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17.03.2019
Stimmung, Trauer und Enttäuschung beim Hamburger "Clasico" von Andreas Killat



vs.


HSV Barmbek-Uhlenhorst – Altona 93 1:1 (0:0)

HSV Barmbek-Uhlenhorst: Gaedtke – Schluchtmann, Buchholz, Sabas, Odabas – Pfeifer (68. Abrahamyan), Hoeft – Hathat, Eggers, Jeske – Korczanowski (75. Mandel)
Altona 93: Grubba – Monteiro, Safo-Mensah, Atug, Yilmaz, Siebert – Wachowski – Metidji (87. Gebissa), Boock (83. Tüter), Schultz – Vojtenko (77. Kunter)
Tore: 0:1 Boock (60.), 1:1 Jeske (78.)
Rote Karte: Kunter (90.), w/Nachtreten
Schiedsrichter: Florian Schwarze (MSV Hamburg): Zu Beginn der Partie und zum Ende hin jeweils ziemlich unsortiert. Beim strittigen Ausgleich verließ er sich auf seinen Assistenten, die Rote Karte ist ohne Videobeweis nicht aufzuklären.
Beste Spieler: Sabas (1.Hz), Buchholz – Metidji, Wachowski
Zuschauer: 936

Eigentlich ging das Spiel heute erst nach gut einer Stunde so richtig los: Mit Jubel, Trubel, Tumulten, Toren, strittigen Szenen und ordentlich Stimmung auf den Rängen. Wie man das beim „Hamburger Clasico“ normalerweise von Anfang an erwartet hätte. Doch bis auf ein paar wenige Aktionen muss man ehrlicherweise konstatieren: Die Partie war sehr lange vor allem von Taktik (mit viel Mittelfeldgeplänkel) geprägt. Altona stand hinten drin (mit Fünferkette!) und wartete ab, BU mühte sich redlich, kam aber nicht durch.


So sah es häufig aus: Kein Durchkommen für BU. Hier Tim Jeske gegen Safo-Mensah (l.), Monteiro (r.) und Boock (hinten). Foto: Olaf Both

Die erste nennenswerte Aktion hatte Niklas Sabas, der nach einer Ecke von Abdel Hathat mit seinem Kopfball Gäste-Keeper Tobias Grubba zu einer Glanztat zwang (26.). Die direkt darauf folgende nächste Ecke, diesmal von der anderen Seite von Jan Eggers getreten, hatte es ebenfalls in sich: Janis Korczanowski feuerte aus 15 Metern nur knapp drüber. Der Tabellenführer hatte sich bis dahin noch gar nicht gezeigt, deutet dann aber durch Hischem Metidji mit einem feinem Zuspiel auf Marco Schultz erstmals seine spielerischen Fähigkeiten an. Doch Schultz scheiterte aus 14 Metern an Torhüter Oliver Gaedtke (36.). Einen Schritt zu spät kam Nico Schluchtmann (nach Odabas-Flanke), konnte das Leder so am zweiten Pfosten mit langen Bein voran nur unkontrolliert neben das Tor setzen (41.). Hört sich spannend an, war es aber eher nicht. BU dominierte zwar mit viel Ballbesitz, aber insgesamt nur vier Strafraumszenen im Oberliga-Spitzenspiel waren für die erwartungsfrohen Zuschauer (tolle Kulisse von fast 1.000 Fans!) eine eher zähe erste Halbzeit.


Vincent Boock gegen Jon Hoeft. Foto: André Matz

Praktisch ereignislos auch die erste Viertelstunde nach der Pause, doch dann nahm die Partie endlich Fahrt auf! Grund dafür waren vor allem kritische Ballverluste der Barmbeker im Mittelfeld, so dass Altona zu drei dicken Konterchancen kam. Zunächst zielte Metidji nur haarscharf vorbei (58.), doch dann „klingelte“ es: Chris Pfeifer verlor den Ball (und blieb aus Verzweiflung am Boden liegen), Metidji und Schultz spielten Doppelpass, bevor schließlich Vincent Boock aus 13 Metern prächtig zum 0:1 in den Giebel traf (60.). „Vinnie-Hase“, strahlte Berkan Algan über sämtliche Backen an der Seitenlinie – und hätte fast noch ein zweites Mal gejubelt. Wieder schnelles Umschaltspiel nach Ballverlust BU, diesmal Boock als Vorbereiter und Metidji vergab aus elf Metern freistehend das 0:2 (66.). Allerdings zeigte Keeper Gaedtke dabei auch eine starke Parade. „Trotzdem musst Du hier mit diesen Konterchancen den Sack zumachen“, so Algan hinterher auf der Pressekonferenz.

Stattdessen bäumten sich nun nochmal die Gastgeber auf. Die Kulisse machte mit, beide Fanlager lieferten sich schöne Gesänge/Schlachtrufe. Selten genug auf Hamburgs Amateurplätzen, von daher allemal erwähnenswert. Den ersten Warnschuss im zweiten Durchgang hatte Barmbeks Innenverteidiger, doch Ronny zielte Richtung Buchholz (75.).

