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21.09.2019
Tolga Tüters treffsichere Show von Mirko Schneider




vs.


Meiendorfer SV – TSV Buchholz 08 4:1 (2:0)

Meiendorfer SV: Alberti – Rosseburg, Heitbrock, Vinberg, Gündogan (74. Tatsis) – Sosnowski (66. Hercog) – Williams, Sara, Mucunski (66. Collins), Fedai – Tüter
TSV Buchholz 08: Brückner – Jahn, Metzler, Peters, Urdin – Fritz, Kremer (52. Schulz) – Buzhala, Fornfeist – Landowski (61. Eisenberg), Thees (66. Kettner)
Tore: 1:0 Tüter (31., ohne Vorarbeit), 2:0 Tüter (45., Foulelfmeter, Metzler an Gündogan), 2:1 Buzhala (55, ohne Vorarbeit), 3:1 Williams (61., Tüter), 4:1 Fedai (85., Tüter).
Gelb-Rot: Metzler (70., Buchholz, wiederholtes Foulspiel).
Schiedsrichter: Max Beyer (SC Vier- und Marschlande): fuhr lange Zeit eine sehr großzügige Linie. Gelb-Rot gegen Metzler war korrekt, wie auch die meisten sonstigen Entscheidungen. Allerdings etwas unausgewogene Verteilung der Gelben Karten zugunsten der Meiendorfer. Hätte beispielsweise Meiendorfs Sosnowski zwingend Gelb zeigen müssen. Insgesamt eine solide Leistung.
Beste Spieler: Tüter, Alberti, Fedai – Brückner
Zuschauer: 230

Als das Spiel gelaufen und die Punkte im Sack waren, gab Tolga Tüter eher konventionelle Statements von sich. Von „Ich war froh, dass ich meiner Mannschaft helfen konnte“ bis „Wir wussten, dass jetzt die Spiele kommen, in denen wir unbedingt punkten müssen“, war vieles allzu Bekannte dabei. Fast schien es, als habe sich der 24-jährige Angreifer die besonderen Momente des Tages ausschließlich für das Feld aufgehoben. Und wer eine solche Show liefert, dem darf sowieso jede Floskel verziehen werden.

Dabei schien Tüter im Kellerduell gegen Buchholz zunächst keine Rolle zu spielen. An den ersten fünf Torchancen der Partie, die sich anschickte zu einem Kampf um die Slapstick-Krone vor dem Gehäuse zu werden, war er nicht beteiligt. Da war als erstes Alexander Mucunski, der nach einem wunderbaren Steilpass von Max Rosseburg per Querpass von Dylan Williams freigespielt wurde. Sechs Meter vor dem Tor versagte Mucunski in mustergültiger Position – oder, ganz wie man will, der Buchholzer Keeper Lennart Brückner hielt sensationell (7.). War diese Chance noch schön herausgespielt, erhöhte sich der Slapstick-Faktor sechs Minuten später. Lukas Sosnowski unterlief durch einen verspringenden Ball ein kapitaler Annahmefehler, Marius Landwoski schickte Milaim Buzhala und der scheiterte am im kurzen Eck parierenden Briant Alberti. Die dritte Möglichkeit des Spiels setzte noch einen drauf: Freistoß von Sonsowski aus dem Halbfeld, Kopfballaufsetzer von Fedai, Parade Brückner – und Williams stolpert den Ball wie einst Thomas Helmer bei seinem berühmten Phantomtor am Pfosten vorbei (21.). Da wollte sich nun wieder der MSV nicht lumpen lassen: Rosseburg verlor an der rechten Eckfahne tölpelhaft den Ball an Dominik Fornfeist, der passte flach nach innen und Landowski trat über die perfekt servierte Pille und produzierte stattdessen ein Stürmerfoul (22.). Schließlich versuchte MSV-Sechser Michael Sara vergeblich den Ball per Seitfallzieher für die nicht existente rechte Verteidigungsseite zu retten, als Kremer wunderbar auf den so unglücklichen Landwoski passte. Der tunnelte aus 16 Metern fast Alberti, doch von der Hacke des MSV-Keepers hüpfte der Ball Richtung Seitenaus (26.).

Bis hierhin spielte sich in der Flens-Arena eine unterhaltsame Partie auf spielerisch nicht allzu hohem Niveau ab, in der das merkwürdige Vergeben von Torgelegenheiten zum Hauptbestandteil zu werden schien. Doch mit dem Führungstreffer begann sie, die große Show des Tolga Tüter. Dieser hatte nach kurzer Anlaufphase besser in die Partie gefunden, machte extrem viele Wege und viele Bälle fest, überzeugte mit technisch sauber zum Mitspieler bugsierten Pässen – und nun auch mit Torgefahr.

