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16.11.2018
Landesliga Hansa: Detlev Meyer, Flutlicht-Gott! von Mirko Schneider



vs.


Hamm United FC – FC Elazig Spor 13:0 (5:0)

Hamm United FC: Graudenz – Kauth (46. Wiederkehr), Hartung, Schlichting, Weber – Schwarck – Patrin, Kamalow, Rahn (58. Gruhle), Landau (46. Kazmierczak) – Schirosi
FC Elazig Spor: Aslan (68. Akbaba) – Aghaei, Okur, Ermis, Güler – Cosgun (46. Sardarzai), Gümüstas (59. Ahmad), Duruoma, Jernane – Tosun, Bachir
Tore: 1:0 Kamalow (2., Vorarbeit Weber), 2:0 Schirosi (14., Rahn), 3:0 Weber (32., Schirosi), 4:0 Patrin (40., Landau), 5:0 Rahn (45., Kauth), 6:0 Schwarck (56., Patrin), 7:0 Kamalow (66., Schirosi), 8:0 Gruhle (67., Kamalow), 9:0 Schirosi (73., direkter Freistoß), 10:0 Schirosi (79., Kamalow), 11:0 Kamalow (80., Schirosi), 12:0 Schirosi (85., Schwarck), 13:0 Schwarck (90., Schirosi)
Rot: Tosun (34., FC Elazig Spor, Nachtreten)
Besonderes Vorkommnis: Das Spiel startete wegen eines Flutlichtausfalls unmittelbar nach dem Anpfiff mit 21 Minuten Verspätung.
Schiedsrichter: Florian Schwarze (MSV Hamburg): immer auf der Höhe, mitunter etwas kleinlich. Ob die Rote Karte korrekt war, wird ohne Videobeweis ein Geheimnis bleiben.
Beste Spieler: Rahn, Schirosi, Kamalow, Weber, Schwarck – die Ersatzleute, denen eine Einwechslung erspart blieb…
Zuschauer: 100

Detlev Meyer, die Stimme des Hammer Parks, ist für vieles bekannt. Guten Musikgeschmack. Witzige Ansagen. Ehrliche Freude an der Aussprache kreativ klingender Namen auf dem Spielberichtsbogen. Heute aber war Meyer nach drei Sekunden Spielzeit richtig sauer. „Das glaube ich jetzt nicht! Welcher Idiot hat das Licht ausgemacht und fummelt am Sicherheitskasten rum?“, kommentierte Meyer übers Stadionmikrofon den Ausfall der drei Flutlichtausmasten auf der Seite gegenüber der Tribüne. Anstoß Hamm United – und alle stehen im Halbdunkel! Das war die Szenerie. Meyer ließ kurz seinem Ärger freien Lauf, eilte dann strammen Schrittes zur Schaltzentrale des Stadions. Zwanzig Minuten später brannte das Licht im Stadion Hammer Park wieder und Schiedsrichter Florian Schwarze beorderte die Mannschaften zurück aufs Feld. „Eine Sicherung im Hauptkasten war durchgebrannt. Ich habe die Sicherung gewechselt“, erklärte Meyer einem Zuschauer bei seiner Rückkehr ins Stadionsprecherhäuschen. Das Spiel war gerettet.

Und es wurde eine wahrhaftig denkwürdige Begegnung! Es liest sich angesichts des Endergebnisses aberwitzig, doch nach einer knappen Viertelstunde lagen die Gäste etwas unglücklich mit 0:2 hinten. Zwei Standardvarianten brachten Hamm die beruhigend frühe Führung. Stephan Rahn chippte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld an den zweiten Pfosten, wo Daniel Weber per Kopf in die Mitte ablegte und Raffael Kamalow zwei Meter vor dem Tor lässig aus dem Stand einköpfte (2.). Und Rahn war es auch, der aus 30 Metern in zentraler Position einen Gewaltschuss mit strammem Anlauf antäuschte, stattdessen den neben der Mauer startenden Alessandro Schirosi flach in den Lauf schickte, der am Sechzehner noch einen Gegner umkurvte und den Ball herrlich in den Winkel schlenzte (14.). Kamalow hätte das 2:0 fast früher erzielt, scheiterte durch seinen unpräzisen Schuss an Adnan Aslan (5.). Der bedauernswerte Elazig-Keeper war auch bei beiden Gegentreffern noch mit der Hand am Ball, ohne sie verhindern zu können. In dieser Anfangsphase besaß der Abstiegskandidat jedoch ebenfalls Chancen. Ein langer Pass von Gökhan Ermis ließ Christian Duruoma völlig frei vor Hamms Keeper Samuel Graudenz auftauchen. Sein überhastet Richtung Tor gelöffelter Ball hätte allerdings höchstens einen F-Jugend-Torwart erschreckt (5.) Mächtig strecken musste sich Graudenz dafür bei einem fulminanten 25-Meter-Freistoß von Ermis, den der Hammer Hüne mit einer Hand aus dem Winkel fischte (7.). Chancenverhältnis 3:2, Spielstand 2:0 – war hier für den spielerisch limitierten Außenseiter vielleicht mit mehr Kaltschnäuzigkeit eine Aufholjagd drin?

