11.04.2026 Safety first: Dassendorf gewinnt "pragmatisch" von Andreas Killat
vs.
TuS Dassendorf – SC V/W 04 Billstedt 2:0 (2:0)
TuS Dassendorf: Wendt (66. Braun) – Hartwig, Rinal (74. Graudenz), K. Carolus, Büyüksakarya – Möller (87. Dettmann) – Maggio (74. Coffie), O. Kurt, Ay (66. von Knebel) – Dittrich, Kobert SC V/W 04 Billstedt: Alcaraz – Schön (46. Sejdija), Doege, Moje (46. Mundhenk), Rönnau – Cone, Choi – Fernandes (46. Wiedemann), Hacker, Ates (79. A. Kurt) – Netzbandt (67. Burmester) Tore: 1:0 Ay (39.), 2:0 Kobert (43.) Schiedsrichter: Alexander Teuscher (SC Eilbek): Flüssige Spielleitung (ließ viel laufen) und gute Kommunikation auf dem Platz. Guter Auftritt! Beste Spieler: Wendt, Kobert, K. Carolus – Doege Zuschauer: 267
„Wir sind heute auf Nummer sicher gefahren, wollten konsequent sein und haben eher pragmatisch gespielt“, war TuS-Coach Özden Kocadal nach dem Abpfiff zwar nicht mit der spielerischen Leistung („Das war kein guter Fußball“), sehr wohl aber mit dem Ergebnis zufrieden. Schließlich hatten die Billstedter diese Saison schon zweimal gegen die TuS gewonnen (Hinspiel 3:2 und im Pokal 2:1).
Und genau daran knüpften die Gäste schon nach zehn Sekunden (!) an. Nach einem einfach Pass von Joschua Rönnau durch die Dassendorfer Viererkette steht Michel Netzbandt plötzlich frei vor TuS-Keeper Max Wendt, bekommt das Spielgerät allerdings nicht unter Kontrolle und Wendt packt sicher zu (1.). „Das war ein gehöriger Schreckmoment“, gestand Kocadal. Nach einem „Luftloch“ von Rechtsverteidiger Enock Hartwig bietet sich Emrah Ates die nächste Chance, wird aber doch noch von Hartwig abgefangen (3.).
Danach sortierten sich die Gastgeber hinten deutlich besser und setzten ihrerseits erste Akzente nach vorne. Nach einer Ecke von Okan Kurt kommt Maxi Dittrich am ersten Pfosten aus wenigen Metern „blank“ zum Kopfball, aber Keeper Mauro Alcaraz pariert stark (11.). Dassendorf nun mit viel Kontrolle, aber mit wenig kreativen Ideen. Dafür gefühlt 10x im Abseits (vor allem Karim Ay). Aber genau das hatte Kocadal ja von seinem Team gefordert: Kein wildes Anrennen und unbedingt schnelle Gegenstöße vermeiden („pragmatisch“). Mit tatkräftiger Unterstützung der Gäste gab es dann aber doch noch einen Doppelschlag vor der Pause: Erst lässt William Moje an der Mittellinie Kobert davonziehen (der das mit seinem kraftvollen Körper allerdings auch klasse macht) und nach ein paar Metern sieht Kobert den mitgelaufenen Ay, der den Flachpass aus 14 Metern mit links zum 1:0 ins lange Eck setzt (39.). Und nur 200 Sekunden später patzt Torhüter Alcaraz, segelt unter der Linksflanke von Ay durch, so dass Kobert mit dem Kopf zum 2:0 zur Stelle ist (43.). Zwar war auch noch Dittrich mit dem Kopf dran, doch da war der Ball bereits hinter der Linie.
Nach der Pause zunächst das gleiche Bild, wie schon zu Beginn: Die Gäste mit viel Druck und der Schusschance von Cone, dessen satter Strahl aus 22 Metern aber glänzend von Wendt zur Ecke gelenkt wird (48.). Und nur 140 Sekunden später wieder der TuS-Keeper in Aktion: Nach einer Ecke von Hacker kommt Bujar Sejdija aus drei Metern blank zum Kopfball. Aber Wendt lenkt das Leder mit einem Wahnsinns-Reflex noch an die Latte (51.). Der war eigentlich unhaltbar. Sein Gegenüber dagegen deutlich unglücklicher (wie schon beim zweiten Gegentor). 20 Meter vor seinem Kasten vertändelt Alcaraz die Kugel. Das Tor ist leer, aber Sven Möller will es wohl zu schön machen und wird noch von Cone geblockt (54.). Und „Mölli“ weiter im Pech. Nach einem Eckball von Kurt klatscht sein Dropkick aus elf Metern an die Latte (56.).
Nach diesen wilden zehn Minuten beruhigte sich die Szenerie wieder („pragmatische Kontrolle“). Erst eine Viertelstunde vor dem Ende die nächste Chance zum Anschlusstreffer für die Gäste. Hacker mit dem langen Huf nach vorne, Burmester legt quer, aber Bujar Sejdija drischt die Kugel aus sieben Metern weit übers Tor (76.). „Solche Dinger musst du machen, wenn du hier was mitnehmen willst“, trauerte V/W-Coach Ümit Taytanli (nicht nur) dieser Szene hinterher. Und auch die letzte gute Aktion der Partie gehörte den Billstedtern. Nach einem Foul von Marcus Coffie an Oliver Doege schnappt sich Ali Kurt den Ball für den fälligen Freistoß und feuert ihn aus 22 Metern auf den Kasten. Aber der kurz zuvor für den verletzten Wendt (Gute Besserung! Hoffentlich kein Faserriss) eingewechselte Tobias Braun entschärft den Strahl mit einem starken Reflex (84.).
Stimmen:
Ümit Taytanli (Trainer SC V/W 04 Billstedt): Eigentlich sind wir gut reingekommen, haben aber zu wenig Bälle hinter die Kette bekommen. Wir konnten unsere Schnelligkeit nicht einbringen. Trotzdem hatten wir ein paar gute Chancen. Und wenn du den Anspruch hast, hier zu punkten, dann muss davon auch mal einer reingehen. Bei beiden Gegentoren sahen wir nicht gut aus. Das kann man besser machen. Wir waren bis zum Schlusspfiff immer knapp am Anschlusstreffer dran. Hier wäre heute ein Punkt möglich gewesen.
Özden Kocadal (Trainer TuS Dassendorf): Heute wollten wir endlich mal zeigen, dass wir in der Lage sind, solche Teams wie Billstedt, die meist tief stehen, zu bespielen. Wir haben viel Geduld bewiesen, das war der Schlüssel, um die gefährlichen Konter zu unterbinden. Es war aber kein gutes Spiel. Es gab zwar auf beiden Seiten Torraumszenen, aber es war kein guter Fußball. Wir sind heute auf Nummer sicher gefahren, wollten konsequent sein und haben eher pragmatisch gespielt. Der Sieg war für mich nie gefährdet.
Statistik: Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 32 Spiele, 11 Siege, 5 Remis, 16 Niederlagen, 64:72 Tore
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