser Mannschaft sind nicht oberligawürdig. Würden wir noch drinbleiben, wären wir nächstes Jahr Absteiger Nummer eins. (zum NDR-Journalisten, der das Interview federführend führte): Mist, eigentlich wollte ich gar nicht so viel sagen. Das hast du gut gemacht und mir gut entlockt. Aber es ist eben so. Das ist einfach der Frust nach so einem Spiel…

Ralf Palapies (Trainer SV Rugenbergen):
In der ersten Halbzeit war es lange ein lauer Sommerkick. Keine der beiden Mannschaften wurde vor große Probleme gestellt. Wir sind nach vorne ganz gut besetzt, das hat man heute gesehen. Wir definieren uns da aber sehr über die Mannschaft, jeder schießt mal Tore. Heute waren die beiden Vögel (spaßhaft gemeint: Bouveron mit seinen Vorlagen und Haase mit seinen Treffern) mal wieder dran, speziell Hasi mit seinen Dreierpack. Durch unseren Doppelschlag vor der Pause wurde es zur klaren Geschichte. Wenn wir es noch ein bisschen besser ausspielen, haben wir zwei, drei Tore mehr auf dem Konto. Trotzdem bin ich zufrieden und ich denke, die Zuschauer gehen auch mit sieben Toren zufrieden nach Hause. Wenn HR absteigt, würde ich das Derby vermissen. Ich wünsche Halstenbek-Rellingen Alles Gute. Und wenn sie wirklich runter müssen den sofortigen Wiederaufstieg im nächsten Jahr.


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