29.11.2025 Starke Momente auf und neben der Wiese! von Redakteur
Stefan Knauß
vs
SV Curslack-Neuengamme – TuS Dassendorf 2:9 (2:6)
SV Curslack-Neuengamme: Muharemi – Feldpausch, Bombek, Schalitz, Wilhelm – Schade (46. Dykier), Indulto (46. Zoch), Schmidt, Werner (79. Witte), Winterfeld (66. Nije) – Akkus (66. M. Möller) TuS Dassendorf: Braun – Büyüksakarya, Palo, K. Carolus, Kleine (46. Kurczynski) – Kurt, Graudenz (73. Aldag) – von Knebel (63. Franke), S. Möller, Haupt – Pietruschka (82. Dhrami) Tore: 0:1 Palo (4.), 1:1 Akkus (8.), 1:2 S. Möller (13.), 1:3 Graudenz (21.), 1:4 von Knebel (29.), 2:4 Wilhelm (35.), 2:5 Graudenz (43.), 2:6 Pietruschka (44.), 2:7 S. Möller (56.), 2:8 Kurczynski (72.), 2:9 Dhrami (83.) Schiedsrichter: Lasse Holst (FC Türkiye): Ein Spiel ohne jegliche Brisanz und sehr fair. Keine große Herausforderung für Spielleiter Holst. Da hatten beide SRA deutlich mehr zu tun und betrieben einen hohen läuferischen Aufwand, um Abseitsstellungen der Dassendorfer anzuzeigen. Sehr gut! Umstritten bleibt der Pfiff von Holst zum Strafstoß für Curslack. Selbst für geübte Fachleute war keinerlei Foul am robusten Hendrik Bombek zu erkennen. Ein Videobeweis hätte gereicht. Aber der VAR-Keller in Jenfeld bleibt am Wochenende bekanntlich geschlossen (und nicht nur der!). Beste Spieler: Keiner – Palo, Möller, Kurt, Graudenz Zuschauer: 151
Das Spiel ist schnell erzählt. Dassendorf spielte ersatzgeschwächt über 85 Minuten vollkommen überlegen in Richtung Curslacker Tor. Derartig besser, dass sogar der lautstarke Coach Özden Kocadal im Laufe des Spiels vollkommen ungewohnt ruhiger wurde. Unter Strom blieb er dennoch bis zum Abpfiff. „Özy“ geht durchweg skeptisch in jede Begegnung und war vor Anpfiff gewohnt zurückhaltend. Sein Team, angeführt von „Lockenkopf“ Sven Möller (mit Vokuhila-Frisur a la „Stranger Things“ und Locken im Nacken), drängte energisch in Richtung Curslacker Tor, das von Leon Muharemi gehütet wurde. Der Keeper ersetzte Kai Erschens nicht gerade erfolgreich. Mindestens drei Treffer gingen auf seine Kappe. Eine Ecke von links, gespielt von Okan Kurt, traf Erciyes Palo ungehindert mit dem Kopf im „Fünfer“ zur 1:0 Führung (4.). Muharemi blieb zu passiv.
Dennoch folgte wenig später der Ausgleich durch Mert Akkus (8.). Der Stürmer nahm mittig vor dem Dassendorfer Strafraum eine Ablage von Agatino Indulto auf und zog aus 20 Metern ab. Der Ball schlug unhaltbar rechts unten ein (8.). Es folgten fünf Minuten Hoffnung für Curslack. „Özy“: „Manchmal waren wir zu weit weg von den gegnerischen Spielern.“ Beim Gegentor auf jeden Fall. Aber insgesamt sahen die Curslacker gegen Palo und Co. keine Schnitte. „Ärtschie“ gewann souverän alle Zweikämpfe, erzielte ein Tor und spielte viele tolle Diagonalbälle in die Spitze. Super Leistung. Trotz aller Hallenfussball-Aktivitäten.
„Mölli“ erhöhte auf 2:1 (13.). Johann von Knebel spielte einen Traumpass in die Spitze auf Colin Haupt. Der legte quer auf Mölli. Abstauber ins leere Tor. Fabian Graudenz erhöhte auf 3:1 nachdem Martin Werner einen NoLookRückpass auf seinen Keeper spielen wollte (21.). Stattdessen bediente er „Mölli“, der auf Graudenz quer legte. Von Knebel erhöhte kurze Zeit später. Ein wuchtiger Schuss aus 10 Metern auf Muharemi reichte aus zum 1.4 (29.). Den hätte auch ein übergewichtiger Senioren-Torwarttrainer mit Rollator gehalten (bitte nicht persönlich nehmen!).
