19.04.2026 Drei Punkte, aber keine Stimmung von Andreas Killat
präsentiert:
vs.
USC Paloma – SV Halstenbek-Rellingen 2:1 (1:1)
USC Paloma: Kasten – Jacob, Burmeister, Blumauer, M. Schröder (46. Adjei) – Y. Albrecht (60. Blunck), Niemann – Koschorreck (46. Lekaj), Topcu (72. Jacobs), Leptien – Keßner (60. Buttler) SV Halstenbek-Rellingen: Uchibori – Kaba (89. Weber), T. Schröder, Romaniuk, Hoppe – Clausen (71. Brandis), Tahhan – Isik, Schmalfeld, Cankaya – Jobmann (46. von Aspern) Tore: 0:1 Cankaya (28.), 1:1 Y. Albrecht (40.), 2:1 Leptien (46.) Schiedsrichter: Björn Lassen (Barsbütteler SV): Kaum Probleme in einer sehr fairen Partie. Was allerdings auffiel: Kommunizierte kaum bzw. sehr wenig mit den Spielern. Beste Spieler: Keiner – Tahhan Zuschauer: 97
„Heute wollte ja nicht mal jemand ein Siegerfoto machen“, beschrieb USC-Coach Marius Nitsch die „Stimmung“ nach dem Abpfiff – und war nach dem Auftritt seiner Mannschaft schwer bedient: „Das war eine katastrophale Leistung. Kein Engagement, keine Spielfreude, viel zu lethargisch“.
Gute Stimmung dafür immerhin vor dem Anpfiff, als Gäste-Kapitän und Spieler-Trainer Marcel Jobmann seinem Gegenüber Moritz Niemann einen selbstgebastelten Wimpel überreichte: „Wir sind seit Jahren beste Freunde und ich wollte ihm ein kleines Präsent mitbringen. Deswegen habe ich mir vorher viele alte Bilder von uns angeguckt, wirklich nicht immer nur schöne (lacht) - und daraus habe ich einen Wimpel gebastelt“.
Die erste Viertelstunde tat sich an der Brucknerstraße rein gar nichts. Paloma hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnte daraus aber nicht eine gute Torchance kreieren. Beim bereits feststehenden Absteiger aus Halstenbek, die nur mit einem 14-Mann-Kader angereist waren, überraschte der spielerische Ansatz. Kein Gebolze, kaum lange Bälle. Das sah streckenweise richtig gut aus. Der USC durch Can Topcu endlich mit dem ersten Torschuss der Partie, aber Keeper Shion Uchibori fischte das Leder mit einer starken Parade aus dem Giebel (15.). Auf der Gegenseite zielte der sehr emsige Kaan Cankaya aus 22 Metern etwas zu weit übers Gehäuse (20.).
Kurios der Führungstreffer für HR: Nach einem Foul gegen Jobmann (Schubser von Leptien) am eigenen Strafraum drischt Mirco Clausen den Freistoß einfach mal 70 Metern nach vorne. USC-Keeper Moritz Kasten kommt bis zur linken Ecke des Strafraums raus, Linksverteidiger Marco Schröder zieht zurück – und Cankaya profitiert von dem halbherzigen Klärungsversuch von Kasten und kann das Leder zum 0:1 ins leere Tor schieben (28.). „Ich weiß nicht, ob man in der Oberliga so ein Gegentor fangen darf“, war Nitsch stocksauer.
Der Treffer setzte dann immerhin doch mal so etwas wie Engagement bei den Hausherren frei. Nach einem Missverständnis zwischen Keeper Uchibori und Romaniuk zieht Jan Koschorreck links an beiden vorbei, doch sein zaghafter Schuss aus spitzem Winkel Richtung verlassenes Tor kann kurz vor der Linie doch noch von Romaniuk geklärt werden (38.). Noch viel spitzer war der Winkel anschließend für Yannick Albrecht, der einen Eckball von rechts scharf ins Zentrum bringt. Goalie Uchibori fliegt unter der Hereingabe hindurch – und der Ball landet im langen Eck zum 1:1 (40.). Direkt verwandelte Ecke!
Beide bisherigen Treffer also durch Torwart-Patzer – doch der HR-Schlussmann mit dem Willen, es sofort gutzumachen. Schneller „Schleuder-Abwurf“ über 30 Meter auf Linksaußen Aytunc Isik, der zieht erst mit viel Tempo in die gegnerische Hälfte, kreuzt dann vor dem Strafraum und zielt nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei (43.).
Nur 40 Sekunden nach der Pause Niemann aus dem Mittelkreis mit dem Chipball hinter die HR-Abwehrkette, Leptien startet durch und vollendet aus elf Metern mit links zum 2:1 (46.). Da sah die HR-Hintermannschaft nicht gut aus. Aber die Gäste spielten trotz der desolaten Tabellensituation weiter munter mit. Salih Tahhan über rechts mit einem tollen Solo locker an Colin Blumauer vorbei, doch sein Schuss landet nur am Innenpfosten und springt von dort Keeper Kasten in die Arme (49.). Viel Dusel für die „Tauben“, die danach wirklich nur noch das Allernötigste taten. Das Spiel plätscherte bis zum Abpfiff so dahin. „Uns fehlte die Gier, noch ein weiteres Tor zu machen“, so Nitsch. „Mal sehen, wer dann am Mittwoch in der Startelf steht“, kündigte er bereits Maßnahmen für das Nachholspiel in Niendorf an.
Stimmen:
Marcel Jobmann (Spieler-Trainer SV Halstenbek-Rellingen): Endlich haben wir mal mitgespielt und gut von hinten herausgespielt. Beim 1:0 für uns läuft endlich mal ein Spieler mit Tempo durch und bricht nicht vorher ab. Wir haben uns hier sehr gut verkauft und ich hatte bis zum Schluss gehofft, dass vielleicht noch einer zum Ausgleich reinrutscht. Unter Strich aber ein verdienter Sieg für Paloma.
Marius Nitsch (Trainer USC Paloma): Das beste am heutigen Spiel ist das Ergebnis. Es war ein katastrophaler Auftritt von uns. Eigentlich wollten wir nach dem schwachen Spiel am Dienstag (1:1 gegen Tesla) eine Reaktion zeigen. Aber es war überhaupt keine Spielfreude da, viel zu lethargisch. Wir kriegen momentan einfach nicht unsere PS auf den Platz. Und hinten sind wir viel zu leichtfertig. So ein Tor zum 0:1 darfst Du in der Oberliga nicht fangen. Es tut weh, dass wir zu Hause nicht ohne Gegentor bleiben können. Wir hatten im Vergleich zu Dienstag acht neue Spieler in der Startelf, da hätte ich mir mehr Engagement und die Gier auf Tore gewünscht. Viel Werbung haben die neuen Spieler jedenfalls nicht für sich gemacht. Großes Kompliment an HR, die sich hier nicht haben gehen lassen und einen spielerischen Ansatz gewählt haben. Ansonsten bin ich heute sehr bedient und überhaupt nicht zufrieden mit dem Auftritt. Wir müssen tunlichst wieder den Schalter umlegen.
Statistik: Gesamt-Punktspielstatistik aus Sicht des Gastgebers (seit 1945): 33 Spiele: 14 Siege, 8 Remis, 11 Niederlagen, 52:56 Tore
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