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06.03.2022
Der größte Gegner war der Platz von Andreas Killat




vs.


TuS Dassendorf – HEBC 2:0 (1:0)

TuS Dassendorf: Gruhne – K. Carolus, Ahlschwede, Sowah, R. Carolus (46. Lenz) – Dettmann – Maggio (87. Kleine), S. Möller, Lam, Strömer (64. Kurczynski) – Harnik (74. D. Bergmann)
HEBC: Ortner – Peters, Palo, Wrede, Eggers – Aug, Diekmann (76. Muto) – Köhler (76. Schott), Schulz (58. Tourgaidis), Butt (58. Wilhelm) – Jodeit (30. Buttler)
Tore: 1:0 Harnik (21.), 2:0 Maggio (87.)
Schiedsrichter: Dr. Gerrit Breetholt (GW Eimsbüttel): Seine sehr großzügige Linie rächte sich, die Spieler (beider Teams) nutzten es rustikal aus. Insbesondere Köhler hätte schon viel früher verwarnt werden müssen (z.B. für sein Foul an Rinik Carolus, 19.) und auch Carolus selbst hatte Glück, für sein Frustfoul (34.) ohne Gelb davongekommen zu sein. Die Attacke von Palo an Kurczynski war ein klarer Elfmeter (79.), aber auch hier lief das Spiel ohne Pfiff weiter.
Beste Spieler: Dettmann – Eggers, Aug
Zuschauer: 132

„Der Rasen war heute wirklich nicht gut“, brachte es TuS-Coach Jean-Pierre Richter auf den Punkt, „aber mein Gott, wir sprechen von Anfang März, da können wir froh sein, überhaupt auf Rasen Fußball spielen zu können. Der Platzwart hat alles gegeben, mehr war nicht drin“.

Doch nicht nur der Boden war knüppelhart – auch auf dem Platz ging es rustikal zu Werke. Insbesondere die Gäste zeigten ein sehr körperbetontes Spiel. „Das hatten wir auch erwartet. Deswegen haben wir letzte Woche extra gegen einen Regionalligisten gespielt, um nochmal eine physische Komponente reinzubekommen“, so Richter. Da der Schiedsrichter alles laufen ließ – sogar ein hartes Foul von Tjorven Köhler im Luftkampf an Rinik Carolus, das beim Dassendorfer zwei (!) blutende Platzwunden über und unter dem Auge hinterließ (19.), blieb ohne Pfiff und deswegen natürlich auch ohne Gelbe Karte – wurden beide Teams immer „giftiger“. „Der Schiedsrichter hat in beide Richtungen sehr viel laufen lassen, das war nicht immer glücklich“, so Richter.

In der ersten halben Stunde wurde allerdings vor allem noch eines: Fußball „gespielt“! Beide Mannschaften zeigten ihr taktisches Verständnis und präsentierten den Fans gekonnte Ballpassagen. Insbesondere natürlich der haushohe Favorit, der wie so häufig vom Anpfiff weg ein Feuerwerk abbrannte. Schon nach handgestoppten 10 Sekunden (!) hatte Zhi Gin Lam den Führungstreffer auf dem Fuß, doch sein Schuss tropfte nur auf die Latte. Weiter ging es mit einem Seitfallzieher von Harnik (3.) und einem Volleykracher von Sven Möller (9.), die jeweils nur ganz knapp ihr Ziel verfehlten. „Da hatten wir großes Glück“, gestand Gäste-Coach Özden Kocadal hinterher ein.

Kurios: Das überfällige 1:0 fiel ausgerechnet in der kurzen Phase, als die TuS in Unterzahl agierte. Rinik Carolus musste nach dem Foul von Köhler (19., siehe oben) minutenlang behandelt werden, als Maximilian Ahlschwede Harnik bediente und der aus spitzem Winkel gekonnt seinen 29. (!) Saisontreffer erzielte (21.). Die Gäste gaben ihren ersten Torschuss (durch einen Freistoß von Köhler) übrigens erst kurz nach der Halbzeit ab (53.). Danach war die Partie bis zum Ende hin sehr zerfahren. Viele Ballverluste (der Rasen!), viele Unterbrechungen – wahrlich kein Augenschmaus. Trotzdem wären die Eimsbüttler fast zum Ausgleich gekommen, doch Lennard Sowah konnte einen Schuss von Köhler kurz vor der Linie noch blocken (60.).

