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11.03.2018
Erster Sieg nach 45 Jahren: Wedeler Notelf schafft Historisches von Andreas Killat


präsentiert:


vs.


SC Condor – Wedeler TSV 3:4 (2:1)

SC Condor: Kleinschmidt – Jozic (56. Daudert), Körner, Niederstadt, Künkel – Klammer, Mellmann – Martens, Iscan, Blunck (46. Theis) – Weiser (58. Kossowski)
Wedeler TSV: Steen – Najjar, Wilckens, Dirksen, Galke – Jan Eggers – Moslehe, Eibl (41. Rörström), Steinecke – Jeske (75. Richter), Agyemang
Tore: 1:0 Niederstadt (11.), 1:1 Agyemang (18.), 2:1 Weiser (35.), 2:2 Jeske (57.), 2:3 Jan Eggers (81., FE), 2:4 Richter (87.), 3:4 Kossowski (89.)
Schiedsrichter: Florian Pötter (FC Voran Ohe): Zweimal leitete er bisher in dieser Saison Partien des SC Condor. Beide Male gab es Niederlagen (1:2 bei Teutonia, 0:4 in Sasel), mehrere Rote Karten (2x Rot, 1x Gelb-Rot) und viele strittige Entscheidungen gegen die Raubvögel. Bis auf die Niederlage war das heute anders. Pfiff insgesamt sehr ordentlich, auch wenn vor dem 1:0 zwei Bälle (nach zwei Einwürfen an unterschiedlichen Stellen) im Spiel waren. Beim Elfmeter für Wedel (plötzlich lag Agyemang am Boden) gab es keine Proteste der Hausherren.
Beste Spieler: Weiser, Niederstadt – Agyemang, Moslehe, Najjar, Eggers
Zuschauer: 150 Zahlende (insgesamt rd. 200)

„Heute ist ein guter Tag um Geschichte zu schreiben“ – mit diesem Banner machten sich die Bayern-Fans im Mai 2001 vor dem Champions-League-Finale unsterblich ( http://www.sueddeutsche.de/sport/endspiele-mit-deutscher-beteiligung-vom-jahrhunderttor-zum-drama-dahoam-1.1678311-12). Wedels Trainer Jörn „Krümel“ Großkopf benutzte heute in der Ansprache an die Mannschaft vor dem Spiel ganz ähnliche Worte. Denn der WTSV hatte sagenhafte 45 Jahre (!) nicht mehr beim SC Condor gewonnen (0-2-11). Der letzte Sieg datierte vom 11. März 1973 (siehe „Statistik“ am Ende des Berichtes). Genau. 11. März! Heute! „Das haben wir tatsächlich in der Kabine thematisiert, dass wir heute die Geschichte wiederholen können“, so Großkopf nach der Partie.

Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als gut. Die Gäste reisten nur mit einem 14-Mann-Kader an, darunter mit Marco Schabacker ein 43jähriger Haudegen aus einer anderen (Fußball-)Zeit. Gleich acht wichtige Spieler fehlten wegen Urlaub, Studienreise, Sperre, Verletzungen oder Krankheit (u.a. Ganitis, Jorma Eggers, Hayran, Gomoll, Mahnke und Vollmer). „Aber bei uns lief es auch nicht gerade rund“, so SCC-Coach Christian Woike, der unter der Woche wegen grassierender Grippewelle nur eine magere Trainingsbeteiligung zu verzeichnen hatte.

Trotz allem (oder gerade deswegen?) war bei bestem Fußballwetter (Sonne, 14 Grad) ein Spektakel zu erwarten. Denn wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen, sind Tore garantiert (Hinspiel 5:3, letzte Saison 2x 4:3). Das sollte sich auch heute bewahrheiten. Die ganz in weiß gekleideten Gäste (Condor hatte sich überraschend für schwarz entschieden) erwischten den deutlich besseren Start, überzeugten vor allem mit spielerischen Lösungen und ließen Ball und Gegner laufen. Das sah richtig gut aus. Brachte zunächst nur nichts ein.

Ebenso glücklich wie kurios die Führung für die Hausherren: Nach einem Wedeler Pass ins Aus führten zwei (!) Condor-Akteure (ca. 25 Meter voneinander entfernt) gleichzeitig einen Einwurf aus. Beide Bälle waren im Spiel. Einmal in der Hälfte des SCC, wo es einen kurzen Zweikampf um den Ball gab (bevor er schnell ins Aus geschossen wurde), und der andere Ball lief Richtung WTSV-Tor und verursachte eine Ecke. Die präzise Hereingabe von Gökhan Iscan schädelte Ken Niederstadt zum 1:0 in den Giebel (11.).

