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20.09.2026
Auch ohne "Filet-Rasen": Dassendorf bleibt Spitze von Andreas Killat


präsentiert:


vs.


Niendorfer TSV – TuS Dassendorf 2:4 (1:2)

Niendorfer TSV: Quack – Neumann, Krüger, Ahmadi, Usov – Ayene (69. Kuchenbecker), Broocks – Le. Meyer (77. Lüllemann), Ofosu, Okawa – de los Santos Korth
TuS Dassendorf: Rump – Kleine (90.+1 Schmidt), Hartwig, Abe, Irmler – Monteiro, Boakye (90.+1 Prokaziuk) – Appiah, Graudenz, Knappe (74. Bako) – Düwel (67. Wollesen)
Tore: 1:0 de los Santos Korth (6.), 1:1 Monteiro (34.), 1:2 Kleine (41.), 2:2 Le. Meyer (47.), 2:3 Graudenz (58.), 2:4 Bako (78.)
Schiedsrichter: Thao-Quyen Nguyen (Walddörfer SV): Endlich wieder ein weiblicher Referee in der Oberliga! Zusammen mit dem erfahrenen Thomas Bauer (RSC) an der Seitenlinie brachte sie die Partie bei ihrer OL-Premiere sehr gut über die Bühne. Sicherlich waren auch ein paar strittige Szenen dabei. Insbesondere die Hausherren hätten gerne einen Elfmeter gehabt (70., Hartwig gegen Ofosu). Doch von der Präsenz und der Kommunikation auf dem Platz her war das ganz stark. Weiter so!
Beste Spieler: Okawa, Ayene – Abe, Irmler, Boakye
Zuschauer: 140

„Gefühlt war heute mehr drin“, so der etwas enttäuschte NTSV-Coach Ali Farhadi nach der Partie. Tatsächlich hatten die Hausherren in der ersten Viertelstunde einen tollen Start in die Partie. Maximilian Ofosu geht über links in die Box und muss nur noch den in der Mitte freistehenden Leandro de los Santos Korth bedienen – aber der Querpass misslingt (5.). Doch lange musste sich der NTSV nicht ärgern: Pascal Ayene mit dem Eckball von rechts auf den zweiten Pfosten, wo sich de los Santos Korth im Zweikampf durchsetzt und mit dem Kopf zum 1:0 trifft (6.). Und Niendorf blieb dran. Leon Neumann kommt binnen 60 Sekunden zweimal über den rechten Flügel bis zur Eckfahne durch. Aber beide Hereingaben bleiben an einem TuS-Verteidiger hängen (12.). „Wenn wir da das 2:0 machen…“, blieb der Wunschtraum von Farhadi unerfüllt.

Nach gut zwanzig Minuten übernahm dann der alte und neue Tabellenführer zunehmend das Kommando. Doch aus viel Ballbesitz/-kontrolle und gutem Kombinationsfußball ergaben sich kaum ernsthafte Chancen. So musste der ungeduldige (und immer lautstark reinrufende) TuS-Coach Oliver Zapel, der sich vor dem Spiel darüber beklagte, dass der traumhafte wirkende „Filet-Rasen“ nicht genutzt wurde und dies nicht vorab offiziell mitgeteilt wurde (nur ein Spieler soll eine WhatsApp erhalten haben; die Schiedsrichter waren ebenfalls „vergessen“ worden), über eine halbe Stunde bis zum Ausgleich warten. Fabian Graudenz mit einer eher verunglückt wirkenden Ecke von rechts, der Ball „hoppelt“ durch den Strafraum und wird letztlich von Elia Boakye auf Ridel Monteiro weitergeleitet, der aus der Drehung zum 1:1 vollendet (34.).

Das weckte endgültig die Lebensgeister des Favoriten. Graudenz von der Strafraumgrenze nur wenige Zentimeter rechts vorbei (39.). Danach „pennt“ Niendorf gewaltig. Irmler mit einem seiner inzwischen hinlänglich bekannten „Schleuder-Einwürfe“ von der Mittellinie in den Strafraum. Der durchgestartete Eyke Kleine steht völlig blank vor NTSV-Keeper Julian Quack und trifft halbhoch zum 1:2 (41.). Spiel noch vor der Pause gedreht.

„In der Halbzeitpause haben wir die Mannschaft gewarnt, dass Niendorf nochmal mit viel Energie kommen wird“, so Zapel. „Aber da wurde wohl nicht so genau zugehört – und dann kriegst du so ein Ding“. Gemeint war damit folgende Szene: Nur 100 Sekunden nach dem Wiederanpfiff bringt Neumann von rechts das Leder rein, Ofosu leitet auf Meyer weiter und der nagelt die Kugel aus neun Metern zum 2:2-Ausgleich unter die Latte (47.). „Das müssen wir besser verteidigen“, so Zapel. Doch sein Team antwortete prompt: Irmlers Eckball köpft Monteiro am zweiten Pfosten an die Latte (53.)! Besser lief es nur kurz danach: Knappe zieht über die linke Seite ziemlich unbehelligt in den Strafraum und legt wunderbar quer für Graudenz. Der hat ebenfalls viel Platz und Zeit, lässt Keeper Quack mit einem angetäuschten Versuch ins Leere springen und vollendet dann mit links zum 2:3 (58.). „Das war echter Dasse-Fußball“, jubelte Zapel.

