29.08.2026 Standards sei Dank: "Enges Höschen" sitzt am Ende perfekt von Andreas Killat
vs.
TuS Dassendorf – FC Eintr. 03 Norderstedt II 3:1 (1:1)
TuS Dassendorf: Rump – Hartwig, Iloka, Abe, Irmler (86. Bektas) – Monteiro, Schmidt (59. Wollesen) – Kleine (59. Knappe), Pulido (86. Boakye), Bako – Düwel (69. Prokaziuk) FC Eintr. 03 Norderstedt II: Rieseler – Almansori, Ghulam Hazrat, Klinko, Mazzo Nogueira (69. Ibraimo), Mensah Owusu (81. Gariba) – Koch – Darame (78. Safer), Fernandes, Ullmann – Kulaksiz (78. Baldé) Tore: 1:0 Pulido (28.), 1:1 Ullmann (45.), 2:1 Pulido (60.), 3:1 Wollesen (73.) Schiedsrichter: Thomas Bauer (Rahlstedter SC): Wie bei einem guten Wein: Je älter, desto besser. Regelte alles kommunikativ auf dem Platz (nur eine Gelbe Karte). Beste Spieler: Abe, Pulido, Iloka – Kulaksiz, Ullmann Zuschauer: 178
„Als wir vor der Saison die Ansetzungen der ersten fünf Spiele gesehen haben, ging erstmal ein tiefer Seufzer durchs Team“, so EN-Coach Tony Heine angesichts der vielen Top-Mannschaften gleich zum Saisonstart. „Andererseits war es eine gute Standortbestimmung und wir haben gemerkt, dass wir mithalten können. Und irgendwann platzt der Knoten, da bin ich mir sicher“. So sah es auch TuS-Coach Oliver Zapel, der seine Mannschaft unter der Woche eindringlich „gewarnt“ hatte: „Das ist kein Tabellenletzter. Für mich unverständlich, dass so eine gute Mannschaft noch keine Punkte geholt hat“.
Sein Team schien ihm jedenfalls gut zugehört zu haben. In der ersten Viertelstunde gab es diverse Hochkaräter, die allerdings allesamt nicht genutzt wurden. „Da muss ich manchmal Dampf ablassen und trete auch schon mal gegen die Bande“, so Zapel. „Es wird oft verkannt, wie viel Vorarbeit da investiert wird. Das macht mich dann immer etwas traurig, wenn wir uns nicht belohnen“. Aber so wisse man wenigstens, „woran wir noch arbeiten müssen“.
Schon nach 100 Sekunden hatte Max Düwel freie Bahn, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Keeper Alex Rieseler (2.). Den Nachschuss setzte Kristian Bako etwas überhastet übers Gehäuse. Nur wenig später Eyke Kleine über die andere Seite, diesmal knallt Adam Schmidt freistehend aus acht Metern vorbei (4.). Und so munter ging es auch weiter: Einen Freistoß aus 17 Metern halbrechter Position zirkelt Bako aufs Tordach (14.) und Sekunden später vergibt Manuel Pulido (nach scharfer Hereingabe von Ridel Monteiro) die nächste Gelegenheit (15.). „In der Phase hatten wir große Probleme“, bekannte Heine, sah dann aber erstmals sein Team in Aktion, als der wieselflinke Onurhan Kulaksiz schon am weit vor seinem Gehäuse postierten TuS-Keeper Jasper Rump vorbeigezogen ist, aber das Leder aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbeisetzt (25.).
Eine Standard sorgte schließlich für die verdiente Führung der Hausherren: Monteiro mit dem Eckball von links, Goalie Rieseler faustet die Kugel an die Strafraumgrenze, wo Pulido durch gefühlt acht Mann hindurch flach rechts unten zum 1:0 trifft (28.). Nun schien der Bann gebrochen. Aber wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, dass du denkst…wieder geht es mit Speed über die linke Seite, Monteiro schlägt ein Luftloch, Jonas Ullmann sagt „Danke“ und trifft aus 14 Metern zum 1:1 (45.). Zapel verharrte nach dem Halbzeitpfiff noch zwei Minuten konsterniert an der Linie, bevor er in die Kabine verschwand.
Nach dem Seitenwechsel wieder Pulido mit dem ersten Ausrufezeichen. Sein Distanzschuss aus 18 Metern flutscht Schlussmann Rieseler durch die Finger und von da ans Lattenkreuz (51.). Glück gehabt. Auf der anderen Seite bringt Norderstedts langjähriger Regionalliga-Kapitän Philipp Koch einen Eckball von links herein, aber die knallharte Direktabnahme von Fernandes zischt links vorbei (55.). Besser machte es Pulido. Mit perfekter Schusstechnik hämmert der Neuzugang das Spielgerät aus 17 Metern mit links zum 2:1 in den Giebel (60.). Ein echtes Traumtor. Der gerade erst eingewechselte Andrii Prokaziuk hatte ebenfalls bereits den Jubelschrei auf den Lippen. Vierzig Meter vor dem Tor spitzelt er das Leder am herausgestürmten Rieseler vorbei Richtung leeres Gehäuse. Aber der hinterher geeilte EN-Goalie kratzt den Ball in letzter Sekunde noch von der Linie (70.).
So musste wieder ein Standard für die Entscheidung herhalten: Bako mit dem Eckball von rechts, Rieseler flutscht der Ball erneut (!) durch die Finger und Jens Wollesen staubt mit dem Kopf aus kurzer Distanz zum 3:1 ab (73.). Für die TuS der vierte Sieg in Folge, während die Gäste punktlos am Tabellenende bleiben (sich aber mit den bisher gezeigten Leistungen nicht verstecken müssen).
Stimmen:
Tony Heine (Trainer FC Eintr. 03 Norderstedt II): Wir wussten, dass es hier beim Tabellenführer ein schweres Spiel wird. In den ersten zehn Minuten hatten wir einige Probleme mit den tiefen Bällen, haben es danach aber gut adaptiert bekommen. Wahrscheinlich hat uns der Regen gutgetan. In der zweiten Halbzeit war es dann die individuelle Qualität von Dassendorf. Beim 2:1 trifft der den Ball nicht so verkehrt. Mich ärgert, dass es ruhende Bälle waren. Aber wir sind eine junge Truppe und haben hier nichts abgeschenkt. Unterm Strich können wir zufrieden sein, auch wenn wir wieder nichts Zählbares mitgenommen haben. Wir sind trotzdem gut drin in der Saison.
Oliver Zapel (Trainer TuS Dassendorf): Ich sehe es 1:1 so, wie mein Kollege. Uns war klar, dass das ein ganz enges Höschen werden kann. Und so kam es dann ja auch – weil wir unsere klaren Chancen in der Anfangsphase nicht genutzt haben. Norderstedt hat es sehr gut gemacht. Für mich unverständlich, dass so eine gute Mannschaft noch keine Punkte geholt hat. Bei den Standardmomenten haben wir eiskalt zugeschlagen. Ich bin über den Sieg jedenfalls sehr glücklich. Manchmal sind solche Siege wertvoller, als irgendwelche 6:0-Erfolge. Im Rückspiegel betrachtet sind es oft solche Spiele, die über eine positive Saison entscheiden. Es hat zwar nicht alles geklappt, aber wir haben es mit unseren Standards gerichtet.
Statistik: Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 1 Spiel, 1 Sieg, 0 Remis, 0 Niederlagen, 3:1 Tore
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