15.03.2026 Kein Leckerbissen am Sachsenweg! von Redakteur
Stefan Knauß
präsentiert:
vs
Niendorfer TSV – HEBC 0:0
Niendorfer TSV: Graefe – Neumann, Krüger, Petri, Akugue – Kuchenbecker, Ayene (59. Kutschke), Speck (69. Casale), Brückner (79. Khalaf) – Heiduck, Merkle HEBC: Schoon – Aktürk (46. Grünewald), Schmidt, Wrede, Stech, von Zitzewitz (78. Garcia) – Schick (69. Köhler), Nawaz, Diekmann (58. Eggers), Wilhelm (69. Lemke) - Verago Tore: Fehlanzeige! Schiedsrichter: Daniel Gawron (TuS Osdorf): Gute Leistung. Überzeugen konnten auch die beiden SRA. Beste Spieler: Krüger, Brückner – Schmidt, Wrede, Diekmann Zuschauer: 102
Es soll bekanntlich Unentschieden der besseren Sorte geben. Und zum anderen auch ganz schlimme torlose Partien. Das heutige Abstiegsduell zwischen dem NTSV und HEBC war keins von beiden. Spielerisch absolut kein Leckerbissen mit ganz wenigen Torchancen! Aber mit immerhin viel Leidenschaft und Energie. Beide Teams schenkten sich nichts. Gingen wuchtig in die Zweikämpfe. Ohne jemals richtig unfair zu spielen. Hüben und drüben gab es die üblichen Scharmützel. Auch mal Trashtalk. Aber nie richtig schlimm.
Torchancen blieben auf beiden Seiten rar. HEBC spielte sichtlich selbstbewusst auf. Der Heimsieg gegen Türkiye am vergangenen Sonntag (3:1) und der Einzug ins Pokal-Halbfinale (1:0 in Nienstedten) gaben Auftrieb. Bei Niendorf fehlte dagegen einigen Spielern die letzte Überzeugung. So rief Trainer Ali Farhadi ins Spiel: „Küche, du musst reinkommen“(27.). Ins Spiel. Kam der rustikale Hüne aber über 90 Minuten betrachtet nicht wirklich. Dabei kann er so viel. Ebenso wie ein Pascal Ayene oder Lennard Heiduck. Alle drei Spieler haben enorm viel Potential. Und genauso viel Luft nach oben.
Momentan fehlen Niendorf nach wie vor sehr wichtige Schlüsselspieler, wie ein Fynn Huneke, der im Zentrum das Spiel beruhigen und lenken kann. Immerhin saß Huneke schon mal wieder auf der Bank. Davon sind die Gebrüder Linus und Leon Meyer noch weit entfernt. Ebenso wie Leandro de los Santos. Ammat Janha schaute auch nur zu. Björn Dohrn hofft auf eine baldige Rückkehr. Vielleicht schon am nächsten Spieltag?
HEBC spielte kontrolliert hinten raus. Und kam eher selten zu zwingenden Aktionen im letzten Drittel. Auch wenn sich Robert Schick und Luca Verago in der Spitze mühten und quälten. Das reichte zu einer guten Chance (18.). Schick flankte von links und Verago köpfte aus kurzer Distanz knapp über die Latte. Auf der Gegenseite köpfte Lennard Merkle nach einer Ecke von Ayene knapp am Tor von den Lila-Weißen vorbei (24.). Joseph Akugue nagelte den Ball weit über die Latte aus rund 23 Metern (26.). Und kurz vor dem Pausenpfiff flankte Leon Neumann von rechts scharf vor das gegnerische Tor. Merkle verpasste nur ganz knapp (42.). Daniel Brückner tankte sich durch die Eimsbütteler Abwehr. Die Kugel kam zu Merkle. Aber der hatte heute kein Spielglück. Er scheiterte im Eins gegen Eins an HEBC Keeper Jannik Schoon (45.). Das waren schon die besten Torchancen in der ersten Hälfte.
Die zweite Halbzeit blieb zerfahren. Es wurde eine ereignisarme Partie. Mit viel Einsatz. Ohne Tore. Die besten Chancen gab es zum Ende der Partie. Kutschke kam rechts im Strafraum durch und legte den Ball quer. Aber „Robo“ Schmidt konnte klären. Und auf der Gegenseite köpfte Basti Stech eine Ecke von Fabian Lemke knapp über das Tor von Gian-Luca Graefe (89.).
Für HEBC wird der Punkt auf alle Fälle wichtig im Abstiegsrennen. Die drei„Alten“ konnten dabei überzeugen. Capitano Janek Wrede gewann jedes Kopfballduell. Und stauchte seine Mitspieler auch mal zusammen. Hendrik Diekmann zeigte ein solides Spiel auf der Sechs. Und „Robo“ Schmidt haute sich nach langer Zeit wie gewohnt rein. Das Team funktioniert.
Auf Niendorfer Seite kann man nach wie vor auf Oldie Daniel Brückner bauen. Der ackert immer noch wie ein Duracell-Hase. Alles im praktizierten Ramadan. Ohne Wasser. Beste „Bohne“ eben. Und Merkle trifft hoffentlich bald wieder. Der Junge ackert wie ein Weltmeister. Tim Krüger ist in aufsteigender Form. Bei den jungen Spieler bleibt dagegen noch viel Luft nach oben. Aber wenn Huneke und Dorn zurück kommen, findet der NTSV bestimmt wieder seinen Rhythmus.
Stimmen:
Philipp Obloch (Trainer HEBC): Bisschen zähes Spiel. Aber am Ende ist es okay. Niendorf ist auswärts immer knifflig. Ist immer knifflig. Nicht nur auswärts. Insofern Punkt auswärts. Null null. Ist okay. Nehmen wir mit! Ich fand unsere Kette hinten schon gut, muss ich sagen. Gerade mit Robin Schmidt, der jetzt nach langer langer Zeit mal wieder ran durfte und in der Halbzeit gesagt hat: „Ich weiß nicht, ob ich noch kann.“ Der hat viele Duelle gewonnen. Das fand ich schon bemerkenswert gut!
Ali Farhadi (Trainer NTSV): Man merkt einfach so, dass der Rhythmus nicht richtig reinkommen will. Und die Brechstange will auch nicht raus. Chancen hatten wir genug. Ich glaube vom Spielverlauf her hätten wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen. So richtig klare Torchancen haben wir nicht zugelassen. Eigentlich nur aus blöden Fehlern. Aber schlussendlich haben sich beide Mannschaften nicht viel getan. Es war kein Leckerbissen! Ich hoffe, dass am Ende beide Mannschaften in der Oberliga bleiben. Aber diese Liga ist ja kein Selbstgänger. Wir werden alles geben!
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