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27.10.2019
Ein Punkt fürs Herz - Paloma bringt Dassendorf an den Rand einer Niederlage von Andreas Killat


präsentiert:


vs.


USC Paloma – TuS Dassendorf 2:2 (0:0)

USC Paloma: Waldmann – Wallner, Styhn, Krause, Blumauer – Merkle, Schwäbe (86. Lohrke), Iwosa – Blunck, Ulaga (63. Schiemann) – Haase (74. Bein)
TuS Dassendorf: Gruhne – Lenz, Aust, K. Carolus – Dittrich, Strömer (64. Dettmann), Hinze (73. von Walsleben-Schied), Blohm (81. Kurczynski) – Möller – Maggio, Nägele
Tore: 0:1 Strömer (53.), 1:1 Blunck (64.), 2:1 Bein (78.), 2:2 von Walsleben-Schied (83.)
Schiedsrichter: Florian Schwarze (MSV Hamburg): Die Gäste waren nicht zufrieden mit ihm (viele kleine Entscheidungen eher pro USC) – aber unterm Strich muss die TuS froh sein, dass Kerim Carolus nach seiner Verbalattacke nicht mit Rot vom Platz musste (82.). Beim vermutlichen 2:1 von Möller (65.) konnten weder er noch sein Assistent auf Ballhöhe sein, also kein Vorwurf (in der Oberliga gibt es halt keine Torlinientechnik).
Beste Spieler: Tolle Teamleistung – Hinze, Blohm
Zuschauer: 290

„Alle sagen, wir haben keine Chance – aber die wollen wir nutzen“, lächelte das USC-Trainerteam Steffen Harms und Mario „Harry“ Jurkschat eine Stunde vor dem Anpfiff. „Wir sind nicht nur hier, um die große Fußballkunst der Dassendorfer zu bestaunen, sondern werden ihnen einen großen Fight liefern“. Gesagt, getan!

Mit einer etwas defensiveren 4-3-2-1-Taktik gelang es den „Tauben“ fast schon problemlos, die TuS vom eigenen Gehäuse fernzuhalten. Erst nach zwanzig Minuten die erste kleine Torchance für die Gäste, als Kerim Carolus nach einem weiten Einwurf von Pascal Nägele an Keeper Jannis Waldmann scheiterte und Mattia Maggio den Abpraller genau in die Arme des Goalies köpfte. Auf der Gegenseite sogar die Hundertprozentige zum 1:0. Dominik Ulaga hatte aus dem linken Halbfeld Richtung TuS-Gehäuse geköpft. Eigentlich völlig ungefährlich, doch Amando Aust blieb stehen, so dass der durchgestartete Pascal Haase plötzlich völlig frei 17 Meter zentral vorm Tor stand. Aber statt sofort abzuziehen, verstolperte der USC-Stürmer die Großchance (25.).

Aber auch in der Abwehr der Gastgeber lief nicht immer alles glatt. Peter Iwosa leistete sich im eigenen Strafraum einen haarsträubenden Fehlpass auf Sven Möller, der sofort zu Maggio weiterleitete. Doch der Ex-Profi hatte heute einen rabenschwarzen Tag erwischt und versemmelte aus 14 Metern übers leere Tor (33.). „Maggio war heute Palomas bester Verteidiger“, so der angesäuerte Jean-Pierre Richter nach dem Match, „er hat immer wieder die freien Räume blockiert“.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Zuschauer dann für die eher ereignislose erste Halbzeit entschädigt – und wie! Zwar ging zunächst der Favorit nach toller Vorarbeit von Blohm und Möller durch Len Aike Strömer in Führung (53.), doch die Hausherren ergaben sich keinesfalls kampflos. Michel Blunck hatte nach Zuspiel von Haase direkt den Ausgleich auf dem Fuß, aber seinen Schuss konnte TuS-Keeper Christian Gruhne mit den Fingerspitzen an die Latte lenken (58.). Nun hatte der USC Oberwasser! Aus TuS-Sicht eigentlich unerklärlich. Da geht man nach magerer erster Halbzeit in Führung – und lässt sich dann die Butter vom Brot nehmen.