Nein! Mit dem wunderschönen 3:0 (30.) – Kamalow passte tief auf Schirosi, dessen scharfe Hereingabe von der Grundlinie Daniel Weber artistisch ins Tor drückte – und dem Platzverweis für Elazigs Hüseyin Tosun, der Marcel Schwarck nach einem Zweikampf an der Mittellinie absichtlich getreten haben soll (34.), brachen bei Elazig Spor alle Dämme. In der Dunkelpause zu Beginn des Spiels fachsimpelte Hamms Manager Jassi Huremovic an der Würstchenbude mit dem Verkäufer, ob die Unterbrechung wenigstens dazu gut sei, die Umsätze zu erhöhen. In Unterzahl wirkten die Spieler von Elazig Spor nun mit jeder weiteren Spielminute so, als habe jeder Einzelne von Ihnen mindestens zehn Frikadellen im Brötchen und eine Tube Senf verdrückt. Hamm nahm die Einladung der immer schwerfälliger agierenden Gäste an. Dimitri Patrin veredelte den Pass des ansonsten ungewohnt unauffälligen Jan Landau mit einem Billardtor (40., flacher Außenristschuss vom Sechzehner, Innenpfosten, anderer Innenpfosten, drin!). Stephan Rahn wunderte sich nach Zuspiel von Lucas Kauth über die nicht existente Gegenwehr 30 Meter vor dem Tor und knallte den Ball per Flachschuss sehenswert ins Netz (45.).

In der Pause wurde es – wer sich im Hammer Park in den Toilettenräumen aufwärmt, versteht durch die dünnen Wände alles 1a – angemessen laut in der Gästekabine. Ergebnis des Appells an die Ehre? Keines! Das große Scheibenschießen begann. Schon das 6:0 erhielt dabei das Prädikat „besonders absurd“. Zweifellos spielte Hamm United das Tor traumhaft heraus, doch in der Kombination kreuz und quer in des Gegners Hälfte mit zig Pässen befanden sich auch einige viel zu scharfe und verunglückte Zuspiele, die die Akteure der Gastgeber jeweils spektakulär „retteten“, was ohne einen energisch eingreifenden Gegner natürlich leichter fällt. Schließlich stand Marcel Schwarck alleine vor der Kiste und verwandelte zur Freude seiner Eltern auf der Tribüne sicher (56.). Beim 7:0 dribbelte Schirosi sechs Mann auf dem Bierdeckel aus, bis der siebte Gegenspieler zarte Gegenwehr leistete und den Ball zu Kamalow spitzelte, der sich diese Chance nicht entgehen ließ (66.). Der achte Streich wurde fein über rechts herausgespielt, vom eingewechselten Christian Gruhle aus dem Hinterhalt vollendet und verwirrte einen Hammer Fan (67.). „Noch drei!“, schrie er enthusiastisch – und wurde mit lauten „Noch zwei!“-Rufen seiner Bezugsgruppe korrigiert. Nun ja, bei so vielen Toren kann jeder mal durcheinanderkommen. Wie Stadionsprecher Meyer, der das Tor Weber zuschrieb, so wie er Rahn das 3:0 zugeschrieben hatte, welches tatsächlich Weber markierte. Machte aber nichts, Meyer besaß seinen Heldenstatus für den Abend schon längst und das zu Recht. „Noch einer!“ hieß es nach Schirosis genialem Freistoß aus 27 Metern in den Winkel der Torwartecke von Secgin Akbaba (73.). Der Ersatzkeeper ersetzte den verletzten Aslan und hatte sich (warum nur?) hinter der Mauer postiert. Das 10:0 sah noch hübscher aus als das 8:0. Schwarck schickte Weber über links, dessen Flanke köpfte Kamalow über Akbaba und der von hinten einlaufende Schirosi drosch den Ball 30 Zentimeter vor der Linie in die Maschen (79.). „Unsere Nummer 10 zum 10:0“ sagte Meyer schmunzelnd durch.

Und die Nummer 10, nämlich Schirosi, blieb Gegenstand des Meyer`schen Humors. „11:0 für die Geächteten durch Kamalow, nachdem unsere Nummer 10 nicht wollte“, so Meyers Durchsage, die für große Heiterkeit sorgte. Schirosi und Kamalow spielten nämlich vor dem Tor so lange Doppelpass, bis Schirosi den Ball fast verdaddelte. Aber Sie haben es hoffentlich nicht vergessen? Genau, es stand ja kein ernstzunehmender Gegner auf dem Feld, sondern nur Elazig Spor. Also lief Schirosi schnell zehn Meter nach rechts, bemächtigte sich unbedrängt des Balles und flankte noch mal auf Kamalow, der direkt vollendete (80.).