Wobei, der Slapstickfaktor durfte nicht fehlen, so ganz wollte die Begegnung ihren Charakter nicht aufgeben. Nach einem Befreiungsschlag der Meiendorfer köpfte Andreas Metzler den Ball zu seinem Buchholzer Innenverteidigerkollegen Marcel Peters. Der ließ sich die Kugel 30 Meter vor dem Tor wie ein Schuljunge abluchsen, Tüter sprintete allein aufs Tor zu, vorbei an Brückner – und hatte dann noch die Ruhe, einen Buchholzer Verteidiger zu verladen und sicher ins lange Eck aus 13 Metern halbrechts zum 1:0 zu vollenden (31.). Die Chance auf den zweiten Treffer kam für Tüter nur eine Minute später. Williams und Fedai spielten rechts Katz und Maus mit Buchholz und der Ball landete fünf Meter vor dem Tor bei Tüter. Der versuchte einen kunstvollen Lupfer und scheiterte am heute einzigen Buchholzer, der über 90 Minuten Normalform zeigte: Torwart Brückner (32.). „Wenn der Torwart der beste Mann ist bei einem 0:3, lässt das tief blicken“, sagte Düsseldorfs Torwart Jörg Schmadtke einst bei einem Bundesliga-Auswärtsspiel und Buchholz schickte sich nun an, Brückner seine Form zeigen zu lassen, indem es die Abwehrarbeit einzustellen schien. Riesige Löcher klafften im Abwehrverbund, die Abspiel- und Stockfehler waren nach dem doch so stabilen Beginn eines schwachen Bezirksligisten allemal würdig.

Nicht Brückner, sondern Sosnowski war es zu verdanken, dass dies in der 44. Minute nicht bestraft wurde. Eine abermalige Kombination über die rechte Seite brachte den Standardschützen des MSV in Position. Doch Sosnowski beging erst einen Stockfehler, als er den Ball 14 Meter vor dem Tor nicht richtig annahm. Dann durfte er noch kurz zurücktraben, sich den Ball wiederholen – und stand immer noch alleine vorm Gästetor! Er lupfte über Brückner und übers Gehäuse! Es sollte zur Pause trotzdem 2:0 heißen, weil Tüter als perfekter Wandspieler Haci Gündogan schickte, den Metzler nur per Trikotzupfer im Strafraum zu stoppen wusste. Tüter verwandelte den Elfer hart und halbhoch in der rechten Ecke mit etwas Dusel – der famose Brückner war noch dran (45.).

Als die Spieler den Platz zur zweiten Halbzeit betraten, gab es nur eine Möglichkeit, wie Buchholz hier noch punkten konnte. Meiendorf musste den Gegner durch einen kapitalen Fehler stark machen – und Buchholz musste dies ausnutzen. Und fürwahr, so kam es. Kevin Heitbrock machte Bekanntschaft mit dem….genau, Slapstickfaktor dieser Partie. Bei seinem ersten Einsatz über 90 Minuten nach einer Verletzung verrutschte dem MSV-Abwehrchef die Kugel am Fuß und hoppelte vorm Sechzehner weg. Der ansonsten bis auf seine Torchance in der siebten Spielminute nahezu unsichtbare Buzhala luchste Heitbrock den Ball ab und verwandelte sicher aus 16 Metern zentraler Position flach links unten zum 2:1 (55.).

Buchholz war nun im Spiel, die Hoffnung aufs 2:2 währte aber nur kurz. Einwurf MSV, Weiterleitung Tüter, Williams zieht aus 18 Metern ab, Peters blockt, aber was war das? Der Ball eierte in einer bewundernswert skurrilen Bogenlampe über den machtlosen Brückner hinweg in den Winkel. 3:1 (61.). Das passte zum unglücklichen Tag der Buchholzer Defensive. Immerhin gab sich Buchholz in der Folgezeit nicht auf, blieb in seinen Bemühungen jedoch fahrig und bis auf vereinzelte Ausnahmen nur wenig torgefährlich. Die berechtigte Gelb-Rote Karte für Metzler im Anschluss an ein taktisches Foul machte die Sache nicht leichter (70.). Schließlich folgte nach einigen weiteren Torchancen das demütigende 4:1. Tüter – wer bitteschön sonst? – steckte den Ball auf den starken Fedai durch, welcher seine Leistung aus 20 Metern wunderbar krönte. Er überlupfte Brückner fast aus dem Stand. Der war zwar mit den Fingerspitzen noch dran, doch der Ball kullerte zum 4:1-Endstand ins Netz (85.). Zu einem Sieg, der auf alle Fälle verdient war, vielleicht um ein Tor zu hoch ausfiel.