Aber das lag eben vor allem an der guten und mutigen Vorstellung des Aufsteigers. Prince Boateng Styhn eroberte im Mittelfeld das Leder und schickte den Sekunden zuvor eingewechselten Denny Schiemann auf die Reise. Dessen grandiose Flanke von der rechten Außenbahn schädelte der eingelaufene Blunck am kurzen Pfosten zum verdienten 1:1 ein (64.). Riesenjubel auf der Anlage – der den meisten direkt nach dem Anstoß fast im Halse stecken blieb. Möller hatte nämlich gesehen, dass Keeper Waldmann vom Jubel mit seinen Mitspielern noch auf dem Rückweg zum Tor war und daher mit einem Geniestreich direkt vom Mittelkreis abgezogen – der Ball klatschte an die Unterkante der Latte und drehte sich mit viel Spin wieder nach vorne heraus. „Der war klar drin“, berichtete Zuschauer Christian Woike (Ex-Coach SC Condor) der anwesenden Presse, „fast einen Meter hinter der Linie“. Woike hatte zu dem Zeitpunkt ideal auf Höhe der Eckfahne gestanden und es genau verfolgt.

Doch da der Assistent und natürlich auch der Referee beim Anstoß noch Höhe Mittellinie standen, konnte es keiner genau gesehen haben – großes Pech für Dassendorf. „Ziemlich bitter. Aber was will man machen“, seufzte Richter später, „wir haben in der Oberliga ja keine Torlinientechnik. Den Schiedsrichtern mache ich keinen Vorwurf, die müssen sich ja zu 100% sicher sein, standen aber zu weit weg. Die USC-Ersatzspieler, die sich hinterm Tor warm gemacht haben, haben mir jedenfalls alle bestätigt, dass der drin war“. Für Harms, der es selbst aus 70 Metern Entfernung nicht beurteilen mochte, „ein glücklicher Moment, den wir heute gebraucht haben“.


Ratlose TuS-Trainer nach dem Lattentreffer. Foto: Hanno Bode

Dieses Momentum nutzte Paloma für sich, während die Gäste-Kicker nur noch mit dem Referee haderten. Iwosa mit einem Traumpass auf Haase, doch der sonst so treffsichere Stürmer vergibt auch seinen zweiten Hundertprozenter und schießt freistehend vorbei (71.). Gut, wenn man dann von der Bank nachlegen kann! Haase ging, Tom Bein kam (74.). Und der machte das Ding! Nach einem langen Pass von Blumauer aus der eigenen Hälfte marschierte der 25jährige von der Mittellinie zusammen mit Schiemann in 2:1-Überzahl gegen die völlig entblößte TuS-Abwehr aufs Tor zu, deutete mit einer Finte den Querpass an, narrt schließlich am Fünfmetereck Henrik Dettmann und schiebt dann eiskalt zum 2:1 ein (78.). Was für ein Jubel-Orkan am Sonntagvormittag. Das gesamte USC-Funktionsteam und alle Ersatzspieler stürmten quer über den Kunstrasen und herzten den Torschützen.


Tom Bein (r.) bejubelt sein zwischenzeitliches 2:1. Foto: Hanno Bode

Für Kerim Carolus offensichtlich ein Nackenschlag zu viel. Nach einem Foul an ihm, für das Bein „Gelb“ sah, motzte der Linksverteidiger deutlich hörbar ziemlich üble Beleidigungen Richtung Schiri (u.a. „Was pfeifst Du eigentlich für eine Scheiße“) und war mit „Gelb“ noch sehr gut bedient (82.). Doch damit nicht genug, Carolus legte sich an der Seitenlinie auch noch mit einem älteren Zuschauer an („Halt Deinen Mund, Du hast doch keine Ahnung“) und „bettelte“ fast schon um einen Platzverweis – durfte aber weitermachen. Doch nicht nur der USC hat „Joker“, die stechen. Den fälligen Freistoß nach dem Foul an Carolus bringt Gruhne von der Mittellinie in den gegnerischen Strafraum, wo Marcel Lenz mit dem Kopf quer für den kurz zuvor eingewechselten Marcel von Walsleben-Schied auflegt. Und „Schiedi“ nickt das Leder in tief gebückter Haltung (siehe Foto) aus einem Meter zum 2:2 über die Linie (83.).


