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19.05.2017
Joachim Dipner, Bollwerk der Vernunft! von Mirko Schneider

Dieses Heimspiel des
Niendorfer TSV
wird präsentiert von
Marcus Scholz


vs.


Niendorfer TSV – FC Süderelbe 4:1 Abbruch (3:0)
Verbandswertung: 4:1 (siehe Ergänzung am Ende des Berichtes)

Niendorfer TSV: Kindler – Benn, Kocadal, Rohweder, Hoeling – Kukuk, Karow (80. Fuchs) – Ehrenberg (75. Nummer 14, stand leider nicht auf dem Hafo ausgehändigten Aufstellungsbogen), Wilhelm, Meyer – Hartwig
FC Süderelbe: Lohmann – Lasko (72. Antwi-Davis), Murtezani, Sobczyk, Greff – Louca, Hartmann – Düzgüner, Jaoudat – Kohpeiß, Sekulic (77. Petrekovic-Loncar)
Tore: 1:0 Karow (12., Vorarbeit Hartwig), 2:0 Kukuk (29., Wilhelm), 3:0 Kukuk (45., direkter Freistoß), 4:0 Karow (57., Hartwig), 4:1 Murtezani (58., Kohpeiß)
Besonderes Vorkommnis: Die Partie wurde zehn Minuten vor dem Spielende wegen eines heftigen Gewitters erst unter- und schließlich abgebrochen
Schiedsrichter: Jorrit Friedrich Eckstein-Staben (SC Wentorf): hatte auf dem Feld alles sicher im Griff und entschied sich korrekterweise für eine Spielpause. Gab dem Gewitter 20 Minuten Zeit, sich zu verziehen. Als es nicht auf ihn hörte, beendete er die Partie in den Katakomben nach Absprache mit den Mannschaften. Handelte somit von A bis Z souverän!
Beste Spieler: Karow, Wilhelm, Hartwig, Hoeling, Kukuk – Kohpeiß
Zuschauer: 60.

Dieser Spielbericht stellt sich einer delikaten Aufgabe. Er ist das Mittel zu einem einzigen Zweck: festzuhalten, was geschehen ist! Das ist wichtiger als sonst. Vielleicht hat nämlich das, was am heutigen Abend am Sachsenweg geschah, stattgefunden und ist gleichsam offiziell nie passiert. Keine Angst, HAFO verzichtet an dieser Stelle auf die feinsinnigen Dialektiker Hegel und Marx, bemüht weder Weltgeist noch historischen Materialismus. Sondern die Spielordnung des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV). Dort heißt es in § 28, Absatz 8 unter „Unverschuldeter Spielabbruch“: „Bricht der Schiedsrichter ein Spiel ab, ohne dass ein Verschulden einer beteiligten Mannschaft oder der beteiligten Vereine vorliegt, so soll das Spiel neu angesetzt werden.“

In solchen Fällen – man denke nur an den Abbruch der Oberligapartie zwischen Wedel und Halstenbek beim Stand von 2:0 nach 85 Minuten am 28. August in dieser Saison aufgrund von zeitweisen Wetterkapriolen – wird ein Wiederholungsspiel (das Wedel übrigens 3:0 gewann) angesetzt. Für die abgebrochene Begegnung gelten in der Wertung am Saisonende die Schlussworte aus der sehr zu empfehlenden Dickens-Verfilmung „Große Erwartungen“ mit Ethan Hawke und Gwyneth Paltrow: „Es war, als ob es nie gewesen wäre. Es gab nur meine Erinnerung daran.“

Doch in diesem speziellen Fall, dem 4:1 des Niendorfer TSV gegen den FC Süderelbe, könnte es anders kommen. Bei „Knight Rider“ kämpften „ein Mann und sein Auto gegen das Unrecht“, beim HFV nun hoffentlich David Hasselhoffs Vertreter der Neuzeit, Spielausschussvorsitzender Joachim Dipner, unter der Maxime „I`ve been looking for freedom (Club Version)“ gegen die Logik der Aktenlage. Konkret: „Ein Mann und sein Ausschuss ignorieren die Spielordnung!“ Fordert jedenfalls HAFO, da die Farce einer Neuansetzung dieser Begegnung nach Saisonschluss, ausgetragen von irgendwelchen Akteuren des Vereins (da die Fußball-Herrenteams irgendwo in der Weltgeschichte feuchtfröhlich feiern greift vielleicht Uetersens alte Idee und die Schachabteilungen werden aktiviert…), sehr überflüssig wäre.

