ETV: Fofana – Marxen, Lucht, Olayisoye, Politz - Karim, Hölscher – Pauli (85. Balde), Doegl (66. Hense), Damala (66. Beuck) – Mbodje (66. Alassani) TuS Dassendorf: Braun – Rinal (72. Coffie), K. Carolus, Büyüksakarya – Kurt – Maggio, von Knebel, Ay (72. Dittrich), Kukanda (42. Kleine) – Harnik, Kobert (62. Graudenz) Tore: 0:1 Harnik (53.) Schiedsrichter: Timo Rehder (Heidgrabener SV): Pfiff zu ersten Trinkpause des Jahres (24.). Gelb für Hölscher (32.) war viel zu hart und zur kuriosen Spielunterbrechung kurz vor dem Ende (84.), als der Ball bereits wieder lief, dürfte der ETV wohl noch Fragen haben. Beste Spieler: Doegl, Damala – Ay, Kurt Zuschauer: ca. 1.000
Traumwetter am „Loki“! Bei 25 Grad (!) und strahlendem Sonnenschein konnte die Partie in der ersten Halbzeit allerdings noch nicht dem Anspruch eines Spitzenspiels gerecht werden. Beide Teams wirkten ungewohnt nervös, viele einfache Ballverluste und ungenaue Zuspiele (häufig ins Seitenaus) prägten lange Zeit das Bild. Erst nach einem Fehler von Tom Politz hat Johann von Knebel die erste Gelegenheit, zielt aber aus 15 Metern halblinks am langen Pfosten vorbei (5.). Auf der Gegenseite ist es Bilal Damala, der nach einem schönen Solo über den Flügel ins Zentrum zieht und von der Strafraumgrenze an Keeper Tobias Braun scheitert (9.).
Okan Kurt schließlich mit dem ersten Eckball der Partie, seine Hereingabe rauscht durch den kompletten Strafraum und landet bei von Knebel, der aber aus halbrechter Position deutlich verzieht (23.). Richtig gut dafür die nächste TuS-Aktion: Einen langen Ball aus dem rechten Halbfeld legt Harnik perfekt für Kobert ab, der aus zehn Metern Keeper Fofana zu einer Glanztat zwingt (25.). Dann wurde es unschön: Nach einem heftigen Bodycheck eines ETV-Spielers kracht Kukanda in die Bande und muss verletzt ausgewechselt werden (38.). Große Aufregung und fette Rudelbildung, die der Referee aber schnell unter Kontrolle hat. Die letzte Chance der ersten Hälfte hatte Karim Ay, der aus gut 20 Metern nur knapp den rechten Giebel verfehlte (43.).
Nach der Pause endlich der erhoffte Schlagabtausch mit vielen guten Szenen auf beiden Seiten. Nur 30 Sekunden nach dem Anpfiff bringt Maggio das Leder von der linken Grundlinie ins Zentrum, wo sein Schwager Martin Harnik aus der Drehung übers Tor zielt (46.). Kurz danach Glück für die TuS: Damala zieht vom rechten Strafraumeck ab, der Schuss wird leicht abgefälscht und klatscht an den rechten Pfosten (49.). Jetzt nahm die Partie richtig Fahrt auf: ETV-Keeper Fofana spielt aus seinem Fünfmeterraum kurz raus auf Tom Politz, dem auf Höhe des Elfmeterpunkts die Ballannahme komplett missglückt! Harnik spritzt dazwischen und grätscht den Ball zum 0:1 in die Maschen (53.). Ein echtes Gastgebergeschenk.
Und weiter ging die wilde Fahrt: Kurt mit einer Bilderbuchhereingabe von rechts, Kobert steigt hoch und köpft aus neun Metern an die Latte (57.). Dann kocht Harnik Samuel Olayisoye an der linken Grundlinie ab und spielt scharf in den Fünfmeterraum. Politz will klären, prüft aber seinen eigenen Keeper (63.). Und weiter die TuS im Vorwärtsgang: Erst wird ein Schuss von Ay geblockt, die Kugel ist aber noch heiß, Graudenz legt quer und wieder hat Ay freie Bahn, trifft das Leder aber nicht richtig (65.). Gleiches passierte nur 100 Sekunden später Graudenz, der völlig frei vor Fofana nur unzureichend an den Ball kommt (67.).
Die Hausherren fanden erst nach rd. 20 Minuten der zweiten Hälfte zurück ins Match. Lamin Beuck mit viel Tempo und der flachen Hereingabe, aber Toralf Hense verfehlt das kurze Eck knapp (70.). Und wieder Beuck mit Formel-1-Speed über rechts: TuS-Keeper Braun mit starker Fußparade (72.). So hätten sich das die zahlreichen Fans sicher von Beginn an gewünscht. In der Schluss-Viertelstunde ließen die Kräfte bei den Gästen sichtbar nach (viele Krämpfe!). Aber mit großem Einsatz wurde der Sieg über die Zeit gebracht.
Stimmen:
Özden Kocadal (Trainer TuS Dassendorf): Wir hatten heute etwas gutzumachen. Es war eine Frage der Ehre. Wir haben den Druck in positive Energie umgewandelt. Ein extrem wichtiger Sieg für uns. Die erste Halbzeit war ein reines Abtasten. Aber wir haben uns reingesteigert. Unterm Strich ein verdienter Sieg. Jetzt wollen wir die restlichen Spiele gewinnen und müssen hoffen, dass der ETV nochmal patzt.
Can Schultz (Trainer ETV): Sportlich war es nicht das Top-Spiel. Die erste Halbzeit war komplett ausgeglichen. Das Tor haben wir uns dann selbst reingelegt. Das hat die Partie entschieden. Jede Serie hat mal ein Ende (seit Oktober war der ETV ungeschlagen). Am Ende nicht ganz unverdient für Dassendorf.
Statistik: Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 18 Spiele, 5 Siege, 4 Remis, 9 Niederlagen, 22:31 Tore
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