01.03.2026 "Ein geiles Unentschieden" von Andreas Killat
präsentiert:
vs.
USC Paloma – TuS Dassendorf 1:1 (0:1)
USC Paloma: Grundmann – Jacob, Burmeister, Blumauer, Adjei – Niemann – Muto (70. Buttler), Y. Albrecht (77. Blöcker, 90.+1 Blunck), Keßner, Leptien (90.+1 Fané) – Lekaj TuS Dassendorf: Babuschkin (70. Braun) – Grünberg (63. Kukanda), Palo, Nuxoll, Büyüksakarya – Kurt, Hartwig (70. Ay) – von Knebel, Dittrich (80. Graudenz) – Maggio (63. Harnik), Möller Tore: 0:1 Maggio (2.), 1:1 Maggio (56., ET) Gelb-Rot: Palo (83.; wiederholtes Foulspiel) Schiedsrichter: Daniel Gawron (TuS Osdorf): Löste die kleine Rudelbildung (Brust an Brust) zwischen von Knebel und Adjei und Blumauer souverän mit „Doppel-Gelb“ (für Möller und von Knebel; 37.). Kurz vor der Halbzeit hätte Lekaj für sein gestrecktes Bein gegen Kurt auch „Rot“, statt Gelb sehen können. Nach der Pause eine unauffällige Spielleitung. Beste Spieler: Y. Albrecht, Keßner – Keiner Zuschauer: 330
„Wir mussten heute Morgen erstmal den Zauberwürfel rausholen, um zu sehen wer überhaupt spielt“, lächelte USC-Coach Marius Nitsch nach dem Abpfiff. Zu holprig war die Vorbereitung, hinzu kamen einige verletzte/angeschlagene Spieler. Trotzdem stellte er zufrieden fest: „Insgesamt haben wir den besseren Fußball gespielt – und das muss man gegen so eine Truppe erstmal von sich behaupten können. Das fühlt sich gut an. Ein geiles Unentschieden. Ich bin sehr stolz auf die Truppe und das gibt uns ganz viel Auftrieb“.
Gäste-Trainer Özden Kocadal hingegen trauerte ein bisschen dem Spielverlauf hinterher: „Wenn Du so früh 1:0 führst, muss Dir das eigentlich Mut und Zuversicht geben. Aber Du hast eben auch etwas zu verlieren, von daher ist so ein frühes Tor nicht immer nur positiv. Die Spieler haben heute viele falsche Entscheidungen getroffen und sich gegenseitig verunsichert“.
Durch das heutige Remis hat sich die Serie von sieglosen Spielen der „Tauben“ gegen die TuS auf 15 Partien erhöht (0-4-11); siehe „Statistik“ am Ende des Berichtes. Der letzte USC-Erfolg datiert vom 25.4.2004 (2:1), was damals übrigens den Abstieg (!) der Dassendorfer besiegelte ( http://www.hafo.de/news/fullnews.php?id=626).
Auch heute sah es früh nach einer Niederlage aus. Nach nicht einmal 90 Sekunden zog Johann von Knebel auf der rechten Außenbahn locker an Colin Blumauer vorbei und bringt das Leder scharf ins Zentrum. Mattia Maggio steht goldrichtig und vollendet aus 14 Metern zum 0:1 in den rechten Giebel (2.). Doch das tat dem TuS-Spiel kurioserweise überhaupt nicht gut. „Zu mutlos, zu ängstlich, zu viele Fehlpässe“, attestierte Kocadal seinem Team – während die Hausherren nun richtig aufs Gaspedal drückten. Yannick Albrecht binnen weniger Minuten mit der „Hattrick-Chance“ zum Ausgleich: Erst segelt sein Freistoß aus 22 Metern nur knapp am langen Eck vorbei (10.), dann scheitert er aus spitzem Winkel an Keeper Babuschkin (14.) und schließlich wird auch sein Distanzschuss von „Babu“ über die Latte gelenkt (17.). Danach verflachte die Partie zunächst, insbesondere von den Gästen kam – angesichts der durchaus noch vorhandenen Titelambitionen – viel zu wenig.