Das 12:0 sorgte für große Erregungszustände auf der Tribüne. Schwarck strebte alleine nach einem Pass von Patrin aufs Tor zu, angefeuert von seinen Eltern („Jaaaa, Jaaa, Shifte, Jaaaa!“) und als alle mit einem Schuss von „Shifte“ (schreibt man deinen Spitznamen so, Marcel? Und was bedeutet der überhaupt? Bitte melde dich bei Hafo, es interessiert uns :-) ) in die lange Ecke rechneten, bediente Schwarck am langen Pfosten den unvermeidlichen Schirosi, der seinen achten Scorerpunkt des Tages (4 Treffer/4 Vorlagen) eintütete. „Das ist mein Sohn. Er hat immer ein Auge für die Mitspieler. Das ist mein Sohn“, sagte Schwarcks Vater mit glänzenden Augen. Hach ja, der Stolz eines Vaters! Beim 13:0, erzielt mit der insgesamt 21. Hammer Torchance, war es Schwarck aber nicht mehr möglich, seinen Vater mit einer weiteren Vorlage zu erfreuen und noch irgendeinen anderen Mitspieler zu bedienen. Zu frei war er, zu gut war die Gelegenheit. Doch Papa freute sich erst recht riesig und Schwarcks Mutter klatschte in die Hände und fabrizierte einen sehr beachtenswerten Jubelhüpfer. Sehr sympathisch, deine Eltern, Marcel! Unmittelbar in den Schwarck`schen Familienjubel ertönte der Abpfiff. Für die einen ist es Duplo, für die anderen die längste Praline der Welt! Äh Quatsch, für die einen war es der Abschluss eines berauschenden Fußballfestes, für die anderen eine Erlösung, die sie sich nicht unbedingt durch übermäßigen Einsatz verdient hatten. Vorsichtig ausgedrückt. Verdient hat sich dafür Detlev Meyer einen neuen Sprechchor der Fans von Hamm United: „Detlev Meyer, Flutlicht-Gott!“

Stimmen:

Yilmaz Dilgin (Trainer FC Elazig Spor):
Wir haben früh das Gegentor bekommen und dann die Ordnung auf dem Platz verloren. Der eine oder andere Spieler war unzufrieden. Es gab Meckereien und wir waren unglücklich in den Zweikämpfen. Außerdem ist Hamm United Aufstiegskandidat und wir kämpfen ums Überleben. So was wie heute ist eben auch das Ergebnis, wenn wochenlang die Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig lässt. Auf dem tiefen Rasen war Hamm United zwei Klassen besser. Bei uns fehlte auch die Kondition. Vor der Roten Karte soll unser Spieler den Hammer Spieler eher unglücklich an der Wade getroffen haben. Aber ich habe die Szene selbst nicht gesehen. Einen solchen Flutlichtausfall habe ich in der Form noch nicht erlebt. Da war ich auch erstaunt. Aber man steckt halt nicht drin. Das ist die Technik. So was kann halt passieren. Wir müssen jetzt unsere drei Spiele dieses Jahr noch über die Bühne kriegen, die Mannschaft im Winter verstärken und dann in die Rückrunde gehen. Wir geben nicht auf.

Sidnei Marschall (Trainer Hamm United FC):
So einen Flutlichtausfall habe auch ich noch nicht erlebt. Das war schwierig für beide Mannschaften. Es ist kalt, man muss dann wieder rein, da mussten beide Mannschaften mit leben. Wir haben uns in dieser Pause vorgenommen, wieder rauszugehen und gleich aggressiv zu sein. Das haben wir umgesetzt, gleich die Tore gemacht. Der Sieg ist auch in der Höhe verdient. Aber es ist schade, dass es so gekommen ist. Es macht keinen Spaß, auf diese Weise so hoch zu gewinnen. Da ist unser Training untereinander intensiver. Der Gegner konnte nicht mithalten, als wir das Tempo angezogen haben, und hatte keine Chance mehr. Mit einem Mann weniger bei 0:3, 0:4 hatten sie auch nicht mehr so viel Lust zu kicken, was ja auch normal ist. Die Szene, die zur Roten Karte führte, habe ich nicht gesehen, möchte ich daher nicht bewerten. Wir wollen jetzt noch unsere zwei Spiele bis Jahresende konzentriert spielen. Dann haben wir am 1. Dezember unsere Weihnachtsfeier und erholen uns ein bisschen von der anstrengenden Zeit.


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