31.03.2026 Vorschau: Wer hat die dicksten Eier, wer geht KO(stern)? von Andreas Killat
Eigentlich war schon alles für das große „Finale“ um die Meisterschaft am Gründonnerstag vorbereitet. Aber dann verspielte Dassendorf an der Hoheluft in sieben Minuten (fast) alles. So ist das Duell mit dem ETSV zwar immer noch ein Spitzenspiel, aber selbst bei einem Erfolg hat es die TuS nicht mehr in eigener Hand.
Für zwei Halbfinalisten (HEBC, Billstedt) geht es am Donnerstag noch um wichtige Punkte für den Klassenerhalt – bevor es am Ostermontag zum „Highlight“ kommt. Wer so dicht vor dem Finaleinzug steht, will „das Ding natürlich auch rocken“, wie man so schön sagt. HAFO hat hierzu ein wenig in die Pokal-Historie der beteiligten Teams geguckt (siehe ganz am Ende). Wir von der HAFO-Redaktion drücken natürlich sportlich fair allen Teams gleichermaßen die Daumen – aber es ist wie beim „Highlander“: Es kann nur einen (Sieger) geben!
Liebe HAFO-Leser, nutzen sie den (spielfreien) Sonntag für die Familie – aber die restlichen Ostertage freut sich der Amateurfußball über ihren Besuch. „Let’s get ready to rumble“!
TuS Dassendorf (3.) vs. ETSV (2.)*** – Gründonnerstag, 18:00 Uhr (Hinserie: 0:2), 18. Spieltag
Wendelweg, 21521 Dassendorf
„Ich verstehe nicht, wo diese Lethargie auf einmal herkommt“, beklagte sich TuS-Coach Özden Kocadal nach der 3:5-Pleite bei „Vicky“ über sein Team. Binnen weniger Minuten kassierte Dassendorf drei Gegentore und „verschenkte“ die bis dahin souveräne 3:1-Führung. „Wie kann eine so hochdekorierte Mannschaft mit sehr hohen Zielen solche sieben Minuten hinlegen? Das war schwach“. Einen Tag später verkündete die TuS dann übrigens völlig überraschend die Regionalliga-Meldung. Klingt irgendwie nach Satire. Die „Eisenbahner“ zeigten sich von den aktuellen finanziellen Turbulenzen völlig unbeeindruckt und nahmen die Steilvorlage der TuS-Niederlage dankend an. Durch den 11:0-Kantersieg gegen Harksheide sind es nun wieder sechs Punkte (und 17 Tore) Differenz. Härtester Konkurrent im Kampf um die Meisterschaft ist daher nun der ETV. HAFO-Tipp: Noch vor ein paar Tagen fieberte das ganze Dorf dem „Finale“ entgegen. Mit einem Sieg wollte man am ETSV vorbeiziehen. Diese große Chance hat das Team durch den Auftritt an der Hoheluft im WC runtergespült. Das wirkt nach: 3:4
Update: Das Spiel wurde sehr kurzfristig auf den 12.05.2026 verlegt!!!
Erleichterung! Der 5:1-Sieg gegen Schlusslicht Curslack war zwar (in 90minütiger Überzahl!) keine Offenbarung, aber enorm wichtig. Nach schneller 3:0-Führung „ist die Hälfte der Mannschaft zur Pause in der Kabine geblieben“, so Ali Farhadi: „Die Saison ist wie eine Achterbahnfahrt, mal gut und mal nicht so gut“. Nach der 1:2-Niederlage gegen HEBC müssen auch die Billstedter weiter nach unten gucken. Auf Platz 14/15 sind es nämlich nur vier Punkte Vorsprung (aber zwei Partien mehr in der Hinterhand). Man darf gespannt sein, ob Coach Ümit Taytanli mit einer „B-Elf“ aufläuft, um die Kräfte für das Halbfinale am Ostermontag zu schonen. HAFO-Tipp: Diesmal geht Farhadi zur zweiten Halbzeit als Letzter aus der Kabine. Mit allen Mann an Bord siegt der NTSV mit 2:1
Schiedsrichter: Dennis Voß (TuS Dassendorf)
SC Victoria (4.) vs. SV Halstenbek-Rellingen (17.) – Gründonnerstag, 19:30 Uhr (Hinserie: 3:2), 18. Spieltag
Lokstedter Steindamm 87, 22529 Hamburg