Großkopf tobte an der Seitenlinie! „Schiri, siehst Du das nicht? Da waren zwei Bälle im Spiel. Das sehen alle. Das geht nicht. Das muss unterbrochen werden“. Doch Referee Florian Pötter, im bisherigen Saisonverlauf nicht gerade ein Condor-Freund, antwortete nur: „Habe ich auch gesehen“. Ob dies wirklich regelkonform ist, darf bezweifelt werden. Denn beide Bälle waren im „Kampf“ (nicht nur versehentlich reingerollt).

Doch offenbar brauchten die Elbkicker diesen Weckruf. Nach einem Fehlpass von Jannick Martens, der heute weit unter seinen Möglichkeiten blieb (sein Vater entschuldigte dies mit einer Pollenallergie), spielte Kapitän Jan Eggers die Kugel mit einem tollen 40-Meter-Pass auf Tim Jeske, der für Marlo Steinecke auflegte. Aber dessen Knaller aus 14 Metern konnte Keeper Sascha Kleinschmidt entschärfen (15.). Ohne Chance war er dann drei Minuten später. Nach einer kurz ausgeführten Ecke („Einstudiert“, so Sportchef Frank Ockens) war es wieder Eggers mit einem herrlichen Flankenball auf den zweiten Pfosten, wo „Oldie“ Eric Agyemang zum König der Lüfte wurde und unter die Latte zum Ausgleich einköpfte (18.).

Und die Gäste weiter im Vorwärtsgang, während die Gastgeber viel zu passiv wirkten und bei der Balleroberung meist nur zweiter Sieger blieben. Aber weder Najjar (31.), noch Moslehe (32.) konnten die optische Überlegenheit in Tore ummünzen. Im Gegenteil: Wieder schlug Condor gnadenlos effektiv zu: Iscan mit einem Abwehrball am eigenen Strafraum Richtung Mittelkreis, wo sich Nico Weiser die Kugel schnappt und über 50 Meter ungestört übers Feld marschiert! Was für ein groteskes „Abwehrverhalten“ der Gäste, die Weiser nur eskortierten. „Da muss einer aus der Kette raus und die Szene schon im Mittelfeld unterbinden“, schimpfte Großkopf. Aber dafür fühlte sich offensichtlich niemand zuständig, so dass „NW23“ aus 15 Metern mit links ins lange Eck zum 2:1 traf (35.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Martens aus spitzem Winkel sogar noch die Chance zum dritten Treffer, doch Steen machte die Ecke zu (44.).

Die erste Viertelstunde nach dem Seitenwechsel war geprägt von Verletzungen und Unterbrechungen, ein „Spiel“ kam nun gar nicht mehr zu Stande. Besonders bitter erwischte es die Raubvögel, die Rene Jozic (Oberschenkel) und Nico Weiser (Knie) gleichzeitig (!) in der 56. Minute verloren. Insbesondere bei Weiser muss man sich leider große Sorgen machen, da er starke Schmerzen im am Kreuzband operierten Knie hat und nicht auftreten konnte. Gute Besserung! Für Woike und Smith machte dies die nächste taktische Umstellung („Auf vier Positionen“) erforderlich. Und zunächst wurde nur Till Daudert eingewechselt, fast zwei Minuten agierten die Hausherren freiwillig in Unterzahl (Woike: „Wir mussten tatsächlich erst überlegen, wie wir das nun lösen“).

Diese „Unsortiertheit“ (taktische Umstellungen) gepaart mit der Unterzahl machte sich Wedel eiskalt zu Nutze. Moslehe mit feinem Zuspiel auf Agyemang, der quasi ohne Gegenspieler unbedrängt von halblinks abziehen kann. Kleinschmidt bekommt zwar noch die Hände dran, aber den Abpraller staubt Jeske aus drei Metern zum 2:2 ab (57.). Und weil aller guten Dinge Drei sind, war Eric „Ackermann“ (Insider) auch am dritten Treffer beteiligt. Denn plötzlich lag der Ex-Torschützenkönig im Strafraum am Boden und Schiri Pötter pfiff Elfmeter (Körner soll "EA" gehalten/geklammert/gezogen haben)! Kurios: Wedel hatte gar keinen Strafstoß gefordert – und Condor protestierte nach dem Pfiff nicht dagegen. Eggers schnappte sich die Kugel und produzierte eher eine gefühlte Rückgabe. Mit wenig Tempo fast mittig aufs Tor (wie HSV-Kostic gegen Mainz) – doch unter Kleinschmidt hindurch trudelte das Leder ins Netz (81.).

