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26.07.2026
Happy und erwachsen gewinnt Niendorf am Reinmüller von Redakteur

Stefan Knauß



präsentiert:


vs


HEBC – Niendorfer TSV 0:3 (0:1)

HEBC: Schoon –von Zitzewitz (82. Me. Magens), Stegemann, Wrede (61. Garcia), Onnen, Sinemus (29. Eggers), Nawaz (82. Schick), Wilhelm (61. Aug), Lemke – Aden, Stech
Niendorfer TSV: Quack – Neumann, Krüger, Spieckermann, Altuntas – Le. Meyer, Huneke (46. Okawa), Ayene (46. Kuchenbecker), Brückner (77. Cadir) – Casale (82. Ahmadi), de los Santos (88. Lüllemann)
Tore: 0:1 de los Santos (5.), 0:2 Spieckermann (56.), 0:3 de los Santos (85.)
Rot: Onnen (HEBC, Notbremse 20.)
Schiedsrichter: Alexander Teuscher (SC Eilbek): Sehr gute Leistung! Immer auf der Höhe, freundlich und zugewandt! Überzeugen konnten auch die beiden SRA.
Beste Spieler: von Zitzewitz - Casale, de los Santos, Quack
Zuschauer: 128

Gästetrainer Ali „Happy“ Farhadi stand nach dem Anpfiff die Freude über den Auftaktsieg regelrecht ins Gesicht geschrieben. Hatte er doch vor längerem bereits vor dem heutigen Gegner und Pokalsieger gewarnt: „Das wird ein verdammt schwerer Auftakt. Brutal schwer, weil die Jungs von HEBC sicherlich alle spielen wollen.“ Um in der ersten DFB-Poklarunde gegen den BVB dabei zu sein. So war es nicht ganz. Auf Seiten von HEBC fehlten Chris Grünewald (Urlaub), Luca Verago, Ali Aktürk und Tjorven Köhler (alle verletzt). Moses Magens und Piet Oldag saßen zwar beide auf der Bank. HEBC Trainer Philipp Obloch: „Beide haben erst einmal trainiert.“ Jorma Eggers gesellte sich nach einer Woche Urlaub dazu. Um bereits nach 20 Minuten eingewechselt zu werden. Unverhofft kommt oft! „So ist das ja immer gegen Niendorf!“ klagte nach Abpfiff ein sichtlich durch einen Virus erkrankter Kapitän Janek Wrede, der unter der Woche nicht trainieren konnte. Aber das soll natürlich keine Entschuldigung für die insgesamt nicht unverdiente 0:3 Heimniederlage sein. Spiele zwischen beiden Teams sind irgendwie immer hart umkämpft. Da wird lautstark protestiert und mit sehr viel Einsatz gekämpft. Dennoch hatte Schiedsrichter Alexander Teuscher keinerlei Mühe mit der Spielleitung und lag mit allen Entscheidungen richtig. Sehr gut!

Niendorf begann gewohnt energisch. Eröffnete direkt mit Anstoß lang in die Spitze auf Leandro Casale. The Double L VIPs..Einer von zwei Niendorfer Leandros, die heute eine überragende offensive Leistung zeigten. Beide harmonieren gut miteinander. Casale besaß nach dem Anstoß die erste Chance (1.). Seinen Abschluss konnte HEBC Keeper Jannik Schoon sicher parieren.
HEBC versuchte sich in der gleichen taktischen 4 – 4 – 2 Aufstellung wie der Gegner. Obloch: „Ja, da sind wir ins Risiko gegangen.“ Mit Torchancen. Neuzugang Bob Aden kam nach einer Flanke von Fabia Lemke frei zum Kopfball (2.). Aber Niendorfs guter Neuzugang im Tor, Julian Quack konnte klären. Genauso wie den Nachschuss von Malte Wilhelm.

Wenig später erzielte der NTSV die Führung (5.). De los Santos ging auf rechts steil. Flankte in die Mitte. Casale gewann das Kopfballduell gegen Lionel von Zitzewitz. Köpfte in Richtung Tor und de los Santos köpfte alleine vor der Linie den Ball fast auf Knien ins Tor. Durchlaufen lohnt sich immer. Aufgrund der zeitweisen Konfusion in seiner defensiven Zuordnung lag der Pokalsieger zurück. Aber ließ sich davon keinesfalls irritieren. HEBC spielte sehr gut strukturiert die Bälle hinten raus. Da wurde kaum ein Ball nach vorne geschlagen. Immer wieder rückten auch die Sechser ein. Und HEBC setzte Niendorf unter Druck. Aber Farhadis Team besaß dennoch gute Konterchancen. Daniel „Bohne“ Brückner kam nach einer schönen Kombination über rechts aus 16 Metern mittig frei zum Schuss mit dem Außenrist. Der Ball zog knapp am linken Torpfosten vorbei (8.). Ohne respektlos klingen zu wollen. Langsam merkt man „Bohne“ das Alter an. Hin und wieder liefen ihm die Gegner Bälle ab. Farhadi vor kurzem: „Unglaublich, was Bohne leistet. Eigentlich könnte er zuhause im Gartenstuhl sitzen und das Leben genießen.“ Stattdessen unterstützte der 45jährige Ex-Profi seine jungen Mitspieler, die weiterhin enorm von seiner Präsenz profitieren.

