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29.07.2018
"Bohne" rettet den Sieg -Tolles Offensivspektakel am Sachsenweg von Andreas Killat


präsentiert:


vs.


Niendorfer TSV – SC Victoria 3:2 (1:1)

Niendorfer TSV: Kindler – Benn, Krüger, Doege, Brückner – Karow – Fernandes (90.+4 Agdan), Ercetin, Wilhelm (88. Jodeit), Streubier (84. Utcke) – Hartwig
SC Victoria: Lohmann – Petzschke, Siemsen, Kämpfer – von Appen (90.+2 Wohlers), Ernst, M. Bergmann, Richter (61. Kohpeiß) – Segedi (85. Sawicki), D. Bergmann, Schmid
Tore: 0:1 Siemsen (13.), 1:1 Wilhelm (29.), 2:1 Ercetin (72.), 2:2 D. Bergmann (78., FE), 3:2 Hartwig (90.+1)
Schiedsrichter: Alexander Teuscher (SC Eilbek): Gestern die ganze Nacht im Krankenhaus und heute voller Stolz und mit Vaterfreuden auf dem Platz: Glückwunsch zur Geburt des Sohnes Valentin (gestern 23.10 Uhr)! Da vergaß er sogar glatt die Trinkpause in der ersten Hälfte. Der Elfmeter war berechtigt, auch ansonsten in dieser intensiven Partie ein Spielleiter mit viel Übersicht. Ließ sich von den Kommentaren von beiden Trainerbänken nicht beeindrucken. Gut!
Beste Spieler: Hartwig, Streubier, Wilhelm, Kindler – Schmid, D.+ M. Bergmann, Petzschke
Zuschauer: 150

Was für ein packendes Spitzenspiel am Sachsenweg! Trotz brütender Hitze gaben beide Teams über das ganze Spiel gesehen Vollgas, waren mit Herz und Leidenschaft dabei und boten den Zuschauern ein echtes Spektakel mit jeder Menge tollen Toren! Ein echter Hochgenuss für den Amateurfußball – und das schon zum Saisonauftakt.

Bei den Gästen fehlten zwar diverse Stammspieler (u.a. Branco, Borck, Schuhmann, Strömer, Aydin), doch die elf, die heute auf dem Platz standen, waren gewiss nicht schlechter. Vom Anpfiff weg stürmten die Blau-Gelben über den Kunstrasen. Fast so, als ob es kein morgen geben würde. Niendorf wusste gar nicht, wie ihnen geschah. Mit so einem Dauerpressing bei gefühlt 40 Grad hatten sie nicht gerechnet und bekamen 25 Minuten lang keine Luft zum Atmen. Schon nach 100 Sekunden die erste hundertprozentige Torchance, als Nil von Appen nach einem langen Ball aus der Abwehr alleine auf Keeper Marcel Kindler zuläuft. Vielleicht war es die furchterregend (schlechte) Gesichtsmaske, die den Vicky-Akteur kurz ablenkte? Jedenfalls konnte der nach einem Nasenbeinbruch noch gehandicapte Kindler mit einer Glanztat retten, bevor Kapitän Adam Benn den trudelnden Ball endgültig zur Ecke drosch (2.).

Für die hochverdiente Führung musste dann eine Standard-Situation herhalten: Ecke Dennis Bergmann, die von Appen am ersten Pfosten auf Yannick Siemsen verlängert. Der steht völlig blank und schickt die Kugel mit einem langen Bein zum 0:1 über die Linie (13.). „Danach wollten wir das Spiel kontrollieren“, so SCV-Coach Jean-Pierre Richter, „doch leider haben wir den Zugriff verloren“. Das extrem hohe Anfangstempo konnte natürlich nicht durchgehend beibehalten werden. Und so fanden die Hausherren mit zunehmender Dauer immer besser ins Spiel. „Am Anfang haben wir gegen das Pressing keine Lösungen gefunden, dann aber doch immer mehr Räume für uns entdeckt, in die wir auch gut hineingekommen sind“, analysierte NTSV-Coach Ali Farhadi zutreffend.