BILD-Experte Babak Milani, noch sichtlich vom 2:3 des HSV gegen Darmstadt gezeichnet, holte die Journalisten-Glaskugel raus: „Mandel macht gleich in der 77. Minute nach einer Ecke per Kopf den Ausgleich“, prophezeite Milani genau eine Viertelstunde vor Schluss, als der BU-Stürmer für Korczanowski eingewechselt wurde. Der Mann hat eben Ahnung! Jedenfalls fast: Ecke Hathat, Kopfball Jeske aus gut acht Metern: 1:1 (78.)! Doch war der Ball wirklich hinter der Linie? Während die BU-Spieler im Jubel-Pulk Richtung Mittelkreis abzogen, stürmte ganz Altona auf den SR-Assistenten zu. Doch der war sich sicher, hatte auch sofort nach dem Kopfball auf Tor entschieden – der Treffer zählte also. Hinterher gab Grubba zu Protokoll: „Kann sein, dass er drin war. Kann aber auch sein, dass er es nicht war“.

Nun hatten die Barmbeker das Momentum auf ihrer Seite, insbesondere Ronny Buchholz hielt nichts mehr hinten. Doch erst versemmelte er aus aussichtsreicher Position (85.), dann hielt Grubba mit einer Glanzparade den Punkt für den AFC fest (90.). Direkt danach kam es kurz hinter der Mittellinie zu einer Rudelbildung. Monteiro hatte einen BU-Spieler etwas rüde zu Fall gebracht, beim anschließenden Tumult erkannte Schiedsrichter Florian Schwarze ein Nachtreten von Pablo Kunter und schickte den AFC-Stürmer mit „Rot“ vom Feld. Die Journalisten-Runde konnte die unübersichtliche Szene nur unzureichend beobachten und wartete vergeblich auf den Videobeweis. Vielleicht lässt sich am Abend auf „fupa.net“ die Auflösung finden – für den AFC-Anhang jedenfalls war nun das Maß voll: „Schieber, Schieber“-Rufe hallten durch die Dieselstraße.


Rätselraten in dieser Situation - Pablo Kunter (rechts) bekommt gleich Rot. Foto: André Matz

Stimmen:

Berkan Algan (Trainer Altona 93):
Das ist auf jeden Fall wirklich mal eine richtige Pressekonferenz hier (angesichts von fast 150 Gästen und 20 Pressevertretern im Vereinsheim). Das ist wirklich toll. Zum Spiel: Ich bin ein bisschen traurig, wir haben hier zwei Punkte verloren. Wir haben unsere Kontersituationen leider nicht richtig zu Ende gebracht. Und dann rutscht da so ein Ding durch – oder auch nicht. Bin mir nicht sicher, ob der hinter der Linie war. Dazu haben wir noch Pablo Kunter durch eine Rote Karte verloren, der hat in seinem Leben noch nie einen anderen Spieler getreten. Das ist natürlich alles nicht so gut für uns gelaufen. Wir wussten, was uns hier erwartet. Barmbek ist eines der schwersten Auswärtsspiele der Saison. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, jetzt haben wir eben einen Punkt mitgenommen. Meine Jungs haben sehr gut gekämpft, darauf bin ich sehr stolz.

Marco Stier (Trainer HSV Barmbek-Uhlenhorst):
Ich bin sehr sehr enttäuscht. Das waren heute zwei verschenkte Punkte. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, hatten wir die Kontrolle. Aber unerklärlicherweise hatten wir wieder zehn schlechte Minuten. Zwischen der 55. und 65. Minute laufen wir im eigenen Stadion dreimal in einen Konter. Das darf uns nicht passieren. Wir wollten keine gefährlichen Bälle ins Zentrum reinspielen, haben es aber doch dreimal hintereinander getan und verlieren den Ball. Altonas Spiel ist nur darauf ausgelegt. Die verteidigen mit acht Mann, um dann mit drei schnellen Stürmern zu kontern. Wir haben dem AFC da total in die Karten gespielt, das war dumm von uns. Trotzdem ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, trotz vieler Rückschläge mit fünf fehlenden Stammspielern haben wir heute gegen den Spitzenreiter der Oberliga das Spiel klar dominiert. Zwar werde ich von der Presse schon immer verarscht, aber ich sage es auch heute trotzdem wieder: Wir hatten ein deutliches Chancenplus, egal, was die Presse so schreibt. Ich musste irgendwo lesen, dass BU nur mittelmäßig ist. Dazu kann ich nur sagen: Wir sind alles andere, als Mittelmaß! Solche Aussagen motivieren uns nur. Wir sind seit acht Spielen ungeschlagen und haben heute ein Riesenspiel gezeigt. In der Tabelle haben wir allerdings deutlich zu wenig Punkte, aber diese Punkte holen wir uns alle nächste Saison (Riesenbeifall von den 150 Anwesenden)!

Statistik:
Gesamt-Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1945): 30 Spiele: 5 Siege, 7 Remis, 18 Niederlagen, 34:57 Tore

1963/64: 1:9 / 0:2 Regionalliga Nord (damals 2. Liga in Deutschland)
1966/67: 0:0 / 0:2 Regionalliga Nord
1967/68: 6:1 / 0:1 Regionalliga Nord
1999/00: 1:2 / 1:4 Verbandsliga Hamburg
2000/01: 0:1 / 1:1 Verbandsliga Hamburg
2001/02: 0:3 / 1:4 Verbandsliga Hamburg
2004/05: 1:4 / 0:1 Oberliga Nord
2009/10: 0:0 / 2:3 Oberliga Hamburg
2010/11: 1:2 / 0:2 Oberliga Hamburg
2012/13: 2:2 / 3:3 Oberliga Hamburg
2013/14: 0:2 / 0:1 Oberliga Hamburg
2014/15: 3:0 / 1:0 Oberliga Hamburg
2015/16: 3:0 / 2:2 Oberliga Hamburg
2016/17: 3:0 / 0:2 Oberliga Hamburg
2018/19: 1:1 / 1:2 Oberliga Hamburg





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