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11.09.2026
LL Hammonia: Lucky und der Punch für Germania! Teil II von Redakteur

Stefan Knauß



www.handyalarm.net


vs.


TuS Germania Schnelsen – SV Halstenbek-Rellingen 2:1 (1:1)

TuS Germania Schnelsen: Graefe – Hagelstein, Kripke, Condric, Heimbach – Bamezon, Weseloh – Busch (90.+1 Aydogdu), Lux (73. Noorzai), Sigismondi (46. Georgi) – L. Drenkhahn
SV Halstenbek-Rellingen: A. Höcker – Hopf (58. Schauer), Bernitt, Kokoc, Jakubietz (46. Breckwoldt) – T. Höcker (68. Schauer), Romaniuk – Brünnler, Plötz, Ninkovic – Barth (85. von Schassen)
Tore: 1:0 L. Drenkhahn (34.), 1:1 Plötz (45.), 2:1 L. Drenkhahn (50.)
Gelb-Rot: Bamezon (41., zu wenig Abstand vor Freistoßausführung)
Schiedsrichter: Fabian Rother (ETV): Zeitweise ohne klare Linie bei Freistößen und Strafen. Abseitsstellung von L. Drenkhahn beim zweiten Tor übersehen. Läuferisch nicht immer auf der Höhe. Kann also besser werden.
Beste Spieler: L. Drenkhahn, Heimbach, Kripke, Busch – A. Höcker, Romaniuk
Zuschauer: 250

Vor Anpfiff der Begegnung äußerte sich HRs sportlicher Leiter Oliver Berndt defensiv: „Ein Sieg wäre sehr schön. Aber gegen Germania wäre ich auch mit einem Unentschieden zufrieden.“ Nach dem Abstieg aus der Gamesright Oberliga hat die Mannschaft von HR ein völlig neues Gesicht bekommen. Mit Trainer Andelko Ivanko steht ein sehr erfahrener und leidenschaftlicher Trainer an der Linie, der ein zum Teil ganz junges Team coacht. Zusammen mit seinem Sohn Dario Ivanko, der sich aber gerade im Urlaub befindet. Man erkennt die Handschrift des Trainers bereits am technisch recht ansehnlichen Spielstil seiner Jungs. Die Leistung des Schiedsrichters fand Ivanko gut, während er den Auftritt seines Teams sehr kritisch bewertete: „Du coachst gerade einen Spieler und dann macht ein anderer Junge den nächsten Fehler.“

Bereits 30 Sekunden nach Anpfiff hatte Schnelsens Jakob Lux die Führung auf dem Fuß. Nach einem Flachpass von rechts kam Lux frei aus rund sieben Metern zum Abschluss. Aber HRs Keeper Alessio Höcker lenkte den halbhohen Schuss sensationell über das Tor (1.). Das macht Papa „Höcki“ mit Sicherheit stolz. Zurecht.

Germania musste auf einige verletzte Stammspieler wie Nick Drenkhahn, Matz Bröcker, Max Mecklenburg und Bennet Klug verzichten. Trainer Yakup Özdemir improvisierte und nahm zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft in den Kader. Sein Team versuchte aus einer stabilen Defensive mit Kontern Nadelstiche zu setzen. Gegner HR hatte viel Ballbesitz, zeigte einige schöne Kombinationen, aber ohne Schnelsens Keeper Gian-Luca Graefe ernsthaft zu fordern. Die Führung erzielte Goalgetter Luca „Lucky“ Drenkhahn nach feiner Vorarbeit des wuseligen Connor Busch von rechts. Er versenkte die Kugel im Strafraum aus kurzer Distanz zur umjubelten Führung (34.).

Schiedsrichter Fabian Rother hatte einige Mühe, die vielen Fouls auf beiden Seiten gerecht zu bewerten. Er zeigte sich wahrlich nicht als ein Heimschiedsrichter. Zunächst erhielt Germanias Sechser Ayaovi Bamezon den gelben Karton, als er hart in einen Zweikampf direkt vor der Bank von HR ging (25.). Ivanko: „Ich war mir sicher, dass der Spieler nicht auf dem Platz bleibt.“ Und er behielt recht. Nach einem Foul etwa 11 Meter hinter der gegnerischen Mittellinie stellte sich Bamezon direkt vor den Freistoßschützen. Allerdings hatte der Halstenbeker Spieler den Ball sehr viel weiter nach vorne zum Ausführen gelegt. Und schoss dann kurz entschlossen Bamezon an. Rother zeigte Gelb-Rot. Zum Entsetzen Germanias. Eine sehr schwierige Entscheidung, weil der Tatort des Fouls wirklich viel weiter hinter dem ausführenden Spieler lag. Unglücklich sicherlich. Aber vielleicht im Ermessensspielraum. Danach spielte HR bis zum Ende der Begegnung in Überzahl. Frederik Plötz erzielte den Ausgleich aus rund 16 Metern mit einem Flachschuss nach links unten (45.). Das war von der ansonsten grandiosen Defensive Germanias nicht gut verteidigt.