Einen Freistoß von Malte Wilhelm verpasste Adam Benn nur knapp (27.), aber der Ausgleich fiel trotzdem: Nach einem Zuspiel von Magnus Hartwig „spaziert“ Wilhelm mit einem tollen Solo-Dribbling an der rechten Grundlinie entlang, zieht dann nach innen und schiebt den Ball mit links ins lange Eck zum 1:1 (29.). Überragend! Nur fünf Minuten später eine fast identische Szene: Auf Zuspiel von Dario Streubier „tanzt“ Wilhelm diesmal an der linken Grundlinie Richtung Vicky-Gehäuse, doch seinen Schuss aus spitzem Winkel pariert Keeper Dennis Lohmann zur Ecke (34.).

Toller Fußball schon bis zum Halbzeitpfiff, doch nach dem Seitenwechsel wurde es sogar noch besser (und dramatischer)! Diesmal sind es die Gastgeber, die alleine aufs Tor zusteuern und die hundertprozentige Chance zur Führung haben: von Appen spielt seinen geplanten Rückpass genau „Maggi“ Hartwig in die Füße. Der zieht los und steht völlig frei vorm Kasten, scheitert aber an Lohmann. Und auch den Abpraller setzt „MPH“ nur ans Außennetz (51.). Verrückt! Aber nur der Anfang einer wilden Fahrt im zweiten Durchgang.

Streubier marschiert stark über links, legt dann mit Auge zurück in den Rückraum auf Mustafa Ercetin. Der nimmt das Leder eigentlich schulbuchmäßig, doch sein Schuss aus 14 Metern streicht um wenige Zentimeter am Gehäuse vorbei (55.). Puh! Kurz die Seite gewechselt - und weiter geht’s. Vicky kommt zurück ins Match: Dennis Richter lässt aus 15 Metern halblinker Position einen Strahl los – seinen „Hammer“ kann Kindler (in der zweiten Hälfte übrigens ohne Maske: „Die hat mich nur gestört“) nur von seiner Brust an die Latte (!) abprallen lassen. Die Querstangen-Retoure landet bei Julian Schmid, dessen Kopfball aus nächster Nähe pariert Kindler sensationell mit einem Reflex – und auch im dritten Anlauf fällt kein Treffer, als Luca Ernst an Kindlers Schulter (und von dort erneut an die Latte) scheitert (58.). Was für eine Dreifachchance! Wahnsinn!

Nun hatte der Rekordmeister Oberwasser – und wieder rettet Aluminium für Niendorf, als der 20-Meter-Freistoß von Mirco Bergmann an den linken Pfosten knallt (65.). Trink- und Verschnaufpause (66.), diesmal hat Schiri Teuscher sie nicht vergessen (im ersten Durchgang ließ er ohne durchspielen). Für den NTSV genau zur richtigen Zeit, denn nach einer kurzen taktischen Neuausrichtung (für die die Trinkpause eigentlich nicht genutzt werden soll/darf) ging die Farhadi-Elf mit einem genialen Schachzug in Führung: Einen Freistoß aus 18 Metern zentral vor dem Tor legt Wilhelm zur Überraschung der SCV-Abwehr flach links an der Mauer vorbei. Ercetin läuft im richtigen Moment in den freien Raum, steht völlig alleine vor Lohmann und trifft ins lange Eck zum 2:1 (72.)! Riesenjubel auf der NTSV-Bank – doch zu früh gefreut. Diese Partie hatte immer eine neue Wendung parat.

