TuS Germania Schnelsen: Graefe – Hagelstein (52. Weseloh), N. Drenkhahn, Fallah, Kripke – Mecklenburg (Aydoglu), Bröcker – Sigismondi, Klug, Arambasic (88. Pommereng) – L. Drenkhahn Hetlinger MTV: Wiedemann – Haishima, S. Basta, C.Gyema (66. Ay), Angmor – Tesfazghi, Behrami (82. Pabst) – Gülec (58. Frimpong), Mohamed, Kontor (58. J. Gyema) - Döhler Tore: 0:1 Mohamed (5., FE), 1:1 L. Drenkhahn (40.), 2:1 Kripke (76.) Schiedsrichter: Benedikt Müller (TSC Wellingsbüttel): Was für eine mutige Entscheidung bereits in der 3. Minute auf den Elfmeterpunkt zu zeigen! Und vom weiten sah es nicht aus wie ein klares Foul. Aber wir glauben Hetlingens Trainer Stefan Gehrke, der eine richtige Entscheidung sah. Und was soll mit Markus von Glischinski an der Linie eigentlich schief gehen? Insgesamt eine gute Leistung! Beste Spieler: Graefe, L. Drenkhahn, Kripke – J. Gyema, Behrami Zuschauer: 250
„Auf geht’s Schnelsen!“ So dröhnte es nach Abpfiff aus der Kabine des TuS Germania Schnelsen. Frei nach der bekannten Scooter-Hymne. Hinter den Jungs von Trainer Yakup Özdemir lag eine unrunde Sommervorbereitung, das Aus in der ersten Runde des Lotto-Pokals in Nienstedten und die erste Begegnung in der Landesliga Hammonia seit zehn Jahren. Und das bei 34 Grad neben dem Platz. Der neu verlegte Kunststoffrasen hatte noch höhere Temperaturen zu bieten. Schwerstarbeit für alle Akteure.
Den ersten Treffer erzielte der qualitativ überaus gut besetzte MTV Hetlingen unter dem neuen Trainer Stefan Gehrke. Emanuel Kontor überlief auf der linken Seite mehrere Gegenspieler und drang in den Strafraum ein. Von links preschte Nick Drenkhahn heran und querte den Lauf von Kontor. Sofort ertönte der Pfiff von Schiri Benedikt Müller (3.). Strafstoß! Zum Entsetzen von Schnelsens Anhang. Das sah nach nichts aus. Aber „Drenki“ hatte nicht nur den Ball sondern auch seinen Gegenspieler getroffen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Dilan Karim Mohamed ganz sicher gegen Gianluca Graefe.
Den frühen Rückstand konnte Schnelsen schnell abschütteln. Das lag aber auch an der scheinbaren Passivität des Gegners. Hetlingen zog sich tief in die eigene Hälfte zurück und überließ Schnelsen den Ballbesitz. Um dann mit Kontern auf den zweiten Treffer zu gehen. Derart kam Jason Döhler frei zum Schuss aus der Mitte und verzog links neben das Tor (34.). Viel mehr ließ Germania in der ersten Hälfte nicht mehr zu. Links in der Viererkette gewann Leon Kripke jeden Zweikampf gegen Okan Gülec. Und rechts wurden die flinken Hetlinger Stürmer abgekocht. Angetrieben vom enorm fleißigen Matz Bröcker im Mittelfeld zog Germania schöne Kombinationen auf. Antonio Ambasovic zog aus 16 Metern knapp am linken Eck vorbei (22.). Bennet Klug verzog in Überzahl vier gegen drei (38.) nach einer großartigen Stafette. Hetlingen verteidigt intensiv. Vor allem Caleb Gyema lieferte sich mit Luca „Lucky“ Drenkhahn tolle Zweikämpfe und hatte den Goalgetter meistens im Griff. Aber verhindern konnte Gyema auch nicht, dass „Lucky“ seinen ersten Treffer in der Landesliga erzielte (40.). Einen Fernschuss wehrte Hetlingens Keeper Wiedemann bravourös ab. Den Abklatscher nahm „Lucky“ dankend an und knallte die Kugel in die Maschen. Umjubelt und der verdiente Ausgleich nachdem Schnelsen richtig auf das Gaspedal drückte. Hetlingen konnte sich nicht wirklich entfalten.
Das änderte sich nach der Halbzeitpause. Da gehörten die ersten 20 Minuten Hetlingen. Die größte Chance besaß Mohamed (57.). Einen Ball von links nahm er im Strafraum an und zog den Ball wie von seinem Trainer beschrieben weit über den Kasten von Graefe. Schnelsen konterte jetzt. Und tat das wirkungsvoll. Antonio-Filippo Sigismondi nagelte den Ball aus 25 Metern von halbrechts an den Hetlinger Pfosten (65.). Auf der Gegenseite zeigte Graef eine tolle Parade und flog einmal durch die Hütte (71.). Sehr zur Freude einiger Schnelsener Senioren sowie weiterer zahlreicher Fans. Und wenig später erzielte Kripke das Tor des Monats in Schnelsen. Der Ball „ditschte“ kurz vor ihm auf. „Kripper“ zog per Dropkick ab. Er traf mit dem linken Außenrist und die Kugel schlug unhaltbar aus 25 Metern links unten ein (76.). Jubel ohne Ende.
Danach probierte Gehrke alles und wechselte mehr offensive Spieler ein. Stürmer Derrick Otchere Frimpong verzog knapp (90. +3). Nach weiteren vier Minuten hieß es: das wars am Riekbornweg. Unbedingt wiederkommen!
Stimmen:
Stefan Gehrke (Trainer Hetlinger MTV): Ein sehr enges Spiel! Wir haben die Möglichkeit in der 60. Minute durch Dilan Mohamed in Führung zu gehen. Da muss er nicht knallen, sondern dem Torwart die Kugel über die Ohren ziehen. Und dann hast du das Problem beim zweiten Gegentreffer, das ist ein Sonntagsschuss. Dem kannst du ihm glaube ich noch zehnmal hinwerfen. Und er schießt ihn neunmal oben über das Haus. Aber nichtsdestotrotz. Wir verteidigen da nicht gut. Bzw. der Rückraum ist leer. Und damit ist ein fifty fifty Spiel auf deren Seite gefallen. Ich glaube, ein Unentschieden wie ein 3:3 oder ein knappes 4:3 für uns wäre möglich gewesen. Aber so ist Fußball. Es war das angekündigte schwere Eröffnungsspiel, wo die jetzt einen lucky Punch mit einem Traumtor hatten. Damit müssen wir jetzt leben. Aber davon geht die Welt nicht unter!
Yakup Özdemir (Trainer TuS Germania Schnelsen): Ich glaube, ein absolut verdienter Sieg! Gerade in der ersten Halbzeit haben wir unfassbar gut aufgebaut. Ich glaube, Hetlingen hatte Probleme irgendwie uns überhaupt Widerstand zu leisten, weil wir einfach so heiß waren. Und zweite Halbzeit, da war uns auch klar, dass wir dieses Tempo nicht 90 Minuten gehen können. Das war klar. Da mussten wir immer wieder mal Ruhephasen einbauen. Das haben wir gemacht. Und haben aus meiner sicht absolut verdient gewonnen. Auch wenn die natürlich ein paar Torchancen hatten. Ich glaube, dass wir einfach die bessere Mannschaft waren! Und das mit einer so jungen Truppe. Das Wichtigste ist, es war das erste Landesligaspiel seit zehn Jahren in Schnelsen. Das gibt Gänsehaut und auf alle Fälle ein paar Bierchen heute.
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