Nach der Pause machte Maggio seinen „Doppelpack“ perfekt – allerdings ungewollt und so ganz sicher nicht gedacht. Nach einem Freistoß von Moritz Niemann aus dem linken Halbfeld köpft „MM5“ die Kugel aus zehn Metern zum 1:1 in die eigenen Maschen (56.). Stürmer im eigenen Strafraum… Jetzt war der USC am Drücker. Lennart Keßner mit der zweifachen Gelegenheit zur Führung: Erst wird sein Versuch aus 16 Metern von Babuschkin (mit etwas Mühe) pariert (61.) und nur 60 Sekunden später streicht sein toller Schlenzer nur knapp übers Gebälk (62.). Auch Johann Buttler verfehlt das Gehäuse nur um Zentimeter (75.).
Die TuS tat sich weiterhin schwer, auch wenn Neuzugang Yannik Nuxoll eine Kurt-Flanke aus wenigen Metern nur knapp vorbeiköpft (81.). Als dann auch noch Erciyes Palo die „Ampelkarte“ sieht (83.), schien der erste USC-Sieg seit 22 Jahren zum Greifen nahe. Doch die „Tauben“ gingen nicht „All-in“, drängten eben nicht auf den Siegtreffer, sondern verwalteten eher das Unentschieden. „Wir wissen, wo wir herkommen. Gegen so viel individuelle Qualität beim Gegner wird jeder Fehler gnadenlos bestraft“, wollte Nitsch nichts mehr riskieren – und hätte dennoch fast noch den KO-Treffer kassiert. Graudenz mit dem herrlichen Zuspiel auf Karim Ay, der jedoch freistehend kläglich aus vier Metern an Keeper Grundmann scheitert. Doch der Abpraller landet bei Martin Harnik, der eigentlich nur noch ins leere Tor schieben muss. Doch auch Ex-Profis haben mal einen schlechten Tag – völlig unbedrängt haut „Hanno“ ein Luftloch (88.). Unfassbar. Kurz danach war Schluss – und Nitsch jubelte lautstark über das „geile Unentschieden“.
Stimmen:
Özden Kocadal (Trainer TuS Dassendorf): Endlich wieder Fußball! Es war das erwartet schwere Spiel, es gibt kaum eine unangenehmere Aufgabe, als hier um 10.45 Uhr in die „Rückserie“ zu starten. Viele Mannschaften wissen noch nicht, wo sie stehen. Wir hatten viele Neuzugänge, die wir durch die fehlende Vorbereitung noch nicht zu 100% einbinden konnten. Das hat man bis zur 70. Minute auch auf dem Platz gesehen. So viele Fehlpässe wie heute haben wir noch nie gemacht. Leider waren wir nach dem schnellen 1:0 etwas mutlos, fast schon ängstlich. Wir sind überhaupt nicht zu unserem Kurzpass-Spiel gekommen. Paloma hat es aber taktisch auch gut gemacht, hat sehr hoch gepresst - und dann gab es viele lange Bälle. Wir hatten kaum Kontrolle über das Spiel. Mit unserer Leistung nach dem Gegentor bin ich zufrieden. Der großen Doppel-Chance (88.) trauern wir natürlich nach, das hätte unser Lucky-Punch sein können/müssen. Aber alles in allem ist es ein verdientes Unentschieden.
Anschließender Kommentar von USC-Stadionsprecher und PK-Leiter Sebastian Buck, der heute seinen 45. Geburtstag feierte: „Vielen Dank Öczy, ich hätte es nicht besser sagen können“.
Marius Nitsch (Trainer USC Paloma): Wir freuen uns natürlich auch, dass es endlich wieder um Punkte geht. Das war heute natürlich der schlechteste Start, den man sich vorstellen kann. Nach trügerischen 90 Sekunden Ballbesitz der Nackenschlag zum 0:1. Aber „Hut ab“, wie meine Mannschaft damit umgegangen ist. Wir hatten ein großes Chancenplus auf unserer Seite, hätten schon zur Halbzeit treffen müssen. Großes Kompliment an die Jungs, ich habe Dassendorf noch nie so wenig Fußball spielen gesehen. Wir hatten sie genau da, wo wir sie haben wollten. Wir hatten die Chance zum 2:1, aber zum Ende hin hätte auch Dassendorf ein Tor machen können. Wir haben es in Überzahl leider mal wieder nicht allzu clever gemacht. Insgesamt haben wir aber den besseren Fußball gespielt – und das muss man gegen so eine Truppe erstmal von sich behaupten können. Das fühlt sich gut an. Ich bin sehr stolz auf die Truppe und das gibt uns ganz viel Auftrieb.
Statistik: Gesamt-Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 19 Spiele: 3 Siege, 5 Remis, 11 Niederlagen, 20:49 Tore
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