„Ich hätte es den Jungs sogar verziehen, wenn wir heute Acht gekriegt hätten“, lächelte SCV-Coach Sascha Bernhardt nach dem furiosen 5:3-Erfolg gegen Dassendorf. Tatsächlich hätte es zur Halbzeit schon 1:5 stehen können – tat es aber dank Keeper Rabe nicht. „In der ersten Halbzeit mussten wir richtig leiden. Dassendorf hat uns 30 Minuten lang an die Wand gespielt“, gab Bernhardt unumwunden zu. Doch trotz des Pokaltraumas kam der Rekordmeister zurück – und wie! „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Jungs“. Spätestens nach der 1:2-Niederlage gegen Teutonia kann man festhalten: Die (vorschnelle) Entlassung von Ex-Coach Heiko Barthel nach dem achten Spieltag hat nichts verändert. Im Gegenteil: Während Barthel bis dahin sechs Zähler eingefahren hatte, haben die Halstenbeker seither nur noch fünf Punkte geholt (1-2-13). HAFO-Tipp: Sohn besiegt Vater: 4:0
„Doppelpacker“ Michele Scalzi hat mit seinen beiden Toren in Billstedt zum 2:1-Sieg für großes Aufatmen am Reinmüller gesorgt. Mit fünf ungeschlagenen Partien in Folge (2-3-0) haben sich die „Lila-Weißen“ erstmal aus der erweiterten Abstiegszone rausgearbeitet. Gegen Schlusslicht Curslack soll diese Serie natürlich um drei Zähler ausgebaut werden. „Diese Mannschaft hat einen unfassbaren Charakter und gibt niemals auf“, meinte SVCN-Coach Olaf Poschmann nach der 1:5-Pleite in Niendorf angesichts 90 Minuten Unterzahl. „Man hat nie das Gefühl, dass hier der Letzte spielt. Diese Mannschaft lebt in sich“. Die Planungen für den Neuaufbau nächstes Jahr in der Landesliga sind bereits in vollem Gange. Curslack kommt wieder! HAFO-Tipp: Die Gastgeber investieren etwas mehr: 3:0
Schiedsrichter: Alexander Teuscher (SC Eilbek)
FC Türkiye (16.) vs. FC Teutonia 05 (7.) – Karfreitag, 10:45 Uhr (letzte Saison: ---), 15. Spieltag
Karl-Arnold-Ring 3, 21109 Hamburg
Neben der 0:4-Pleite gegen HT 16 verlor der FCT auch noch seinen Chef-Trainer Tolga Odabas, der „freiwillig“ von seinem Amt zurücktrat. Wie in solchen Fällen üblich, werden „ausschließlich private Gründe“ vorgeschoben. Ein Blick auf die Tabelle dürfte bei der Entscheidungsfindung allerdings auch geholfen haben… Mit dem 2:1-Erfolg in Halstenbek rundete der letztjährige Regionalligist einen fast perfekten Monat März ab (3-1-1) und knackte bereits neun Spieltage vor Saisonende die 40-Punkte-Marke. Geradezu sensationell, wenn man bedenkt, dass zum Saisonstart fast alle „Experten“ (der Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen) dem völlig neu zusammengewürfelten Kader den „Durchmarsch“ in die Landesliga prophezeit hatten. HAFO-Tipp: FCT vs. FCT. Da kann man sich nicht entscheiden. Also 2:2
Schiedsrichter: Lasse Arne Hintze (SC Egenbüttel)
TSV Sasel (8.) vs. FC Süderelbe (9.) – Karfreitag, 11:00 Uhr (Hinserie: 2:0), 18. Spieltag
Saseler Parkweg 14, 22393 Hamburg
Das war mal wieder Sasel, wie es singt, lacht und weint! Nach 4:1-Führung am Ende nur ein 4:4 gegen Tesla. Aber keiner bietet mehr Spektakel. Unfassbare 135 Tore (!) sind in den Partien mit TSV-Beteiligung bisher gefallen (68:67 Tore). Das sind im Schnitt über fünf Treffer pro Begegnung. Und es war bereits das dritte Heimspiel, das 4:4 endete (zuvor schon gegen Paloma und HEBC). „Fünf ist Trümpf“ kann auch der FCS vermelden. Denn die Mannschaft von Stefan Arlt hat bisher je fünf Heim- und Auswärtssiege zu verzeichnen – und fünf Auswärtsniederlagen. Die Spielabsage beim USC kam übrigens äußerst ungelegen. In den verbleibenden 43 Tagen bis zum Saisonende müssen die „Kiesbargler“ nun noch elf (!) Partien absolvieren. HAFO-Tipp: Sasel hält seinen „Schnitt“: 4:3
