09.05.2026 Er läuft und läuft und läuft von Redakteur
Stefan Knauß
präsentiert:
vs.
Niendorfer TSV – FC Teutonia 05 2:0 (1:0)
Niendorfer TSV: Graefe – Neumann, Petri, Huneke, Kuchenbecker – Le. Meyer (46. Alao Fary), Cadir (67. Ayene), Speck, Brückner (67. Lüllemann) – Dohrn (71. Casale), De Los Santos (61. Alarcon Stark) FC Teutonia 05: Kolvenbach – Keller, Abe, Boakye, Kusyi (46. Aktürk) – Adedeji (70. Srougbo), Sharma – Szillat (61. Tahirsylaj), Touny (61. Adam), Bektas – Assiaw (87. Daams) Tore: 1:0 de los Santos (11.), 2:0 Brückner (FE. 58.) Schiedsrichter: Andre Becker (GW Eimsbüttel): Sehr freundlicher, souveräner Auftritt, gute Kommunikation im Team mit zwei hervorragenden SRA und keinerlei schwierige Entscheidungen. So macht das Spaß! Beste Spieler: Petri, Huneke, Brückner - Abe Zuschauer: 80
Zwei Tatsachen bestätigten sich erneut nach dieser Partie auf Rasen in der Sachsenweg-Arena. Zum einen spielt der Regionalliga-Absteiger FC Teutonia 05 unter Trainer Seyed Mehdi Saeedi-Mahdani erfolgreichen, gut strukturierten und attraktiven Fußball. Und zum anderen spielt für den Niendorfer TSV mit Daniel „Bohne“ Brückner ein außergewöhnlich guter und reifer Herr im besten Alter. Mit seinen 45 Jahren sprintet Bohne nach wie vor wie der bekannte Duracell-Hase über die Wiese und hält problemlos Duelle mit wesentlich jüngeren Gegenspielern stand. Letzteres merkte der Kollege im HFV-Live-Stream an, um sich nach einem bösen Blick des 62 jährigen Hafo-Redakteurs sofort live zu entschuldigen, weil er Bohne als „richtig alt“ bezeichnete. Senioren-Diskriminierung!
In diesem ansehnlichen Spiel ging es um die goldene Ananas. Niendorf ist gerettet. Teutonia hatte zu keinem Zeitpunkt in der GOL Probleme. Dennoch bemühten sich beide Teams sichtbar. Ehrgeizig. Mit viel Leidenschaft. Björn Dohrn beeindruckte mit einem Volleyschuss nach einer Flanke von Leon Neumann aus rechter Position (8.). Aber Phil Kolvenbach tauchte ab und hielt. Sehr gute Leistung beider Akteure. Wenig später folgte ein Angriff über die linke Seite. Bohne rannte auf links davon, flankte in die Mitte, wo Lennard Speck vor dem Strafraum den Ball in die Mitte köpfte und Leandro de los Santos den Ball direkt versenkte (11.). Wunderbare Kombination und ein tolles Tor!
Niendorfs Deniz Cadir nagelte die Kugel kurz danach knapp über die Latte aus rund 25 Metern mittig (13.). Die erste Halbzeit gehörte eindeutig der Heim-Mannschaft. Es dauerte lange, bis Teutonia ins letzte Drittel gelangte. Spielerisch sah das alles sehr schön aus. Aber die Niendorfer Defensive blieb hellwach. Fynn Huneke zeigte sich erneut als Ruhepol in der Mitte, gewann jedes Kopfball-Duell, Talent Jesse Petri räumte gnadenlos ab und Lars Kuchenbecker stellte auf ungewohnter linker Seite seinen athletischen Körper mehrfach erfolgreich in die Laufwege seiner flinken Gegenspieler. Zermürbend für Teutonia! Und zählbare Chancen waren selten. Zweimal schoss Kartik Sharma mittig aus rund 25 Metern aufs Tor. Einmal daneben (30.). Beim zweiten Mal hielt Gian-Luca Graefe ganz sicher (35.).