”Schiedi“ köpft zum 2:2 ein. Foto: Hanno Bode

Anschließend hatten beide Teams noch die Chance zum Sieg: Erst rettete Styhn in höchster Not gegen Maggio (87.), dann ist Schiemann nach Zuspiel von Bein frei durch, lässt sich aber etwas zu weit nach rechts abdrängen und scheitert mit einer Doppelchance zweimal an Gruhne (90.). Puh!

Für Paloma ein toller Vormittag und der endgültige Beweis, dass man in der Oberliga angekommen ist. Nach nun vier ungeschlagenen Partien in Folge (1-3-0) hat man 12 Zähler auf dem Konto, muss aber natürlich weiter nach unten gucken – darf aber auch zu Recht Richtung Mittelfeld blicken. Für die erfolgsgewohnten Dassendorfer nach 12 Siegen in Serie mal wieder ein Punktverlust, der eigentlich schon vorher klar war. Denn Liga-Manager Alexander Knull feiert heute seinen 38. Geburtstag – und die TuS hat nun 38 Punkte auf dem Konto. „Ich hätte lieber meinen 40. Geburtstag gefeiert“, scherzte Knull schlagfertig via WhatsApp von zu Hause. Eigentlich wollte er ja live vor Ort sein, aber seine Ehefrau Anna hatte ihn mit einem „Überraschungsfrühstück“ beglückt – in der irrigen Annahme, dass erst um 14 Uhr gespielt wird…

Stimmen:

Jean-Pierre Richter (Trainer TuS Dassendorf):
Wir haben uns heute sehr schwer getan. Paloma war ein sehr starker Gegner, der uns vor einige Probleme gestellt hat. Besonders in der ersten Halbzeit hat man gesehen, mit welchen Problemen wir momentan zu tun haben. Das ist eine große Enttäuschung. Uns haben Spielwitz, Kreativität, eine bessere Passquote und schnelle Lösungen gefehlt. Paloma hat vieles richtig gemacht und uns kurz vor der Niederlage gehabt. Immerhin nehmen wir noch einen Punkt mit – aber das stellt uns natürlich nicht richtig zufrieden. Es war wie schon in Meiendorf (1:1): Meine Spieler haben sich am Ende nur noch mit dem Schiedsrichter beschäftigt, statt sich auf ihre Leistung und das Spiel zu konzentrieren.

Steffen Harms (Trainer USC Paloma):
Das war ein schöner intensiver Paloma-Vormittag. So haben wir uns das vorher gewünscht und erhofft. Auch wenn viele vorher gesagt haben, gegen Dassendorf hast Du keine Chance, die sind zu abgezockt und spielen Dich mit ihrer Qualität nieder – so haben wir uns doch sehr intensiv auf das Spiel vorbereitet und unsere Chance gesucht. In der ersten Halbzeit haben wir Dassendorf gut vom Tor weggehalten. Nach dem 0:1 war es für mich dann ein richtig schöner Moment. Uns wurde ja von einigen nachgesagt, dass wir nach einem Rückstand nicht stabil sind und uns Typen fehlen etc. – da haben die Jungs aber heute das Gegenteil bewiesen. Gegen einen so starken Gegner zurückzukommen und das Spiel zu drehen – da hat sich die Mannschaft das größte Kompliment verdient. Wir haben gut in die Räume gespielt und sind immer wieder zu Möglichkeiten gekommen. Wir waren zickig und giftig auf dem Feld und haben den Gegner zu Fehlern gezwungen. Und am Ende kann man sogar sagen, wir hätten auch gewinnen können. Das ist mit das Schönste heute. Eine tolle Leistung und ein Punkt fürs Herz.

Statistik:
Gesamt-Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 9 Spiele, 3 Siege, 2 Remis, 4 Niederlagen, 11:22 Tore

2002/03: 2:0 / 2:2 Verbandsliga Hamburg
2003/04: 2:1 / 2:1 Verbandsliga Hamburg
2014/15: 0:3 / 0:5 Oberliga Hamburg
2015/16: 1:4 / 0:4 Oberliga Hamburg
2019/20: 2:2 / --- Oberliga Hamburg


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