Curslack lebte noch ein wenig. „Mitleidselfmeter“ titelte Dassendorfs bekannt scharfzüngiger TW-Trainer Stanislaw Lenz, nachdem Bombek im Strafraum keinesfalls unfair gestellt wurde. Er hielt sich den Fuß und das reichte für Schiri Holst. 2:4 durch Witalij Wilhelm (35.). Unbeeindruckt spielte Dasse weiter feine Kombinationen in der Hälfte Curslacks. Graudenz erhöhte im Alleingang zum 2:5 (43.) und Niklas Pietruschka nach Pass von Graudenz in die Spitze zum 2:6 (44.). Das erzürnte Curslacks Luca Winterfeld sehr: „Wir schießen uns die Dinger selber rein! Wir sind nicht schlechter als die!“ Mutige Aussage. Doch weit gefehlt! Dassendorf blieb in allen Disziplinen hoch überlegen. Besser im Zweikampf, viel besser im Spiel mit und gegen den Ball und wesentlich besser in punkto Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft. Nach der Pause erhöhte „Mölli“ zum 2:7 per Kopfball nach Flanke von Kurt (56.). Kristof Kurczynski aus der Drehung im Strafraum zum 2:8 (72.). Und Nino Dhrami zum 2:9 (83.).
Das war s mal wieder mit einem keinesfalls unerwarteten Schützenfest am Gramkowweg. Nächster Gegner für Curslack ist der ETSV. Nicht wirklich einfacher. Aber viel wichtiger bleiben Zusammenhalt und Gemeinsamkeit! Genau das macht Curslack aus. Auch in schweren Zeiten.
Stimmen:
Özden Kocadal (Trainer TuS Dassendorf): Wir sind total glücklich darüber, dass wir heute als Mannschaft ganz eng zusammen gerückt sind. Wegen einer Krankheitswelle musste ich heute morgen noch zwei Spieler aus der Startelf streichen. Und die Situation mit den vielen Verletzten setzt uns zu. Das ist ja kein Geheimnis. Da wurde schon viel drüber gesprochen. Und ich fand's halt geil, wie die Jungs das Ganze aufgenommen haben. Alle die reingekommen sind aus der zweiten Reihe, die haben das heftig gemacht. Okan Kurt war im Urlaub und deshalb eigentlich nicht in der Startelf. Heute Morgen musste ich ihn anrufen und ihm sagen, du spielst übrigens doch. Und er war heute herausragend für mich. Er hatte viele Vorlagen und war einfach ein Sinnbild für das, was ich gerade meinte mit dieser Geschlossenheit und dass die Jungs aus zweiter Reihe dann reingehen. Colin (Haupt) dann auf ungewohnter Position. Einfach stark! Das hat mir richtig gut gefallen. Ich war zufrieden, wie wir durch gespielt haben. Heute waren wir topp. Deshalb wundert mich das Ergebnis auch nicht.
Olaf Poschmann (Trainer SV Curslack-Neuengamme): Ihr habt ja das Spiel gesehen. Es ist nichts Neues, wenn man die ersten fünf Tore sieht und sich vier selber reinschaufelt. Es sind immer wieder die individuellen Fehler, die uns begleiten. Jede Woche macht das irgendjemand anderes. Wir kriegen das nicht abgestellt. Aber das ist auch gar kein Vorwurf! Zu viele individuelle Fehler. Und das Zweikampfverhalten. Dassendorf war einfach viel giftiger. Bei uns reichte das einfach nicht. Das ist viel zu wenig, um in dieser Liga zu bestehen. Wir sind in allen Aktionen viel zu langsam, um in die Zweikämpfe zu kommen. Uns fehlt es im Moment an ganz vielen Sachen. Und dann muss man auch sagen, du stehst da, wo du jetzt stehst zurecht.
Statistik: Gesamt- Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 48 Spiele, 14 Siege, 9 Remis, 25 Niederlagen, 79:115 Tore
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