Mit der knappen Führung ging es in die Pause. Die zweite Hälfte gehörte Teutonia. Aber ohne Tor-Erfolg. Chancen? Flanke von links, Kopfball Elias Assiaw rechts vorbei (51.). Flanke von rechts, Kopfball erneut von Assiaw über die Latte (53.). Mehr eindeutige Chancen hatte auch VIP und Star-Fotograf Joe Noveski nicht festzuhalten. Dann der Strafstoß für Niendorf. Sharma hielt Dohrn am Trikot fest, obwohl der Ball schon längst weg war. Ganz deutlich zu sehen (56.). Bohne ließ sich etwas Zeit. Er schoss den Ball gewohnt halbhoch links ein (58.). Bohne nach dem Spiel: „Als ich den Ball geschossen habe, war ich mir ganz sicher, dass ich treffe. Das habe ich gemerkt.“ Immer die gleiche Seite. Trotzdem sprang auch Keeper Kolvenbach in die andere Ecke. Bohne: „Wenn die sich das anschauen würden, wüssten sie, wohin ich immer schieße.“ Aber knallhart und präzise getroffen. Da würde vermutlich auch der Sprung in die richtige Ecke wenig helfen.
Es war erneut eine herausragende Leistung des Routiniers. Bei Teutonia überzeugte Innenverteidiger Ryusei Abe mit seiner unglaublichen Sprungkraft, Energie, Laufbereitschaft und Leidenschaft. Trotz geringer Körpergröße gewann Abe Kopfballduelle gegen die Niendorfer Riesen. Großartige Leistung! Weiter geht’s für Niendorf schon am Dienstag gegen V/W Billstedt. Mit Volldampf!
Stimmen:
Seyed Mehdi Saeedi-Mahdani (Trainer FC Teutonia 05): Es war halt erwartet schwer, hier am Sachsenweg noch mal wieder auf Rasen zu spielen. Wir sind halt eine Kunstrasen-Mannschaft. Das war schon eine Umstellung. Das hat man gesehen, was erste Kontakte angeht. Ballkontrolle war halt nicht da. Die erste Halbzeit war das Spiel der falschen Entscheidungen bei uns. Niendorf hat man gesehen, dass sie aus einer Halbchance das Tor machen. Das haben sie auch super gemacht. Aber dann stehen sie auch tief. Und dann muss man die Lösung finden. Da waren wir mit den Entscheidungen nicht so zufrieden. Zweite Halbzeit haben wir uns vorgenommen, noch mal besser ins spiel zu kommen, die Bälle schneller abzuspielen, den Gegner in Bewegung zu bringen und dann kommt so ein Elfmeter. Das ist das 2:0 und das hier zu drehenwar extrem schwer. Von außen gesehen, war es dann schon ein Spiel auf ein Tor. Aber ich denke, dass hat Niendorf auch bewusst gemacht. Die wollten das hier verteidigen. Völlig in Ordnung für uns. Es geht weiter. Wir haben eine gute Hinrunde gespielt. Und die Rückrunde war schwierig aufgrund der schlechten Bedingungen in der Wintervorbereitung. Am Ende sind wir insgesamt zufrieden.
Ali Farhadi (Trainer Niendorfer TSV): In einem nicht so gravierend schönen Spiel sind wir einfach froh, dass so über die Runden zu bringen. Und das Kleingedruckte ist momentan nicht so wichtig. Wir versuchen diese Saison wirklich noch so ein bisschen auszubeulen, weil sie war halt nicht ganz so prickelnd. Aber es ist auch nicht alles schlecht. Dass muss man auch sagen. Wir sind zurückgekommen. Wir haben schwere Zeiten erlebt, gerade was die Verletzten angeht. Da ist die Mannschaft unglaublich zusammengerückt.
Statistik: Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1945): 7 Spiele, 3 Siege, 1 Remis, 3 Niederlagen, 10:6 Tore.
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