psychologist-fortnight
psychologist-fortnight
hafo.de
hafo.de



Gefällt euch unsere Arbeit?
Unterstützt uns!
Weitere Info

Home

Regionalliga
Ergebnisse
Tabelle

Oberliga HH
Ergebnisse
Tabelle

LL Hammonia
Ergebnisse
Tabelle

LL Hansa
Ergebnisse
Tabelle

Forum
Live
Interview
Tippspiel
Sprüche
Newsarchiv
Tabellenarchiv

Kontakt & Infos
Datenschutz
Redakteur werden
Unterstützen
Sponsoren
Links

Zurück
 
25.08.2019
Landesliga Hammonia: Kein Frühstück für den ETV von Stefan Knauß




vs.


HEBC -Eimsbütteler TV 3:1 (1:1)

HEBC: Meins – Hackstein, Flick, Palo, Eggert – Oldag, Schulz – Köhler (70. Magens), Kosik (80. Nosa), Lemke – Julardzija (61. Rinckens)
ETV: Matthäi – Mierow, Sambou, Olayisoye, M. Bolz – Töremis (68. Mohamed) – Nawaz, Erdal, Eggers (46. Houndjame), L. Bolz (38. Hölscher)- Pauli
Tore: 0:1 Erdal (25.), 1:1 Eggers (44.), 2:1 Köhler (62.), 3:1 Rinckens (90.)
Rote Karte: Olayisoye (ETV, 43. w/Notbremse)
Schiedsrichter: Julius Steinhorst (SV Halstenbek-Rellingen): Ziemlich kleinlich, aber ohne dabei ein Team zu benachteiligen. Der Platzverweis gegen Olayisoye war berechtigt.
Beste Spieler: Lemke, Eggers, Palo – Pauli, Matthäi
Zuschauer: 365

Schon eine Woche vor dem Spiel gab es von Seiten des ETV die ersten (nett gemeinten) Spitzen Richtung Derbygegner HEBC. Auf Facebook postete der ETV: „An HEBC – Frühstück auf euren Nacken“. Aber daraus wurde nichts, es gab nach dem Spiel höchstens Pommes rot-weiß! Immerhin zeigte der ETV eine tolle spielerische Leistung. Eine Augenweide, wie ETVs Jon Pauli mit dem Ball leichtfüßig und elegant die Gegner ausspielt.


Erciyes Palo (r.) im Zweikampf mit Jon Pauli. Foto: Olaf Both

Überhaupt zeigten beide Teams trotz der drückenden Hitze ein richtig gutes Spiel. Der ETV ließ den Ball schön laufen. Trotzdem ging der Plan von HEBC Trainer Özden Kocadal auf. Durch frühes Anlaufen und Zustellen setzte HEBC den ETV unter Druck. Daraus resultierten vor allem für den fleißigen Juro Julardzija gute Möglichkeiten. Aber im Tor des ETV stand mit Anton Matthäi ein überragender Keeper. Matthäi wusste auch zu begeistern. Mit tollen Paraden und gutem Fussballspiel hielt er für den ETV alles fest.


Anton Matthäi war ein guter Rückhalt für den ETV. Foto: Olaf Both

Den ersten Treffer bereitete HEBC für den Gegner vor. Eine missglückte Spieleröffnung führte zu einem Foul an Nawaz direkt vor dem Strafraum. Den Freistoß verwandelte Mert Erdal aus 17 Metern an der Mauer vorbei nicht ganz unhaltbar (25.). Für die nächsten 15 Minuten war der Turnverband überlegen. Dann der Gegenzug. Tjorven Köhler war in der Mitte durch und konnte von Olayisoye nur noch unfair gestoppt werden. Letzter Mann – Platzverweis. Das sah ETV Manager Koray Gümüs komplett anders und beschwerte sich auch nach dem Spiel noch lange über die Leistung des Schiedsrichters. Gümüs erhielt übrigens während der zweiten Halbzeit den gelben Karton für lautstarke Kritik von der Bank.


Die Szene des Spiels: Samuel Olayisoye sieht nach einer Notbremse den Carton Rouge. Foto: Olaf Both

Den fälligen Freistoß donnerte Piet Oldag in die Mauer des ETV. Irgendwie rutschte der Ball weiter. Im Gewühl schoss Jorma Eggers in der Drehung den Ausgleich (44.). Damit ging es in die Pause vor zahlreichen begeisterten Zuschauern.

Trotz Unterzahl setzte der ETV sein schönes Spiel fort. Allerdings ohne nennenswerte Resultate. Bis auf einen Freistoßhammer von Pauli an die Latte (65.) gab es nichts mehr zu holen. Im Gegenteil. HEBC überzeugte durch Willenskraft und traumhafte Kombinationen. Jorma Eggers passte den Ball in die Strafraummitte auf Köhler und dieser nagelte die Kugel aus der Drehung ins Netz (63.). Mit dieser Führung zog sich HEBC tief zurück. Überließ dem ETV das Spiel und kontrollierte es dennoch.

