USC Paloma: Kasten – Burmeister, Rust, Spranger, Leptien – Niemann – Möller, Düzgüner, Topcu, Keßner (71. Jacob) – Koschorreck (71. Merkle) ETV: Fofana – Michalek, Olayisoye (64. Hoffmann), Nishori, Marxen (61. Wemakor) – Politz, Karim – Gücyeter (46. Pauli), Hölscher – Mbodje (61. Beuck), Hense Tore: 1:0 Keßner (15.), 2:0 Koschorreck (50.), 2:1 Hense (88.), 3:1 Jacob (90.+5) Schiedsrichter: Marvin Repke (HTB): Der amtierende „Schiedsrichter des Jahres“ lieferte insgesamt eine gute und souveräne Partie ab. Allerdings hätte es für das Foul an Keßner einen Elfmeter für den USC geben müssen (58.). Beste Spieler: „KKK“: Kasten, Koschorreck, Keßner – Marxen, Politz Zuschauer: 174
Von der Bezirks- bis zur Oberliga gab es bisher insgesamt 16 Partien zwischen den „Tauben“ und dem ETV, doch im Pokal trafen heute beide Klubs erstmals in ihrer Vereinsgeschichte aufeinander (siehe „Statistik“ am Ende des Berichtes). Den letzten ETV-Sieg an der Brucknerstraße gab es dabei übrigens vor über 20 Jahren (3:1 am 5. Mai 2005 durch einen Doppelpack von Mittelstürmer Sascha Tomic). „Die liegen uns irgendwie. Gegen den ETV haben wir immer gut ausgesehen“, war USC-Ligamanager Jan Haimerl schon vor der Partie optimistisch – und sollte Recht behalten!
Zwar hatten die Eimsbüttler über das gesamte Spiel gesehen gefühlt 70% Ballbesitz, doch die Chancen hatte der Oberligist! „Wir hatten bestimmt 15 gute Box-Momente“, übertrieb USC-Coach Marius Nitsch keineswegs. Nach einem katastrophalen Fehlpass von ETV-Innenverteidiger Samuel Olayisoye hatte Jan Koschorreck freie Bahn, legte aber uneigennützig für Lennart Keßner quer. Doch der hatte offenbar einen „Phantom-Mitspieler“ gesehen, wo gar keiner war und passte die Kugel ins Nirwana (9.). Lange hinterher trauern musste der USC dieser dicken Gelegenheit aber nicht. Denn Keßner zog kurz darauf mit ordentlich Wut im Bauch einfach mal von der Strafraumgrenze ab – und das Leder schlug satt unten links zum 1:0 ein (15.). Die Gäste hingegen agierten viel zum kompliziert. Bis auf zwei Distanzschüsse von Tom Politz, die der gute USC-Keeper Moritz Kasten stark parierte (37./41.), war das einfach zu wenig. „Das kann nicht unser Anspruch sein“, war ETV-Coach Can Schultz bedient.
Direkt nach der Pause legte die Hausherren nach: Koschorreck mit einem fantastischem Solo über den rechten Flügel in die Box - und mit einem Übersteiger (wie einst Jan Aage Fjörtoft!) vorbei an ETV-Keeper Fofana zum 2:0 ins verlassene Gehäuse (50.). Wahnsinn! Fast identisch dribbelte sich auch Keßner über rechts in den Strafraum und wurde klar zu Fall gebracht (58.). Doch der Elfmeterpfiff blieb zum Entsetzen der USC-Bank aus (Nitsch: „Skandal!“). Aber die „Tauben“ machten einfach weiter. Wieder ist es Koschorreck (ein echtes Laufwunder!), der mit Speed 4-5 Gegenspieler stehen lässt, das Leder aber fast von der Grundlinie knapp am langen Pfosten vorbeizieht (65.). Noch mehr Pech hatte Lennart Merkle, dessen Schuss aus 14 Metern an den rechten Innenpfosten klatschte und von dort die Linie entlang trudelte – aber eben nicht ins Tor (75.). „Capitano“ Moritz Niemann, heute wieder ein echtes Vorbild an Leidenschaft und Kampfgeist, mit der nächsten Gelegenheit, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze strich haarscharf übers Tor (78.).
Solch ein Chancenwucher rächt sich ja häufig. Und tatsächlich. Trotz permanenter Harmlosigkeit fiel auf einmal der Anschlusstreffer. Eine Flanke aus dem rechten Halbfeld landete am zweiten Pfosten, wo Toralf Hense den Ball aus kurzer Distanz zum 1:2 über die Linie drückte (88.). Jetzt zog der ETV ein echtes Powerplay auf, während die Hausherren mit allem, was sie hatten, verteidigte. Und auf den einen Konter lauerte. Der kam Sekunden vor dem Abpfiff. Samuel Jacob gegen die weit aufgerückten Gäste mit ganz viel Wiese vor sich. Ein tolles Solo (ohne Gegenspieler) von der Mittellinie, am Keeper vorbei zum 3:1 (90.+5). Abpfiff. Jubel: „Wir sind Pokal. Egal, wer als nächstes kommt, wir sind bereit“, so ein euphorischer Nitsch.
Stimmen:
Can Schultz (Trainer ETV): Glückwunsch an Paloma, ein verdienter Sieg, sie hatten die besseren und klareren Chancen. Wir haben zwar für die Spielanlage gesorgt, aber viel zu viele schlechte Entscheidungen getroffen. Es waren zu viele Spieler, die nicht auf ihrem Niveau agiert haben. Das lässt sich auch nicht mit den englischen Wochen und den vielen Metern, die wir in den Knochen haben, begründen. Das kann nicht unser Anspruch sein. Dass man im Pokal ausscheidet kann passieren, das sind wir ja gewohnt. Aber wir waren heute einfach nicht gut genug. Das nervt!
Marius Nitsch (Trainer USC Paloma): Ich bin super stolz auf meine Mannschaft, dass wir das schwere Los heute gezogen haben. Das zeigt, dass wir eine Pokalmannschaft sind und das wieder mit uns zu rechnen ist. Ein absolut verdienter Sieg. Unglaublich, was wir hier heute gegen einen Regionalligisten für Torchancen hatten. Das war sogar noch besser, als letzten Freitag gegen Süderelbe (5:2). Wir müssen uns nur den Vorwurf machen lassen, dass wir den Sack nicht früher zugemacht haben. Hört sich komisch an, damit konnte man wirklich nicht rechnen. ETV hat uns viel angeboten, allein in der ersten Halbzeit hatten wir drei Hundertprozenter und ich könnte noch weitere 15 gute Box-Momente aufzählen. Wir haben leidenschaftlich verteidigt, großes Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben da weitergemacht, wo wir Freitag aufgehört haben. Eine tolle Teamleistung gegen den Tabellensechsten der Regionalliga. Egal, wer als nächstes kommt: Wir sind bereit!
Statistik: Gesamt-Pflichtspiel-Statistik zwischen beiden Teams aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 17 Spiele: 11 Siege, 0 Remis, 6 Niederlagen, 38:33 Tore
Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind alle Texte, Grafiken, Videos und Fotos Eigentum von www.hafo.de. Anderweitige Verwendung nur mit vorheriger Genehmigung.