In den letzten Minuten wurden die Zuschauer dann aber doch noch ein bisschen entschädigt. Erst hätte es für das Foul von Erciyes Palo an Kurczynski eigentlich Elfmeter geben müssen (79.), dann brachte Sven Möller das Spielgerät mit dem Kopf zu „Kuczy“, der direkt auf Mattia Maggio weiterleitete. Der Harnik-Schwager setzte sich zentral vor dem Tor stark im Zweikampf durch und netzte aus 12 Metern zum 2:0-Endstand ein (87.).


Stimmen:

Jan Schönteich (Sportchef TuS Dassendorf):
Ich habe HEBC während der Vorrunde immer kräftig die Daumen gedrückt, dass sie es in die Meisterrunde schaffen. Trotz meines persönlich traumatischen Erlebnisses von 1996 (damals verlor Schönteich als TuS-Spieler nach zuvor 69 ungeschlagenen Partien mit 0:1) fahre ich immer sehr gerne an den Reinmüller. Man hat heute gesehen, warum ihr in der Meisterrunde spielt. Das war ein hartes Stück Arbeit. Für uns übrigens seit vier Monaten der erste „Dreier“, der auch für das Punktekonto zählt. Zuletzt waren es ja alles Freundschaftsspiele.

Özden Kocadal (Trainer HEBC):
Das ist eine Premiere heute für mich. Erstmals nach vier Jahren als Trainer bin ich heute auf einer Pressekonferenz. Ich denke, dass der Sieg von Dassendorf in Ordnung geht. Aber wir können erhobenen Hauptes zurück nach Eimsbüttel fahren. Wir haben uns letzten Dienstag zusammengesetzt und gemeinsam besprochen, wie es für uns jetzt in dieser Runde weitergehen soll. Wir wollen weniger eine bestimmte Platzierung erreichen, sondern uns vor allem spielerisch weiterentwickeln. Wir wollen wieder Struktur und Spielkultur in unser Spiel bekommen, das fehlte zuletzt. In der ersten Halbzeit, vor allem die ersten zehn Minuten, hatten wir großes Glück. Da flogen uns die Bälle nur so um die Ohren und wir hätten auch 0:3 hinten liegen können. Aber besonders in der zweiten Halbzeit hat man keinen großen Unterschied mehr gesehen.

Jean-Pierre Richter (Trainer TuS Dassendorf):
Man hat gesehen, welch gute Handschrift Özden Kocadal seinem Team verpasst hat. Es kam uns sehr entgegen, dass HEBC hier Fußball spielen wollte. Zu Beginn hatten wir gute Pressingmomente, viele Ballgewinne und einige gute Torchancen. Das war eine gute erste Halbzeit, wenn man die lange Pause bedenkt. Nach der Halbzeit war ein Bruch im Spiel, wir hatten keine Zuordnung mehr und es fehlten die Ballgewinne. Da waren wir zu unsauber in unseren Aktionen, haben keine Umschaltmomente mehr gehabt. Wir haben aber andererseits hinten fast nichts zugelassen. Es war sehr zerfahren, wir haben uns gegen einen sehr unbequemen Gegner mit vielen Schiedsrichterentscheidungen schwer getan. Aber die drei Punkte stehen, das war das erklärte Ziel. Diesen Schwung wollen wir für das Spiel am Freitag bei Vicky mitnehmen.


Statistik:
Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 7 Spiele, 4 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage, 16:3 Tore

1996/97: 1:0 / 0:1 Landesliga Hansa
2003/04: 1:1 / 1:1 Verbandsliga Hamburg
2018/19: 8:0 / 3:0 Oberliga Hamburg
2020/21: ----
2021/22: 2:0 / --- Oberliga Hamburg, Meisterrunde


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