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18.08.2018
DFB-Pokal: Zebras lachen sich den Arsch ab von Andreas Killat





1.Runde


vs.


TuS Dassendorf – MSV Duisburg 0:1 (0:1)

TuS Dassendorf: Gruhne – Büchler (83. Saqib), Warmbier, Karikari (46. Nägele), Lenz, Carolus – Dettmann, Aust, Möller – von Walsleben-Schied (64. Dittrich), Maggio
MSV Duisburg: Davari – Regäsel, Neumann, Bomheuer, Wolze – Fröde, Schnellhardt – Oliveira Souza (69. Engin), Stoppelkamp – Iljutcenko (76. Verhoek), Tashchy (87. Sukuta Pasu)
Tore: 0:1 Tashchy (24.)
Schiedsrichter: Alexander Sather (FC Grimma, Sachsen): Sorgte für drei Minuten Verspätung beim Anpfiff, weil er und seine Assistenten sich ein anderes Trikot anziehen mussten (gelb statt schwarz – da Dassendorf in dunkelblau spielte). Machte keine großen Fehler, pfiff aber viele kleine Sachen im Zweifelsfall immer zu Gunsten der Profis (außer den Freistoß für Carolus, 67.).
Beste Spieler: Möller, Warmbier, Gruhne, Carolus, Nägele – Tashchy, Bomheuer
Zuschauer: 3.500 (Ausverkauft!)

TuS-Kapitän Amando Aust brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Ein 0:1 ist das undankbarste Ergebnis. Das ist richtig scheiße und ich bin total enttäuscht. Die Duisburger lachen sich jetzt doch den Arsch ab“. Nun, ob sich die „Zebras“ tatsächlich ohne Hinterteil auf die Heimreise machen mussten, entzieht sich der Kenntnis des Redakteurs. Unbestritten ist jedoch die Richtigkeit der ersten Aussage: Mit einem 0:5 hätten fast alle besser leben können. Denn dieses knappe 0:1 führt einem so brutal vor Augen: Heute war mehr drin.

Zu Beginn der Partie rieben sich die Fans (rd. 1.000 waren aus Duisburg angereist) und die Journalisten allerdings verwundert die Augen: Üblicherweise „igelt“ sich der klassentiefere Underdog ja hinten ein, doch die TuS stand (trotz 5er-Kette) mit drei Mann kurz vor der Mittellinie und die Außenverteidiger Linus Büchler und Rinik Carolus agierten sogar meist in der gegnerischen Hälfte. Das ergab in der Anfangsphase zahlreiche dicke Chancen für den MSV (Trainer Gruev: „Wir hatten Dassendorf im Testspiel gegen den HSV beobachtet, da haben sie genauso gespielt und gestanden“). Dabei war das gar nicht so geplant! Aust: „Das war wohl aus Gewohnheit aus der Oberliga so, eigentlich wollten wir das gar nicht“. Trainer Elard Ostermann sah dem Treiben einige Minuten fast ohnmächtig zu, ehe er nochmals lautstark die taktischen Vorgaben wiederholte. „Eigentlich war es abgesprochen, deutlich tiefer zu stehen. Doch sobald da ein oder zwei Spieler ausscheren, funktioniert das System nicht mehr. Irgendwas von der Anweisung ist aber wohl leider von der Trainerbank bis zum Spielfeld verloren gegangen“, so Ostermann nach dem Spiel (siehe „Stimmen“).


Die Fans aus Rumeln und Dassendorf machten tolle Stimmung. Foto: Hanno Bode

So hatten die Hausherren zunächst Glück, dass die Meidericher alles verballerten: Erst war Cauly Oliveira Souza frei durch (2.), dann Moritz Stoppelkamp (11.). Aber plötzlich war sie da, die eine dicke Chance, die Du als Fünftligist effektiv nutzen musst, wenn Du gegen Profis etwas reißen willst: Nach einem Einwurf von Büchler leitete Mattia Maggio das Leder gekonnt auf Carolus weiter, der aus acht Metern das 1:0 auf dem Fuß hatte, doch Keeper Daniel Davari klärte im Nachfassen auf der Tornlinie (16.)! Zwei ordentliche Weitschussversuche von Sven Möller (21./25.) dokumentierten die aufstrebende Phase des Hamburger Meisters, die dann aber doch den Rückstand schlucken mussten: Carolus verpasst den Ball, Stoppelkamp spritzt dazwischen und flankt in den Sechzehner. Dort klärt Joe Warmbier unglücklich vor die Füße von Boris Tashchy, der aus 12 Metern zum 0:1 ins linke Eck vollendet (24.).

Nun spulte der MSV es mehr oder minder souverän herunter, ohne allerdings dabei zu glänzen (Ballbesitz 70:30, Zweikampfquote 50:50). Besonders in der zweiten Hälfte agierte Dassendorf erfrischend mutig, insbesondere die Hereinnahme von Pascal Nägele für den verletzten Jeremy Karikari wirkte ebenso belebend, wie die Umstellung von Maggio als Sturmspitze (nach der Auswechslung von Marcel von Walsleben-Schied). Der Oberligist spielte eine gute halbe Stunde auf Augenhöhe mit – es wollte aber kein Treffer fallen. Denn wenn es hinten für die Duisburger einmal brenzlig wurde, räumte Innenverteidiger Dustin Bomheuer zweikampfstark auf.