Der eingewechselte Goalgetter Janosch Rinckens brauchte etwas Anlaufzeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Aber der dritte Treffer war dann ein Sahnetor! Vorlage von Jefferson Nosa in den Lauf. Rinckens schob den Ball flach an Matthäi vorbei (90.). Die Entscheidung! Mitteregger: „Da war dann die Kraft weg. Das nehme ich den Jungs keinesfalls übel.“

Für die einen war es der Derbysieg. Für Mitteregger eher nicht so ein Derby: „Das sehe ich gar nicht so. Also bei uns wohnen alle Jungs in Eimsbüttel und sind dort aufgewachsen. Aber wenn ich bei HEBC die vielen neuen Spieler sehe, ist das für mich eher kein Eimsbütteler Derby.“ Eine exklusive Ansicht.

Anzumerken ist noch eine weitere schöne Geste. Nach dem 2:1 eilte Köhler an den Rand zum frischgebackenen Vater Daniel Prange. „Praintsch“ - übrigens seit fünf Jahren bei HEBC - bekam ein Trikot für seinen Sohn überreicht. Da wächst wohl der nächste Eimsbütteler Spieler heran.



Tjorven Köhler überreicht das "HEBC-Baby-Trikot" an Daniel Prange. Foto: Olaf Both

Stimmen:

Dennis Mittelegger (Trainer ETV):
Ich würde grundsätzlich sagen, dass wir die bessere Mannschaft haben. Nach der ersten Viertelstunde waren wir richtig gut drin. In der zweiten Halbzeit haben wir trotz Unterzahl das bessere Spiel gemacht. HEBC hat geflattert, wenn wir auf die Kette zugelaufen sind. Den Platzverweis kann man geben, aber das macht auch nicht jeder Schiedsrichter. Wir haben dennoch gut weitergespielt. Über die beiden ersten Gegentore ärgere ich mich, weil wir da nicht mitgelaufen sind. Das hat HEBC gut gemacht. Insgesamt gehören wir zu den besten Mannschaften in der Liga.

Özden Kocadal (Trainer HEBC):
Im großen und ganzen steht der Sieg über allem. Wir haben aus dem Spiel heraus viele gute Chancen erspielt. Vom ETV habe ich zwei Pfostenschüsse und das Standardtor gesehen. Ansonsten haben wir das gut verteidigt. Und auch in der zweiten Halbzeit haben wir nichts zugelassen. Nach dem 2:1 haben wir umgestellt und das war der Wendepunkt im Spiel. Die Rote Karte war berechtigt. Aber das hat uns gar nicht mal so viel geholfen. Wir haben dem ETV in der zweiten Halbzeit bewusst viel Ballbesitz überlassen und dann toll gekontert. Das dritte Tor war dann mit Ansagen von Joschi Rinckens vor dem Spiel. Das Derby hat Spaß gemacht.

Statistik:
Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1945): 53 Spiele: 16 Siege, 13 Remis, 24 Niederlagen, 89:89 Tore
1957/58: 7:1 / 3:2 Amateurliga Hamburg (2. Liga)
1958/59: 4:2 / 1:2 Amateurliga Hamburg (2. Liga)
1959/60: 2:2 / 2:4 Amateurliga Hamburg (2. Liga)
1964/65: 0:4 / 0:3 Landesliga Hamburg (3. Liga)
1965/66: 0:2 / 2:2 Landesliga Hamburg (3. Liga)
1970/71: 0:2 / 1:3 Amateurliga Hammonia (4. Liga)
1973/74: 2:2 / 0:1 Amateurliga Hammonia (4. Liga)
1974/75: 2:0 / 1:2 Amateurliga Hammonia (5. Liga)
1975/76: 2:0 / 0:0 Amateurliga Hammonia (5. Liga)
1976/77: 0:2 / 1:1 Amateurliga Hammonia (5. Liga)
1977/78: 0:0 / 2:6 Amateurliga Hammonia (5. Liga)
1978/79: 1:1 / 1:1 Landesliga Hammonia (5. Liga)
1983/84: 2:3 / 2:0 Landesliga Hansa (5. Liga)
1984/85: 4:1 / 0:1 Landesliga Hammonia (5. Liga)
1990/91: 0:0 / 2:3 Landesliga Hammonia (5. Liga)
1991/92: 4:1 / 1:2 Landesliga Hammonia (5. Liga)
1992/93: 0:2 / 4:2 Landesliga Hammonia (5. Liga)
1993/94: 2:0 / 5:1 Landesliga Hammonia (5. Liga)
1996/97: 2:2 / 1:3 Landesliga Hansa (6. Liga)
2003/04: 1:2 / 2:3 Verbandsliga Hamburg (5. Liga)
2004/05: 4:0 / 1:1 Verbandsliga Hamburg (5. Liga)
2008/09: 0:1 / 0:1 Bezirksliga Nord (7. Liga)
2010/11: 1:0 / 3:4 Landesliga Hammonia (6. Liga)
2012/13: 2:1 / 1:3 Landesliga Hammnoia (6. Liga)
2013/14: 0:2 / 2:2 Landesliga Hammonia (6. Liga)
2014/15: 5:1 / 1:1 Bezirksliga West (7. Liga)
2019/20: 3:1 / ---  Landesliga Hammonia (6. Liga)
 