Schiedsrichter: Florian Schwarze (MSV Hamburg)
TuS Dassendorf (3.) vs. FC Süderelbe (9.)*** – Ostermontag, 13:00 Uhr (Hinserie: 2:1), 22. Spieltag
Wendelweg, 21521 Dassendorf
Ob es für Dassendorf „frohe Ostern“ sind/waren, hängt natürlich von der Partie am Gründonnerstag gegen ETSV (s.o.) ab. Aber durch die völlig unnötige Niederlage bei „Vicky“ sind die Meisterschaftschancen so oder so nur noch unterdurchschnittlich. Für Süderelbe steht bis zum Saisonende alle vier Tage eine Partie auf dem Programm. Platz 9 sieht dabei zwar optisch sehr gut aus, allerdings sind es nur vier Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Es gibt also (noch) nichts zu verschenken. HAFO-Tipp: Dassendorf startet nochmal eine Serie: 3:1
Schiedsrichter: Fabian Porsch (Barsbütteler SV)
Lotto-Pokal 2025/26, Halbfinale:
HEBC (OL) vs. USC Paloma (OL)*** – Ostermontag, 10:45 Uhr
Reinmüller, Tornquiststr. 79, 20259 Hamburg
Vor 43 Jahren (1983) stand der HEBC zuletzt (bzw. erst-/einmalig) im Pokalfinale. Damals lieferte man den „Millionarios“ aus Hummelsbüttel (mit Mäzen Peter Bartels) einen großen Kampf, führte bis fünf Minuten vor dem Ende der Verlängerung mit 2:1 (Torschütze: Thomas Wolter!), aber HSV-Legende Georg „Schorsch“ Volkert rettete die damals von Eugen Igel trainierten Hummelsbütteler ins Elfmeterschießen, welches schließlich vor 3.400 Zuschauern auf der AJK glücklich mit 4:3 vom HuSV gewonnen wurde. Deutlich mehr Finalerfahrung können die „Tauben“ vorweisen. Bereits viermal (!) stand der USC dort. Zweimal gewann man den „Pott“ (der in Hamburg bekanntlich eine Schale ist) jeweils im Elfmeterschießen, nämlich 2002 (gegen Vicky) und 2014 (gegen Condor). In den letzten beiden Jahren musste man sich jeweils einem Regionalligisten beugen (2024 gegen Teutonia und 2025 gegen Norderstedt). Nun will man unbedingt zum dritten Mal in Folge an die Hoheluft und wieder in den DFB-Pokal – schließlich ist dieses Jahr kein höherklassiges Team mehr im Wettbewerb. HAFO-Tipp: Der Pokal hat bekanntlich seinen eigenen Gesetze. Aber dreimal ist Barmbeker Recht: 2:3
Nach dem ebenso dramatischen, wie umstrittenen Viertelfinal-Erfolg gegen Vicky (bei 1:3-Rückstand fiel kurz vor Schluss das Flutlicht aus, die Neuansetzung gewann man im Elfmeterschießen) wollen die Billstedter zum dritten Mal nach 1998 (0:4 gegen FC St. Pauli Amateure) und 2011 (0:1 gegen den ETV) ins Finale an die Hoheluft. Die „Eisenbahner“ können bisher noch auf keine Pokal-Historie zurückblicken. Ein etwaiger Finaleinzug wäre absolutes Neuland. Und sollten die Gerüchte um den Hauptsponsor stimmen („finanzielle Engpässe“ hatte Manager Jassi Huremovic ja bereits eingeräumt), droht dem ETSV womöglich das gleiche Schicksal, wie dem Billstedter Finalgegner von 2011, als dem ETV nach dem Pokalsieg wegen finanzieller Streitigkeiten alle Spieler davonliefen. HAFO-Tipp: Das Erlebnis Pokalfinale lassen sich die „Stars“ vom ETSV nicht nehmen. 2:5
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (MSV Hamburg)
"***" HAFO hat sich vorgenommen, bei diesen Partien live vor Ort zu sein und für seine Leser zu berichten.
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