Um Joachim Dipner und seine Leute zu überzeugen, dieses Spiel mit Einverständnis der Vereine so zu werten, wie es gespielt wurde (vielleicht findet sich ja irgendwo eine geheime Regel) und als Bollwerk der Vernunft in die Annalen der Oberliga-Spielzeit einzugehen, geben wir nun noch einen exklusiven Einblick in die 80 Minuten, die aber so was von unbedingt stattgefunden haben, so wahr der Schreiber dieser Zeilen und 59 weitere Fußballfreundinnen und Fußballfreunde (Schade, dass Peter Kraft bei Vicky aufhört) im strömenden Regen standen.

Pünktlich mit dem Auflaufen der Mannschaften fing es am Sachsenweg zu gießen an. Was Niendorfs Manager Carsten Wittiber nicht davon abhielt, Dauerbrenner Özden Kocadal (nach 255 Oberligaspielen für Niendorf) und Jungspund Christian Rohweder (geht mit seiner Freundin auf Rucksack-Weltreise) herzlich zu verabschieden. Kocadal wollte im Gegenzug Wittiber gleich jubeln lassen, traf nach einer eigentlich schwachen Ecke von rechts aber nur den Außenpfosten (6.). Bald darauf die Führung nach einem perfekten Rollentausch: Stürmer Markus Hartwig schickte Sechser Marvin Karow über links in den Strafraum und der clevere Defensivspezialist streichelte den Ball charmant mit der Fußspitze an Dennis Lohmann vorbei in die lange Ecke zum 1:0 (12.). Malte Wilhelm prüfte unmittelbar danach Lohmann mit einem Distanzschuss, den dieser auf dem glitschigen Rasen mühevoll zur Ecke lenkte (13.).

Die Gäste, bis dahin im fußballerischen Tiefschlaf dahindämmernd, meldeten sich nach geschlagenen 24 Minuten das erste Mal offensiv zu Wort. Einen Ballverlust von Pascal Ehrenberg nutzten Samuel Louca und Klaas Kohpeiß zu einem schicken Doppelpass, Louca bediente Lennart Sekulic in der Mitte, welcher den Ball geschickt mit der Hacke an Marcel Kindler vorbeizog, doch Karow rettete in höchster Not (24.). Auf der anderen Seite zirkelte der heute endlich mal wieder sein Potenzial zeigende Wilhelm einen Freistoß aus 25 Metern knapp über Mauer und Gebälk (25.) – und war bald darauf beteiligt am kuriosen zweiten Niendorfer Treffer. Traumkonter über links, eingeleitet von Arnold Hoeling, Hartwig in die Mitte auf Nico Kukuk, der zu Wilhelm, geblockt von einem FCS-Akteur, Situation vorbei? Denkste! Den Abpraller nahm Kukuk als Dropkick aus halbrechter Position und knallte den Ball flach rechts unten rein. Super, dieses 2:0! (29.). Es verlieh Kukuk gleich so viel Selbstvertrauen, dass er einen Freistoß aus 27 Metern mit dem Pausenpfiff elegant und mit Schmackes über die Mauer in seine rechte Lieblingsecke knallte (45.). Das 3:0 ging für die in allen Belangen überlegenen Gastgeber auch in der Höhe in Ordnung.

Die zweite Hälfte sah etwas aktivere Gäste, doch die fetten Chancen blieben zunächst weiter dem NTSV vorbehalten. Wilhelm justierte seinen Versuch frei auf Lohmann zulaufend zu hoch an (54.), besser machte es Karow mit einem unglaublichen Wuchtbrummi direkt aus über 30 Metern in den Winkel. Da konnte der FCS-Keeper nur staunen und den Ball zum vierten Mal aus dem Netz holen (57.). Im Anschluss an eine Ecke jubelten dann auch endlich mal die Gäste. Kohpeiß` Kopfball wäre wahrscheinlich eh drin gewesen, der hinten überforderte Blerim Murtezani stupste den Ball zur Sicherheit per Spreizschritt über die Linie (58.). Ein ordentlicher Kohpeiß-Distanzschuss (59.) und Kukus Schuss frei vor der Kiste über dieselbige waren die letzte Ausbeute auf dem Notizzettel (74.), während Regen, Donner und Blitze näher und näher kamen – und schließlich den folgerichtigen Abbruch provozierten.