Nach einer Ecke von Bergmann rettet Adam Benn mit einer Art „Volleyball-Pritsche“ auf der Linie, doch der Pfiff von Schiri Teuscher blieb aus und das Spiel läuft weiter. Klaas Kohpeiß reagiert am schnellsten, schnappt sich das Leder und will gerade abziehen, als Tim Krüger ihn zu Fall bringt. Klare Sache: Elfmeter (74.). Doch bevor der ausgeführt werden kann, muss Kindler lange vier Minuten lang (!) behandelt werden. Er war bei der vorangegangenen Ecke unter dem Ball durchgetaucht und schmerzhaft mit einem Gegenspieler zusammengerasselt. Dennis Bergmann jedenfalls ließ sich trotz der langen Wartezeit nicht aus der Ruhe bringen und vollstreckte eiskalt flach unten rechts zum 2:2 (78.).

Nun muss es aber gut sein, dachten viele Zuschauer. Diese Hitze, dieses Tempo, diese Dramaturgie mit den vier Toren – da könnten die Mannschaften die letzten zehn Minuten doch in Ruhe ausklingen lassen! Au contraire!

Denn nun wurde es nochmal richtig wild. Insgesamt fünf Auswechslungen in den letzten Spielminuten, wobei insbesondere Niendorf mit Kilian Utcke und Lion Jodeit zwei weitere Offensivkräfte brachte. Und dieser Mut wurde belohnt! Doch zunächst galt es eine Schrecksekunde zu verarbeiten: Der gerade zehn Sekunden (!) auf dem Platz stehende Elias Sawicki wird von Siemsen bedient und zieht unvermittelt aus 20 Metern ab. Das 200-km/h-Geschoss kann Kindler gerade noch so mit den Fäusten parieren (86.). Hier war was los!

Nun war wieder Niendorf dran: Jodeit mit einem Zuckerpass auf Utcke (also die beiden neuen Kräfte im Duett), der kann sich eigentlich die Ecke aussuchen, scheitert aber an Lohmann (90.). Reguläre Spielzeit abgelaufen. Doch diverse Wechsel, die Trinkpause und die lange Verletzungspause von Kindler sorgen für eine achtminütige (!) Nachspielzeit. Zuschlag vom Feinsten! Kommen sie alle her, hier wird was geboten!

Beide Teams setzen weiter voll auf Sieg! Von Verschnaufpause trotz unmenschlicher Temperaturen keine Spur. Niendorfs prominenter Neuzugang Daniel „Bohne“ Brückner, bis dahin fast gar nicht auf dem Platz wahrzunehmen, bekommt von Jodeit das Leder mit einem herrlichen Seitenwechsel serviert. Der Ex-Profi schlägt einen halbhohen Ball in den Sechzehner auf Hartwig, der das Spielgerät gekonnt und sehenswert aus der Luft runterpflückt und mit links zum 3:2 in die Maschen trifft (90.+1). Vollalarm am Sachsenweg! Unglaubliche Jubelbilder!

Aber Vicky gab nicht auf. Waren ja noch sieben Minuten. Langer Ball in den Strafraum, Siemsen setzt sich am Fünfmetereck zweikampfstark durch und kommt aus vier Metern frei zum Schuss: Unglaublich, Kindler hält (90.+5). „Jonny“ Richter drehte fast durch auf der Bank – und musste sogar noch eine viel unfassbarere Szene verkraften: Schmid zieht aus 17 Metern ab, Kindler zeigt keine Reaktion und ist geschlagen (90.+6) – da taucht plötzlich „Bohne“ auf und rettet via Kopfballabwehr kurz vor der Linie den Sieg (der Ball wäre sonst wunderschön im Giebel eingeschlagen). Was für eine Dramaturgie! Respekt an beide Mannschaften für diese Leistung!

Und für Matchwinner „Bohne Brückner“ hatte Ali Farhadi noch ein paar besondere Worte parat: „Alle denken, das ist ein Ex-Profi, den stellst Du vorne rein und der macht 10 Tore. Aber so ist es nicht. Er ist bei uns Linksverteidiger und stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft. Das ist Wahnsinn. Ich bin stolz darauf, dass er sich hier so einbringt“.

