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30.11.2019
So ist Fußball von Andreas Killat




vs.


Meiendorfer SV – Hamm United FC 2:3 (2:1)

Meiendorfer SV: Hoxha – Gündogan (78. Heitbrock), Tatsis, Vinberg, Crentsil – Hercog, Sosnowski – Williams, Ganitis, Varela Monteiro (82. A. Ayim) – Tüter
Hamm United FC: Graudenz (24. Böse) – Kauth, Panata, Rahn, Cholevas – Tafese, Kamalow – D’urso (78. Patrin), Schirosi, Klein – C. Ayim (61. Sousa)
Tore: 0:1 Rahn (11.), 1:1 Tüter (28.), 2:1 Sosnowski (38., FE), 2:2 Sousa (83.), 2:3 Rahn (85.)
Rote Karte: Hercog (9.), Notbremse
Schiedsrichter: Jorrit Eckstein-Staben (SC Wentorf): Die Hausherren fühlten sich in vielen Szenen benachteiligt (siehe „Stimmen“). Aber die Rote Karte war vertretbar und ebenso berechtigt, wie der Foulelfmeter.
Beste Spieler: Ganitis, Sosnowski, Varela Monteiro – Rahn, Klein, D‘urso
Zuschauer: 86

„Das hatte mit Oberligafußball nichts zu tun“, so HUFC-Manager Jassi Huremovic nach dem Abpfiff und auch Präsident Jörn Heinemann war bedient: „Das war so schlecht. Ich habe erstmals seit vier Jahren eine etwas lautere Ansprache in der Kabine gehalten“. Dabei hatten die Gäste eine schon verloren geglaubte Partie im Schlussspurt noch gedreht. Doch große Freude wollte nicht aufkommen, zu dürftig war die Leistung trotz 80 (!) Minuten Überzahl. „Aber so ist Fußball“, lächelte Huremovic, „das haben wir alle schon erlebt“.

Tatsächlich hatte die Partie für die Gäste, die zum Andenken an ihren langjährigen Coach Uli Schulz (am Dienstag im Alter von 73 Jahren verstorben) mit Trauerflor spielten, optimal begonnen. Maurizio D’urso hatte auf Höhe der Mittellinie den perfekten Pass in den Lauf von Florian Klein gespielt. Der war frei durch, wurde aber kurz vor dem Strafraum von Marcin Hercog leicht an der Schulter gehalten. Klein kam aus dem Tritt, verstolperte das Leder und die Riesenchance war vorbei. Referee Jorrit Eckstein-Staben zögerte keine Sekunde und zeigte „Rot“ (9.). Die Hausherren reklamierten zwar, dass mit Sean Paul Vinberg noch ein weiterer Verteidiger in der Nähe war, doch von der Tribüne aus betrachtet ging die Hinausstellung in Ordnung. Den fälligen Freistoß versenkte Stephan Rahn mit all seiner Klasse zum 0:1 (11.).

Was sich dann jedoch ab Minute 15 abspielte, wird wohl noch für viel Redebedarf bei den „Geächteten“ sorgen. Trotz Überzahl lief man fortan nur noch Ball und Gegner hinterher. „Ich hatte das Gefühl, WIR sind in Unterzahl“, war HUFC-Coach Sidnei Marschall geschockt. Meiendorf rannte, kämpfte und ackerte – und spielte die Hammer die folgenden 70 Minuten mit einem Mann weniger im Prinzip in Grund und Boden. Einen Schuss von Alexandros Tatsis konnte Rahn noch auf der Linie klären (23.), doch als Keeper Samuel Graudenz direkt danach mit einer Oberschenkel-Zerrung vom Feld musste (24.), kassierte der „kalte“ Ersatztorwart Frederic Böse – unverschuldet - prompt das 1:1 durch Tolga Tüter, der eine Flanke von Leon Varela Monteiro über die Linie drückte (28.). Und es kam sogar noch dicker: Nach einem Foul von Matthias Cholevas an Theo Ganitis gab es Elfmeter, den Lukas Sosnowski halbhoch zum 2:1 verwandelte (38.).

Nach der Pause veränderte sich das Bild zunächst kaum. Zwar hatte Tevin Tafese aus spitzem Winkel den Ausgleich auf dem Fuß (54.), doch danach tat sich 20 Minuten lang gar nichts. Die Hausherren waren weiter optisch überlegen (in Unterzahl!), brauchten aber besagte zwanzig Minuten, ehe Haci Gündogan (nach Flanke von Sosnowski) am zweiten Pfosten die beste Chance zum 3:1 hatte, jedoch freistehend aus sechs Metern an Böse scheiterte (77.). Von Hamm konnte man zu diesem Zeitpunkt nur enttäuscht sein. Heinemann und Huremovic nahmen es mit Galgenhumor: „Wir werden mit dem verantwortlichen Manager und dem Präsidenten ein ernstes Wort reden“, nahmen sich die beiden auf der Tribüne selbst auf die Schippe. Aber auch deftige Zurufe an die eigenen Spieler gab es zu notieren. „Schlecht“ und „unterirdisch“ waren da noch die nettesten Worte…