Bis dahin wurden die Leute bestens unterhalten. Und Niendorf verdiente sich diese Punkte durch eine starke Leistung. Sagten auch die Gäste. Unumstößliche Tatsachen, die – da sind wir jetzt einfach mal optimistisch – der Spielausschuss angemessen würdigen wird. Danke im Voraus!


Nachtrag (23.05.2017):
Der Spielausschuss hat auf Antrag der beiden Vereine am 23.05.2017 entschieden, das Spiel mit 4:1 zu werten (siehe hierzu auch Info ganz am Ende des Berichtes).


Stimmen:

Markus Walek (Trainer FC Süderelbe):
Wir haben über eine Stunde aus dem Süden Hamburgs hierher gebraucht. Ist schon recht weit hierhin. Ich weiß nicht, was der Verband jetzt macht. Bei uns sind einige Jungs im Urlaub, ich fliege Mittwoch nach London. Grundsätzlich wäre eine Neuansetzung schon bitter. Wir könnten uns zwar ein besseres Resultat herausspielen, aber Niendorf hat heute eine hervorragende erste Halbzeit gespielt. Wir hatten da einen rabenschwarzen Tag und waren gar nicht da. In der zweiten Hälfte haben wir es vermasselt, die Tore zu machen. Da hatten wir einige Situationen. Niendorfs verdienten Sieg erkennen wir natürlich an. Müssen wir wiederkommen, werden wir das irgendwie hier noch mal austragen. Insgesamt sind wir froh über den Klassenerhalt. Wir haben dieses Ziel erreicht und daran hat nicht nur die Mannschat ihren Anteil oder ich, sondern auch mein Vorgänger Olaf Lakämper.

Ali Farhadi (Trainer Niendorfer TSV):
Ich gehe von einer 4:1-Wertung aus. Der Schiedsrichter sagte uns, der Verband wird es entscheiden. Ich mache mir da aber eigentlich keine Sorgen. Kommt es anders, wird es krass. Montag ist bei uns die letzte Einheit – und ab Dienstag sind so gut wie alle meine Spieler in Urlaub. Heute ging es für uns ums Prestige, nicht in der Abschlusstabelle den ersten Nichtabstiegsplatz zu belegen. Die Jungs waren dynamisch, haben das gut angenommen und schöne Tore erzielt. Hätten wir immer so gespielt wie heute, hätten wir besser dastehen können. Die Saison war sehr anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht. Wir hatten teilweise bis zu 14 Verletzte, das war schwierig. Aber wir haben nie groß drüber geredet. Von der Platzierung bin ich leicht enttäuscht, aber ich bin auch stolz auf diese Mannschaft. Sie hat sich aus schwierigen Situationen selbst herausgespielt und die Klasse aus eigener Kraft gehalten. Stolz bin ich auch auf unsere Jugendarbeit, wir haben wieder vielen Jungs Spielpraxis geben können. Die Durchlässigkeit bei uns ist die stärkste in der Oberliga Hamburg – und das wird sich nicht ändern, solange ich hier Trainer bin.


23.05.2017: Der Spielausschuss des HFV gibt bekannt
Betr. abgebrochene Spiele vom Freitag, 19.5.2017:
Die Spiele, für die entsprechende Anträge vorlagen, wurden entsprechend des Spielstands bei Abbruch gewertet. Die restlichen abgebrochenen Spiele wurden neu angesetzt, da keine entsprechenden Anträge vorlagen. Für diese Spiele kann nach Einigung beider beteiligten Mannschaften die Wertung wie bei Abbruch bis einschließlich 23.5.17 beim HFV beantragt werden. Gebühren fallen nicht an. Diese Verwaltungsentscheidung beruht auf Paragraph 4 (2) der Rechts- und Verfahrensordnung des HFV.


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