Die wohl beste Gelegenheit zum Ausgleich ergab sich nach einem „Geschenk“ des Schiedsrichters: Carolus „fightete“ sich im besten Sinne des Wortes an Regäsel vorbei und bekam dafür sogar einen Freistoß an der linken Strafraumkante zugesprochen. Das hätten wohl nicht viele Schiedsrichter so entschieden. Doch leider verpuffte diese aussichtsreiche Chance, weil Möller das Leder viel zu weich und harmlos an den Elfmeterpunkt brachte (67.). Da wäre eine „Brandbombe“ besser und gefährlicher gewesen. Als dann auch ein Versuch von Maxi Dittrich im Strafraum geblockt wurde (74.), lief die Zeit davon.

Zwar beorderte Ostermann „alle nach vorne“ (85.), doch eine echte Gelegenheit ergab sich nicht mehr. Schade. Aber ein dickes Lob an die TuS für die perfekte Organisation und das aufopferungsvolle Spiel. Auch die Zuschauer trugen ihren Teil zum gelungenen Nachmittag bei, immer wieder wurden Gesänge angestimmt, was auch Ostermann begeisterte (siehe „Stimmen“). Nach dem Abpfiff ging die Party mit dem „Piratentanz“ auf der Tartanbahn weiter ( https://www.youtube.com/watch?v=-5uWQx9evd4), was für ein Spaß!

Nur die Gäste-Fans mochten da leider nicht immer mitmachen. Zwar waren auch die gesangsfreudig und hatten eine tolle Choreo vorbereitet, doch übers Spiel verteilt wurde insgesamt fünfmal (!) Pyrotechnik gezündelt, was für beide Klubs zu empfindlichen Geldstrafen führen dürfte. Passiert ist aber zum Glück nichts und es flogen auch keine Brennkörper aufs Spielfeld. Dennoch sah sich Schiri Sather veranlasst, Ostermann zu „verwarnen“ und mit Spielabbruch zu drohen. Unnötig! Das alles kann den rundum positiven Gesamteindruck aber nicht schmälern. Danke, Dassendorf!


Leider „zündelte“ es immer wieder im Gästeblock. Foto: Hanno Bode


Stimmen:

Ilia Gruev (Trainer MSV Duisburg):
Ich freue mich, dass alle den Presseraum gefunden haben (Anmerkung der Redaktion: Im Bergedorfer Vereinsheim musste man in der hintersten Ecke eine steile Treppe hinunter in den Keller gehen). Ganz pragmatisch: Nach einigen Diskussionen um 4er- oder 5er-Kette haben wir es heute geschafft, ein Spiel zu gewinnen, zu Null zu spielen und ein Stürmertor zu erzielen. Ich denke, dass wir absolut verdient in die zweite Runde gekommen sind, das haben wir zuletzt 2014 geschafft. Wir haben Dassendorf keinesfalls unterschätzt und uns sehr ernsthaft mit Videomaterial usw. vorbereitet. Kompliment an die Arbeit meines Trainerkollegen. In der ersten Halbzeit hat Dassendorf sehr hoch gestanden und hatte einige Probleme. Das hatten wir schon im Testspiel gegen den HSV (0:10) hier so beobachtet und waren gut darauf vorbereitet. Da hätten wir allerdings aus unseren guten Chancen mehr Tore machen müssen, dann wäre es auch ein einfacheres Spiel für uns geworden. Für uns zählt aber nur das Weiterkommen und wir können ruhig und zufrieden nach Hause fahren. Für Dassendorf alles Gute. Ich werde Euch ab jetzt weiter verfolgen. Das interessiert mich, ob ihr die sechste Meisterschaft hinkriegt. Es hat uns sehr gefreut, hier gewesen zu sein.

Elard Ostermann (Trainer TuS Dassendorf):
Zunächst einmal bin ich sehr zufrieden mit der ganzen Organisation. Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei mitgeholfen haben. Das war alles toll und familiär organisiert, die Duisburger haben sich wohlgefühlt und fahren mit einem Sieg nach Hause. Das hatten wir uns allerdings anders vorgestellt. Wir sind schwer ins Spiel gekommen und haben drei Riesenchancen zugelassen. Man kann schon hoch stehen, aber dann musst Du auch Druck auf den Ball ausüben, aber das hat nicht geklappt. Eigentlich war es abgesprochen, deutlich tiefer zu stehen. Doch sobald da ein oder zwei Spieler ausscheren, funktioniert das System nicht mehr. Irgendwas von der Anweisung ist aber wohl leider von der Trainerbank bis zum Spielfeld verloren gegangen.