Historie:
Für den ETV (Eimsbütteler TV von 1889 eV) waren vor allem die 50er „goldene Jahre“. Für die nach dem 2. Weltkrieg neu geschaffene „Stadtliga Hamburg“ brauchte der Klub sich nicht zu qualifizieren, sondern war neben dem HSV, FC St. Pauli, Altona 93 und SC Victoria „gesetzt“. Nach der Meisterschaft 1948 (Verbandsliga HH-Alster) setzte man sich in der Aufstiegsrunde gegen Teutonia Uelzen, Itzehoer SV und Altona 93 durch und spielte fortan von 1948/49 bis 1955/56 acht Jahre lang in der 1. Liga (Oberliga Nord). Nach dem Abstieg 1956 errang der ETV 1959 nochmals die Hamburger Meisterschaft, war dann allerdings in der Aufstiegsrunde chancenlos (u.a. gegen VfB Lübeck und VfB Oldenburg). Seinen ersten Hamburger Titel hatte der ETV übrigens bereits 1915 geholt, als man ungeschlagen (12 Siege, 2 Remis) Hamburger Meister in der A-Klasse wurde (u.a. gegen Victoria, Sperber, Hamburger SV 88, Union 03, Altona 93).
 
In Hamburgs höchster Amateurliga spielte der ETV insgesamt „nur“ 16 Jahre (zuletzt 2004/05), da man 12 Jahre lang höherklassig unterwegs war (neben den bereits erwähnten acht Jahren 1. Liga kickte man von 1999/00 bis 2002/03 noch vier Jahre lang in der Oberliga HH/SH). Größter Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte war natürlich der Pokalsieg 2011, wo man im Landesliga-Duell V/W Billstedt mit 1:0 bezwingen konnte ( http://www.hafo.de/news/fullnews.php?id=4500). Zuvor hatte man nacheinander die Oberligisten SC Condor, Bramfelder SV, SV Rugenbergen, FC Bergedorf 85, TSV Buchholz 08 und Altona 93 aus dem Wettbewerb geworfen.
 
Der HEBC (Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club von 1911 eV) entstand am 7.3.1921 aus der Fusion von Hamburger Ballspiel-Club 1911 und dem Eimsbütteler SC 1920 und nimmt seit 1921/22 am Punktspielbetrieb teil. Nach dem Krieg war man nicht für die „Stadtliga“ gesetzt und scheiterte 1945 in der Qualifikation denkbar knapp. Die einfache Quali-Runde absolvierte man souverän und ungeschlagen mit 12:2 Punkten und 40:7 Toren, so dass gegen die punktgleiche Post SG Hamburg (später „Post SV“) ein Entscheidungsspiel herhalten musste, wo man am 23. Dezember 1945 auf dem „Kesslauplatz“ mit 2:4 verlor. Neben den Landesliga-Meisterschaften 1957 und 1964 (VL Germania = heutiges Landesliga-Level) ist Platz 4 1948 in der (damals noch zweigeteilten) höchsten Amateurliga Hamburg der größte sportliche Erfolg (1959: Platz 5, 1995: Platz 6). Insgesamt kommen die „Veilchen“ auf zwanzig Jahre Zugehörigkeit in Hamburgs Top-Liga (zuletzt 2018/19).
 
In den letzten 30 Jahren war der HEBC dabei quasi eine „Fahrstuhlmannschaft“ zwischen Ober- und Bezirksliga: 1988, 1994, 2003 und 2018 feierte man Aufstiege in die Oberliga Hamburg, musste andererseits aber 1990, 1996, 2007 und 2019 diese Liga wieder verlassen. In der Landesliga sah es ganz ähnlich aus: 2008, 2011 und 2014 aus der LL abgestiegen, aber 2010, 2012 und 2015 aus der Bezirksliga wieder zurück in die LL aufgestiegen.
 
2014 waren übrigens beide Klubs gemeinsam aus der LL Hammonia abgestiegen, doch während HEBC als Meister 2015 den direkten Wiederaufstieg schaffte (und 2018/19 dann sogar für ein Oberliga spielte), verbrachte der ETV fünf lange Jahre in der Bezirksliga, bevor 2019 als Meister der Bezirksliga Nord der Sprung zurück in die Landesliga gelang und somit nun das 53. Eimsbüttel-Derby stattfinden kann.


Google
Web hafo.de

© 2003- 2024
Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind alle Texte, Grafiken, Videos und Fotos Eigentum von www.hafo.de.
Anderweitige Verwendung nur mit vorheriger Genehmigung.

@MEMBER OF PROJECT HONEY POT
Spam Harvester Protection Network
provided by Unspam
CSS ist valide!