Was für ein geiler Fußballtag. Fortsetzung folgt nächsten Sonntag auf der „AJK“, wenn der NTSV zu Gast in Altona ist.

Stimmen:

Jean-Pierre Richter (Trainer SC Victoria):
Das Ergebnis gefällt mir natürlich überhaupt nicht. Nach so einem intensiven Spiel ohne Punkte dazustehen ist schon bitter. Beide Mannschaften haben Leidenschaft gezeigt und bewiesen, dass sie willig sind, oben mitzuspielen. Aber drei Gegentore – das geht gar nicht. Wir haben eigentlich ganz gezielt daran gearbeitet uns defensiv zu stabilisieren – und dann drei solche Gegentore. Nach der guten Anfangsphase haben wir zunehmend den Zugriff verloren, aber nach der Halbzeit lief es wieder zu unseren Gunsten. Erst die Dreifachchance und dann der Pfostenknaller – das muss zwingender von uns sein. Da müssen wir in Führung gehen. Und dann kriegst Du wieder so ein blödes Gegentor. Da hat man gesehen, dass uns ein paar erfahrene Leute gefehlt haben. Wir hatten zweimal das Momentum auf unserer Seite: Erst das 1:0 und dann das 2:2. Trotzdem stehen wir mit leeren Händen da. In der Nachspielzeit hinten so eine Lücke zu lassen, das ist einfach unclever. Genau darauf hatte Niendorf gelauert. Da hat uns Niendorf voll auf die Fresse gehauen.

Ali Farhadi (Trainer Niendorfer TSV):
Wir hatten uns so auf dieses Spiel gefreut, denn es ist einfach cool, sich gleich mit einem Gegner zu duellieren, der ähnliche Ziele hat wie wir. Aber die ersten 20 Minuten waren einfach nicht gut. Doch trotz des 0:1-Rückstandes war ich mir sicher, dass wir auf jeden Fall noch gewinnen. Ich hatte einfach ein gutes Gefühl. Wir sind immer besser reingekommen und haben immer mehr Räume gefunden. Auch nach dem berechtigten Elfmeter waren wir nicht mit einem Unentschieden zufrieden. Das rechne ich den Jungs hoch an. Wir wollen immer klare Kante und auf Sieg spielen. Die offensiven Wechsel kurz vor Schluss haben das auch signalisiert. Auch Vicky hat auf Sieg gespielt, aber das Momentum war auf unserer Seite. Meine Mannschaft hat auch bei dieser Hitze das Zeug dazu, so ein Spiel abzuliefern. Wir wollen definitiv ganz oben mitspielen. Nach fünf Jahren Dassendorf ist mal ein anderer dran. Und den Pokal möchten wir natürlich auch gerne gewinnen (lacht).

Statistik:
Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit Vereinsgründung 1919): 25 Spiele: 3 Siege, 6 Remis, 16 Niederlagen, 30:56 Tore

1968/69: 0:1 / 0:3 Landesliga Hammonia
2005/06: 1:1 / 3:5 Verbandsliga Hamburg
2006/07: 1:4 / 1:3 Hamburg-Liga

2007/08: 0:2 / 1:1 Hamburg-Liga

2008/09: 2:3 / 0:2 Oberliga Hamburg
2009/10: 1:1 / 0:1 Oberliga Hamburg
2010/11: 3:3 / 0:2 Oberliga Hamburg
2011/12: 1:1 / 2:4 Oberliga Hamburg

2014/15: 3:1 / 1:5 Oberliga Hamburg
2015/16: 1:1 / 1:2 Oberliga Hamburg

2016/17: 1:2 / 2:4 Oberliga Hamburg
2017/18: 1:2 / 1:0 Oberliga Hamburg
2018/19: 3:2 / --- Oberliga Hamburg


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