Der große und wohl entscheidende Wendepunkt in der Partie wurde der Platzverweis gegen HEBC Neuzugang Philipp Onnen (20.). Schiri Teuscher: „Das war leider eine ganz klare rote Karte.“ Onnen stellte sich in den Laufweg des davon rasenden Casale auf der linken Seite. Zuvor grätschte allerdings Hamed Nawaz vergeblich in den Steckpass von „Bohne“. Hätte er den Ball noch getroffen, wäre die Situation zum Platzverweis nicht entstanden. So aber ging es in Überzahl für Niendorf weiter. Ohne dass es taktische Änderungen gab. Wrede köpfte knapp übers Tor nach Freistoß Lemke (29.). Danach kam Eggers zu seinem unerwarteten Einsatz nach dem Urlaub. Obloch nahm den wirkungslosen und doch feinen Techniker Elija Sinemus vom Platz (29.).
Casale kam auf Eggers Seite frei zum Schuss nach einem schönen Pass von Bohne (45.) und jagte den Ball weit über den Kasten. Kurz darauf kam Wilhelm frei zum Abschluss nach einer Flanke von rechts. Er zog aus fünf Metern am rechten Pfosten vorbei (45. +1). Pausenpfiff.

In der zweiten Halbzeit gab es jede Menge Chancen hüben wie drüben. Aber das zweite Tor erzielte Niendorf nach einer Ecke von rechts. Standardmeister „Bohne“ flankte auf den zweiten Pfosten, wo IV Tim Spieckermann einlief und frei zum 2:0 einköpfte (56.). Ohne jegliche Bedrängnis. Stellungsfehler der Defensive.
HEBC gab nicht auf. Konnte jedoch keinen Treffer erzielen. Das Tor gelang dagegen de los Santos. Zweite Bude! Das kostet noch eine Kiste Bier für seine Jungs. Leandro kam an der Mittellinie an den Ball und sah, dass Schoon weit vor seinem Kasten stand. Er zog einfach ab und der Ball senkte sich über HEBC Keeper ins Tor (86.). Das wars am Reinmüller! Farhadi im Kreis seiner Spieler: „Unser Umschaltspiel war heute richtig gut! Letztes Jahr haben wir im ersten Spiel der Saison auch 3:0 gewonnen. Aber Paloma hat zwei Tore davon selbst geschossen.“ Er war richtig happy. Niendorf spielte mit den ersten elf Spielern souverän und konterte richtig gut. Unter den Augen von HT16 Trainer Erdinc Örün. Dem Gegner vom kommenden Sonntag am Sachsenweg.
HEBC spielt nächsten Freitagabend auswärts gegen Concordia. Jede Saison bleibt für das Team von Manager Stelios Vamvakidis schwer: „Unser Ziel bleibt immer gleich. Wir wollen drei Mannschaften hinter uns lassen.“ Das sollte trotz der Auftaktniederlage möglich sein.

Stimmen:

Ali Farhadi (Trainer NTSV):
Völlig verdienter Sieg ist immer so gefährlich für mich. Es war schon sehr gruselig das Spiel. Wir sind irgendwie in unserem Spielrhythmus gestört worden. Das hat HEBC einfach sehr gut gemacht. Das muss man denen klar sagen. Ich glaube, dass wir die Qualität auf einer Ebene haben, die die Jungs mittlerweile kapieren. Wir haben vernünftig umgeschaltet, wir haben vernünftig unsere Momente gesucht. Unterm Strich war das auf jeden Fall ein schwieriger Start. Man merkt, die Euphorie bei HEBC ist groß. Es hätte nach ein paar Sekunden für uns Eins zu Null stehen können. Es hätte nach ein paar Sekunden auch für die Ein zu Null stehen können. Aber unterem Strich bin ich happy! Happy, happy, happy! Dieses Spiel bedeutet noch nicht viel. Es war nur der Start in die neue Saison.

Philipp Obloch (Trainer HEBC):
Ich finde, wir haben versucht ein bisschen ins Risiko zu gehen. Wir haben die erste Doppelchance da nach eineinhalb Minuten und auf der anderen Seite schlägt es nach fünf Minuten zum 0:1 ein. So ein 0:1 gegen Niendorf ist immer hässlich. Muss man sagen. Weil sie eigentlich wenig zulassen. Ich finde, dafür hatten wir noch relativ viele Möglichkeiten. Und klar, dann in Unterzahl ist es brutal. Trotzdem glaube ich, wenn noch mal eine von unseren zwei, drei Chancen geht nach einem Standard, dann wird es noch mal wackelig. Aber am Ende sind sie dann auch ziemlich erwachsen und spielen das dann relativ solide runter.


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