Zwei Rückstände egalisiert und nun selbst in Führung. Das geht beim WTSV nur selten gut. Doch heute war Condor nicht mehr in der Lage zu antworten. Stattdessen gab es die vermeidliche Vorentscheidung. Wieder Najjar mit einem starken Ball in die Spitze (oder doch nur ein Befreiungsschlag?) und der eingewechselte Marcus Richter vollendet gekonnt zum 2:4 (87.). Aber weil es zuletzt immer mindestens 4:3 (oder 5:3) hieß, machte Wedel hinten nochmal auf. Mike Theis nutzte die Freiheiten über die rechte Seite und legte schön quer für André Kossowski, der aus vier Metern zum Anschlusstreffer traf (89.). Doch trotz vier Minuten Nachspielzeit musste Wedel nicht mehr zittern, die Hausherren heute (trotz dreier Tore) vorne mit zu wenig gelungenen Aktionen.

„Wir müssen uns der Situation stellen. Wir haben nur 23 Punkte, viele Verletzte und spielen jetzt viermal in Folge auswärts“, blickte Woike, der vom Wedeler Sportchef vor dem Anpfiff ein gerahmtes Foto eines Ockens-Fans am Bierwagen (!) als Präsent überreicht bekam (siehe Foto), schon sorgenvoll in die Zukunft.


Nette Geste: Frank Ockens (r.) übergibt ein Abschiedsgeschenk an Christian Woike. Jörn Großkopf (m.) erlaubt sich derweil einen Scherz.

Stimmen:

Jörn Großkopf (Trainer Wedeler TSV):
Vorab möchte ich mich von Christian Woike verabschieden. Es wird sehr ungewohnt sein, künftig hier zu spielen und Crille nicht außerhalb (!) der Coachingzone zu sehen. Es war immer ein sehr angenehmes Miteinander. Es ist ähnlich wie bei Curslack mit Torsten Henke: Uns verlässt ein guter Kerl und guter Trainer. Alles Gute und viel Erfolg.
Sieben Tore – das kennen wir ja schon. Es war unser erster Sieg seit 45 Jahren. Das haben wir natürlich vor dem Spiel in der Ansprache genutzt. Mich freut es vor allem für die Mannschaft, weil wir heute wirklich mit dem allerletzten Aufgebot angetreten sind. Alle haben ihr Bestes gegeben und unser Plan ist größtenteils aufgegangen. Es spricht für die Mannschaft, dass wir nach zwei Rückständen zurückgekommen sind. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, haben wir verdient gewonnen. Wir wollten auf keinen Fall unten mit reinrutschen, von daher war das ein ganz wichtiger Sieg heute.

Christian Woike (Trainer SC Condor):
Vielen Dank für die persönliche Worte, Krümel. Auch für mich wird es komisch sein, Dich künftig nicht mehr als Trainerkollegen begrüßen zu können. Aber die Spiele gegen Wedel werden ich mir auch in Zukunft auf jeden Fall angucken. Mal schauen, ob Femi (Olufemi Smith) den Toreschnitt halten kann.
Ich habe auch Wedel als verdienten Sieger gesehen, die waren von der ersten Minute an die bessere Mannschaft. Wir sind zwar überraschend in Führung gegangen, hatten aber zu keinem Zeitpunkt Kontrolle über das Spiel. In den letzten drei Partien haben wir insgesamt fünf gute Halbzeiten gespielt – daran haben wir heute nicht annähernd anknüpfen können. Besonders in der ersten Halbzeit haben wir katastrophal gegen den Ball gearbeitet. Trotzdem gehen wir mit 2:1 in die Pause, doch Sicherheit hat uns das nicht gegeben. Die beiden Verletzungen direkt nach der Pause haben uns aus dem Tritt gebracht. Es fehlten Bissigkeit und Griffigkeit, dafür haben wir heute die Quittung bekommen. Kummer macht mir die Verletzung von Nico Weiser, der über große Schmerzen im operierten Knie (Kreuzbandriss) geklagt hat. Das wäre äußerst bitter.

Statistik:
Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1957): 29 Spiele: 17 Siege, 4 Remis, 8 Niederlagen, 69:49 Tore

1972/73: 1:2 / 0:7 Amateurliga Hammonia (= LL)
1973/74: 2:1 / 0:3 Amateurliga Hammonia
1974/75: 4:1 / 1:2 Amateurliga Hammonia
1997/98: 1:1 / 3:3 Verbandsliga Hamburg
1998/99: 5:0 / 1:3 Verbandsliga Hamburg
1999/00: 2:1 / 1:0 Verbandsliga Hamburg
2001/02: 4:1 / 5:2 Verbandsliga Hamburg
2002/03: 0:0 / 6:2 Verbandsliga Hamburg
2004/05: 4:0 / 0:3 Verbandsliga Hamburg
2005/06: 2:0 / 1:1 Verbandsliga Hamburg
2006/07: 4:0 / 3:1 Hamburg-Liga
2009/10: 2:1 / 1:4 Oberliga Hamburg
2010/11: 4:0 / 1:0 Oberliga Hamburg
2016/17: 4:3 / 4:3 Oberliga Hamburg
2017/18: 3:4 / 5:3 Oberliga Hamburg


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