Die große Chance zum erneuten Ausgleich „verhinderte“ dann sozusagen Schiedsrichterin Thao-Quyen Nguyen (Walddörfer SV). Nach einem Querschläger von Knappe im eigenen Strafraum kommt Ofosu einschussbereit am Fünfmeterraum zu Fall. Farhadi forderte lautstark einen Elfmeter, aber Nguyen bewertete die Aktion von Enock Hartwig als nicht elfmeterwürdig (70.). Ohne VAR kaum zu bewerten. Und so kam es, wie es fast immer kommt. Niendorf mit dem nächsten (Doppel-)Fehler in der Defensive. Erst fabriziert Lars Kuchenbecker aus dem eigenen Strafraum heraus einen Fehlpass auf Kristian Bako. Der zieht aus fast 25 Metern einfach mal ab – und Torhüter Quack lässt den Ball durch die Finger zum 2:4 ins Tor flutschen (78.). „Der hatte seine Handschuhe wohl mit Vaseline eingerieben“, so der trockene Kommentar von der Dassendorfer Bank.

Bis auf einen Abseitstreffer von de los Santos Korth (83.) passierte nicht mehr viel, so dass die schöne „Serie“ der Gastgeber mit zwei Siegen ohne Gegentor (1:0/3:0) endete, während die TuS die 1:2-Niederlage gegen Paloma von letzter Woche wettmachte und im vierten Auswärtsspiel den vierten Sieg einfuhr. Sportlich fair lobte Zapel die verletzungsgeplagten Niendorfer: „Eine starke Niendorfer Mannschaft, die trotz ihres dünnen Kaders einiges auf die Beine gestellt hat. Das verdient höchsten Respekt“. Und Farhadi? „Fünf Sekunden jammern und dann geht’s weiter“.

Stimmen:

Oliver Zapel (Trainer TuS Dassendorf):
Wenn man gewinnt, fühlt es sich immer gut an. Aber so ehrlich müssen wir sein: Auch heute fällt es wieder eher unter die Kategorie Arbeitssieg. Ein bisschen ärgerlich waren die Begleitumstände. Man hat uns nicht offiziell über die Verlegung auf Kunstrasen unterrichtet, auch die Schiedsrichter wussten von nichts. Den wunderschönen Filet-Rasen kann ja nebenan jeder sehen. Meine Mannschaft hat das aber gut angenommen. Das 1:0 hat Niendorf richtig gut gemacht. Da habe ich gedacht, dass kann ja lustig werden. Aber danach haben wir fußballerisch richtig viel geboten und eine hohe Zahl an Torchancen. Die 2:1-Halbzeitführung war eher zu niedrig. Und dann warnt man seine Jungs in der Pause, dass Niendorf jetzt mit aufgeladenen Batterien rauskommt – und kriegt trotzdem sofort den Ausgleich. Das darf uns nicht passieren. Dafür war das 3:2 dann wieder echte „Dasse-Fußball“. Ein wichtiger Sieg für uns gegen eine starke Niendorfer Mannschaft, die trotz ihres dünnen Kaders einiges auf die Beine gestellt hat. Das verdient höchsten Respekt.

Ali Farhadi (Trainer Niendorfer TSV):
Es ist sehr ärgerlich. Dassendorf hat unsere Fehler gnadenlos bestraft und die vier Tore eiskalt reingemacht. Das war einfach bitter. Zu viele individuelle Fehler. Gefühlt war heute mehr drin. Fazit: Fünf Sekunden jammern und dann geht’s weiter.

Statistik:
Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 25 Spiele, 5 Siege, 4 Remis, 16 Niederlagen, 27:50 Tore.

2013/14: 1:1 / 2:2 Oberliga Hamburg
2014/15: 0:1 / 4:0 Oberliga Hamburg
2015/16: 0:1 / 1:0 Oberliga Hamburg
2016/17: 0:4 / 1:2 Oberliga Hamburg
2017/18: 0:2 / 1:3 Oberliga Hamburg
2018/19: 0:2 / 3:1 Oberliga Hamburg
2019/20: 1:2 / 0:2 Oberliga Hamburg
2020/21: --- Oberliga Hamburg
2021/22: 1:0 / 3:2 Oberliga Hamburg, Meisterrunde
2022/23: 1:1 / 2:3 Oberliga Hamburg
2023/24: 1:3 / 1:1 Oberliga Hamburg
2024/25: 0:2 / 1:3 Gamesright Oberliga Hamburg
2025/26: 1:6 / 0:2 Gamesright Oberliga Hamburg
2026/27: 2:4 / --- Gamesright Oberliga Hamburg


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