Aber wenn Du so eine Anfangsphase überstehst, hoffst Du auf ein bisschen Spielglück und darauf, das Spiel mit der ersten Chance für Dich zu entscheiden. Das ist uns leider nicht gelungen. Das wäre ein tolles Bonbon für die ganze Mühe gewesen und für die vielen Zuschauer. So viele dürfen wir sonst ja nur in der gesamten Saison begrüßen. Das Publikum hat uns toll unterstützt und immer wieder nach vorne gepeitscht. Jeder Spieler hat 100% gegeben. Wir haben uns teuer verkauft und haben den Fans einiges geboten. Darauf können wir stolz sein.

Jan Schönteich (Sportchef TuS Dassendorf):
Das war ein tolles Event für uns als Dorfverein. Das 0:1 ist auf jeden Fall erstmal das beste DFB-Pokalergebnis unserer Vereinsgeschichte (bisher war es ein 0:5 gegen Unterhaching, siehe „Statistik“ am Ende des Berichtes). Dennoch total ärgerlich. (Richtung MSV-Trainer Ilia Gruev): Eins steht jedenfalls fest: Das nächste Los für Euch wird auf jeden Fall leichter, denn den schwersten Brocken auf dem Weg nach Berlin habt ihr jetzt aus dem Weg geräumt. Alles Gute an Duisburg. Ihr wart ein toller Gegner, vielen Dank.

Michael Funk (Sponsor TuS Dassendorf):
(Vor dem Spiel): Entweder wir verlieren 0:5, oder wir gewinnen mit 2:1.

Kai Vogt (Rumelner TV, die mit ca. 50 Personen vor Ort waren):
Wir sind keine Duisburger, wir fühlen uns als Krefelder! Deswegen sind wir heute auch für Dassendorf. Unsere Fanfreundschaft (entstanden auf Mallorca) ist einfach toll, wir waren ja schon zum Pokalfinale hier. Eine geile Stimmung war das heute.

Pascal Nägele (Spieler TuS Dassendorf):
Das war sehr emotional heute für mich. Mein Vater, der in Spanien lebt, ist heute extra mit zwei Freunden aus Valencia eingeflogen. Dieses blöde 0:1 ist daher echt umso ärgerlicher.


Papa Nägele (links) mit seinen Freunden aus Valencia. Foto: Hanno Bode


Statistik:
Alle DFB-Pokal-Spiele der Hamburger Amateurvertreter der letzten 30 Jahre:

18.08.18 1. Runde TuS Dassendorf – MSV Duisburg 0:1
13.08.17 1. Runde Eintr. Norderstedt - VfL Wolfsburg 0:1
21.08.16 1. Runde Eintr. Norderstedt - Greuther Fürth 1:4
09.08.15 1. Runde HSV Barmbek-Uhlenhorst - SC Freiburg 0:5
17.08.14 1. Runde USC Paloma - TSG 1899 Hoffenheim 0:9
04.08.13 1. Runde SC Victoria Hamburg - Hannover 96 0:2
18.08.12 1. Runde SC Victoria Hamburg – SC Freiburg 1:2
31.07.11 1. Runde Eimsbütteler TV – SpVgg Greuther Fürth 0:10
26.10.10 2. Runde SC Victoria Hamburg - VfL Wolfsburg 1:3
15.08.10 1. Runde SC Victoria Hamburg - RW Oberhausen 1:0
02.08.09 1. Runde SC Concordia Hamburg - TuS Koblenz 0:4
10.08.08 1. Runde ASV Bergedorf 85 – MSV Duisburg 1:5
05.08.07 1. Runde SC Victoria Hamburg – 1. FC Nürnberg 0:6
30.08.03 1. Runde ASV Bergedorf 85 – VfL Wolfsburg 1:6
01.09.02 1. Runde USC Paloma – 1. FC Kaiserslautern 0:5
25.08.01 1. Runde FC St. Pauli II – Eintracht Frankfurt 0:1
26.08.00 1. Runde TuS Dassendorf – SpVgg Unterhaching 0:5
06.08.99 1. Runde 1. SC Norderstedt – VfB Stuttgart 0:3
28.08.98 1. Runde FC St. Pauli II – Bayer Leverkusen 0:5
15.08.97 1. Runde Hamburger SV II – VfL Bochum 2:3
10.08.96 1. Runde Hamburger SV II – Arm. Bielefeld 1:3
26.08.95 1. Runde 1. SC Norderstedt – Wattenscheid 09 0:1
13.08.94 1. Runde Altona 93 – Bor. Dortmund 0:2
24.08.93 1. Runde Eintracht Haiger - Raspo Elmshorn 3:1
18.08.92 1. Runde ASV Bergedorf 85 – Bayer Leverkusen 1:3
25.09.91 Achtelfinale Hamburger SV II – Karlsruher SC 0:1
04.09.91 3. Runde Hamburger SV II – Bergmann Borsig Berlin 6:5 n.E.
17.08.91 2. Runde Hamburger SV II – Hallescher FC 1:0
04.08.90 1. Runde SC Victoria Hamburg – Bayer Leverkusen 0:5
20.08.89 1. Runde FC Schweinfurt 05 - Altona 93 1:0
06.08.88 1. Runde Meiendorfer SV - TSV Osterholz-Tenever 0:1


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