Die Fragen aller Fragen aus Gästesicht stellten zum Abschluss aus Buchholzer Sicht zwei der mitgereisten Fans. „Was ist denn nur mit euch los?“, rief ein verzweifelter Anhänger enttäuscht aufs Spielfeld. Ein anderer verließ die Flens-Arena mit den Worten „Ich hoffe, dass die endlich reagieren“ – vermutlich gemünzt auf eine erhoffte Vorstandshandlung bezüglich der Trainerposition. Buchholz jedenfalls war selbst an seinen allerbesten Tagen selten eine Mannschaft, die leicht und locker seine Gegner niederspielte. In dieser Verfassung muss man sich allerdings wirklich Sorgen um die Nordheider machen.

Umgekehrt sieht es in Meiendorf aus. Wer einen Tolga Tüter hat, der ist künftig nicht nur für jeden Slapstick-Spielverlauf gewappnet – sondern wird sich auch ganz schnell ins gesicherte Mittelfeld verabschieden.

Stimmen:

Marinus Bester (Trainer TSV Buchholz 08):
Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Auf beiden Seiten hätten Tore fallen können. Dass es zwei für Meiendorf geworden sind, lag auch an unserer freundlichen Unterstützung, an zwei krassen individuellen Fehlern. Wir kommen dann auf 1:2 ran, weil Meiendorf sich auch defensiver stellt und uns auskontern will. Und dann kriegen wir ein 3:1, wo das Ding abgefälscht wird, was eigentlich gar keine Torchance ist. Dazu eine berechtigte Gelb-Rote Karte. Und dann noch das vierte Gegentor. Ich kann meiner Mannschaft heute wieder kaum einen Vorwurf machen. Bis auf die krassen individuellen Fehler und dass wir es nicht schaffen, den letzten Pass zu spielen, um einen Spieler frei vor den Torwart zu bekommen. Beim 0:1 tut es mir besonders für Marcel Peters leid. Er ist ein feiner Kerl und normalerweise haut er den Ball zum Einwurf raus. Hier will er ihn im Spiel halten und verliert ihn. Das sieht dann halt doof aus. Im Training klappt das alles, da kriegen wir auch den letzten Pass gut gespielt, im Spiel klappt es nicht. Gefühlt sind ja sieben, acht Mannschaften da unten drin in der Tabelle. Es wird nicht einfacher für uns.

Tobias Sävke (Co-Trainer Meiendorfer SV):
Insgesamt war das ein verdienter Sieg. Auch in der Höhe. Was aber viele vergessen, das ist, dass Briant uns in der ersten Halbzeit auch im Spiel hält. Das erwarten wir von allen unseren Torhütern, dafür sind sie da – in solch entscheidenden Szenen wach zu sein um im Eins-gegen-eins uns das 0:0 zu halten. Ich ziehe den Hut vor Briant. Ansonsten haben wir in Halbzeit eins gute Spielzüge drin gehabt, zwei Tore gemacht. Auch wenn der Elfer eher reingezittert war, aber drin ist drin. In der zweiten Halbzeit kommen wir aber ganz schlecht raus. In den ersten 20 Minuten haben wir Buchholz, einen Gegner, der bis dahin überhaupt nicht im Spiel war, so was von eingeladen. Durch unser Zufallstor zum 3:1 kam aber plötzlich das Selbstvertrauen zurück. Ein Sonderlob kriegt neben Briant auch Tolga: Nicht nur wegen der Tore, er war auch extrem fleißig. Aber auch die Leute, die ihn in Szene setzen wie Fedai oder Williams oder Sosnowski, der gute Verlagerungen drin hatte, als er ins Spiel fand, haben gut gespielt. Überhaupt hat mir bei allen die Einstellung und das Kämpferische gefallen. Wir stehen da unten, weil wir bisher unsere Chancen zu selten reingemacht haben. Diese Woche haben wir extrem viel und hart am Torabschluss gearbeitet. Sieht man sich an, dass wir gewonnen und vier Tore geschossen haben, dann war der Weg nicht so verkehrt.


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