Von diesem Rückschlag zeigte sich Germania in der zweiten Halbzeit trotz Unterzahl unbeeindruckt und konterte mehrfach sehr gefährlich. Ging intensiv und leidenschaftlich in jeden Zweikampf. Die Spieler pushten sich unentwegt während auf der Gegenseite hörbar gestritten wurde. Germanias Außenverteidiger Luca Salvatore Andrea Heimbach ist sicherlich kein begnadeter Techniker. Aber ein großer Kämpfer mit ganz viel Herz. Heimbach gewann mal wieder einen Zweikampf und passte hinter der Mittellinie auf den startenden „Lucky“. Aus einer Position sicherlich einen Meter hinter dem gegnerischen Verteidiger. Aber die Fahne des SRA 1 blieb unten. „Lucky“ lief durch und netzte von halb links aus rund 14 Metern unhaltbar ein (50.). Grandios! Der Goalgetter trifft auch in der Landesliga. „Lucky“ betonte nach Abpfiff bescheiden: „Ich glaube, das ist keine Einzelleistung. Das ist eine Teamleistung. Die Jungs wissen, wie sie mich einsetzen müssen.“ Immerhin war das bereits sein vierter Treffer in fünf Spielen! Das bietet Anlass zu Spekulationen. Wo spielt „Lucky“ nächste Saison? Natürlich in Schnelsen! Wo denn sonst? La familia es todo! HR kreierte nur noch zwei gute Chancen zum Ausgleich. Pit Brünnler schoss volley aus neun Metern weit über das leere Tor, nachdem Graefe einen hohen Ball unterlief (81.) und Martin Schauer köpfte nach einer Ecke von rechts freistehend vorbei (90.).

Das war der zweite Heimsieg am Rieckbornweg nach einem intensiven und spannenden Spiel. Germania muss in den nächsten Wochen weiterhin auf wichtige Spieler verzichten. HR sollte sich in der Defensive deutlich steigern. Fehler im Aufbauspiel vermeiden. Ansonsten bringt die Mannschaft viele tolle Spieler mit großem Potential auf den Platz!

Stimmen:

Andelko Ivanko (Trainer SV Halstenbek-Rellingen):
Wir bezahlen gerade Lehrgeld. Die Mannschaft ist jung. In den letzten drei Spielen haben wir so viele Fouls kassiert und die Jungs wehren sich nicht. Es läuft gerade komplett alles daneben. Wir haben die ganze Vorbereitung gespielt, ohne einen Rückstand. Und jetzt kommen die damit gar nicht klar. Wir müssen nach 30 Sekunden schon im Rückstand sein. Unsere Innenverteidigung kriegt das nicht gebacken. Ich zittere wirklich jedes Mal, wenn ein Ball in den Strafraum fliegt. Wir starten mit vier Fehlpässen im Spielaufbau. Ich bin sprachlos und zwischendrin resigniere ich auch. So viele Fehler. Gestern im Training haben wir alles geübt. Es lief erschreckend gut! Aber heute kommen wir hierher und kriegen das überhaupt nicht gebacken.

Yakup Özdemir (Trainer TuS Germania Schnelsen):
Ich bin völlig am Ende. Dieses Spiel hat mich so viele Nerven gekostet. Der Sieg geht am Ende doch irgendwie in Ordnung. Wir haben so leidenschaftlich gespielt. Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen. Mehr als eine Halbzeit mit einem Mann weniger gespielt gegen eine fußballerisch so starke Mannschaft, die richtig gute Qualität hat, richtig gute Spieler hat. Aber was die Jungs nach den letzten beiden Niederlagen auf dem Platz gelassen haben, da kann man nur stolz sein. Vielleicht waren wir fußballerisch nicht die bessere Mannschaft, aber haben aufgrund der Leidenschaft am Ende verdient gewonnen.


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