Wenn spielerisch nichts geht, dann helfen ja häufig die Standards. Und genau die wurden dem MSV zum Verhängnis. Nach einem Freistoß von Schirosi (der erste vernünftige Ball des ständig zwischen Genie und Wahnsinn taumelnden Spielmachers) kam ein schon fast in Vergessenheit geratener Ex-Torjäger zu seinem ersten Saisontreffer: Adrian Sousa traf aus elf Metern zum glücklichen 2:2 (83.). „So will ich ihn sehen“, jubelte Marschall und erläuterte: „„Er hat diese Woche endlich mal sehr gut trainiert und ich hatte sogar überlegt, ihn von Anfang an zu bringen, habe mich dann aber doch für Christian Ayim entschieden, damit das Bruderduell nicht platzt“. Auf Seiten der Gastgeber kickt nämlich Andi Ayim, der aber erst spät eingewechselt wurde (82.), als schon lange Sousa für den HUFC-Ayim gekommen war (61.).

„Pass auf, jetzt gewinnen wir sogar noch – so läuft Fußball ja meistens“, schlug bei Huremovic Ärger und Zorn urplötzlich in Hoffnung um. Der Mann hat eben Sachverstand! Wieder eine Standard (Ecke Klein) und am ersten Pfosten steht „Kopfballungeheuer“ Stephan Rahn und köpft völlig ungedeckt zum 2:3 ein (85.). Der alte Mann und das Mehr (an Erfahrung)! 37 Jahre hat Rahn bereits auf dem Buckel, doch von ihm und seiner Einstellung können sich ganz viele immer noch eine gehörige Scheibe abschneiden. Mit seiner Rettungstat auf der Linie (23.) und zwei erzielten Treffern avancierte „Rahner“ zum Helden des Tages – auch wenn über die Gesamtleistung des Teams besser der Mantel des Schweigens ausgebreitet werden sollte (siehe Beginn des Berichtes).

Für den MSV eine ganz bittere Pille. 80 Minuten lang (!) in Unterzahl vorbildlich gespielt, gekämpft und alles im Griff gehabt – bis auf diese zwei Standards. Und wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech hinzu: Eine tolle Flanke von Kevin Heitbrock wuchtete Innenverteidiger Tatsis vom Elfmeterpunkt Richtung Gehäuse zum gefühlten 3:3-Ausgleich. Doch Keeper Böse parierte mit beiden Fäusten glänzend (90.+2). Nach den blöden Gegentoren gegen Rugenbergen und heute direkt nach seiner Einwechslung eine echte Genugtuung für „Freddi“. Kurz danach pfiff der Schiedsrichter ab, worüber sich die Gastgeber mächtig ärgerten: „Er hat mir vor zehn Minuten noch gesagt, dass er alles nachspielen lassen wird“, so Co-Trainer Tobias Sävke. Da hatte allerdings der MSV noch 2:1 geführt und immer wieder mächtig auf Zeit gespielt (Hoxha!)…


Stimmen:

Sidnei Marschall (Trainer Hamm United FC):
Wir machen es halt immer spannend (lacht). Ich habe ja schon neulich gesagt, dass meine Mannschaft ein Phänomen ist. Wir haben gut angefangen, machen direkt nach der Szene mit der Roten Karte das 1:0 – und dann haben wir komplett aufgehört Fußball zu spielen. Das war nicht gut. Ich hatte das Gefühl, dass wir in Unterzahl sind. In der Pause haben wir uns fest vorgenommen, hier auf jeden Fall drei Punkte zu holen. Mir ist im Moment auch völlig egal, wie wir gespielt haben und wie der Sieg zustande gekommen ist. Hauptsache drei Punkte! Alles andere werden wir am Montag besprechen.

Baris Saglam (Trainer Meiendorfer SV):
Das ist wirklich schwierig in Worte zu fassen. Wir haben Leidenschaft gezeigt und den Gegner dominiert – und das über 80 Minuten lang in Unterzahl. Wir sind permanent draufgegangen und haben Hamm keine Luft zum Atmen gelassen. Es ist daher einfach nur schade, dass die Jungs für den ungeheuren Aufwand nicht belohnt wurden. Ich bin zwar kein Freund davon, den Schiedsrichter zu kritisieren, aber heute muss ich das einfach loswerden. Er hat zu schnell Einfluss auf das Spiel genommen. Die Rote Karte muss man nicht geben. Meiner Meinung nach war Hercog nicht letzter Mann und es war nur ein ganz kleiner Kontakt da. Auf der anderen Seite wurde Tolga Tüter in einer ganz ähnlichen Szene gefoult, da gab es nur Gelb. Außerdem hat der Schiedsrichter nur eine Minute nachspielen lassen, obwohl es sechs Wechsel und einige Unterbrechungen gab. Natürlich ist der Schiedsrichter nicht schuld an unserer Niederlage. Wir dürfen bei drei Standards nicht solche Fehler machen. Aber er hatte heute wesentlichen Einfluss. Meiner Mannschaft kann ich keinen großen Vorwurf machen. Schade, dass wir in der letzten Aktion nicht das 3:3 machen.

Statistik:
Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit HUFC-Vereinsgründung 2006): 4 Spiele, 1 Sieg, 0 Remis, 3 Niederlagen, 7:11 Tore

2016/17: 2:4 / 2:1 Landesliga Hansa
2019/20: 2:3 / 1:3 Oberliga Hamburg


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