10.10.2026 "Heimfluch" hält an - Vicky siegt wieder am Wendelweg von Andreas Killat
vs.
TuS Dassendorf – SC Victoria 1:2 (1:2)
TuS Dassendorf: Galytsky – Appiah (84. Kleine), Hartwig, Abe, Irmler (84. Wollesen) – Monteiro – Pulido (84. Bako), Graudenz, Boakye (46. Möller), Düwel – Iloka SC Victoria: Rabe – Musci, Dammann, Meyer, Seidi – Jungjohann (76. Pötzinger), Kahr – Bensch (66. Siegfried), Maksimovic (89. Stark), Gries (76. Heider) – Gleich (89. Pichelmann) Tore: 0:1 Gries (28.), 0:2 Kahr (31.), 1:2 Düwel (44.) Schiedsrichter: Alexander Teuscher (SC Eilbek): Der große Aufreger des Spiels war der nicht gegebene Elfmeter für die TuS, als Jungjohann Pulido klar ersichtlich zu Boden zerrte (36.). Hatte auf dem Platz einige Mühe, die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Das wirkte nicht immer souverän. Beste Spieler: Abe – Musci, Maksimovic, Bensch Zuschauer: 225
„Vielleicht liegt es am schlechten Karma einiger Räume“, betrieb TuS-Coach Oliver Zapel nach dem Abpfiff eine nicht ganz ernst gemeinte Ursachenforschung für die schlechte Heimbilanz (2-2-2). „Wir werden das mal mit der Wünschelrute hinterfragen. Vielleicht ist hier auf dem Platz irgendwas begraben“. Ganz anders natürlich die Stimmung bei den Gästen, die inklusive Pokal den vierten (!) Sieg in Serie gegen Dassendorf feierten. „Wir spielen hier auf Sieg“, hatte SCV-Coach Sascha Bernhardt schon vor dem Anpfiff selbstbewusst verkündet – und seine Mannschaft setzte diese „Vorgabe“ beeindruckend um.
Den besseren Start hatten allerdings die Hausherren. Nach einer scharfen Hereingabe von Max Düwel von der rechten Außenbahn rutscht Manuel Pulido im Fünfmeterraum in den Ball hinein, bugsiert ihn aber über die Latte (8.). Und nach einem Ballverlust von Sönke Otto Meyer spielt Fabian Graudenz den perfekten Pass in die Tiefe auf Pulido, doch völlig freistehend versagen dem 33jährigen erneut die Nerven (26.). Insgesamt betrachtet war nun aber „Vicky“ deutlich besser im Spiel. Insbesondere über die rechte Angriffsseite (Musci und Bensch) wurde es immer wieder gefährlich. Die Führung dann allerdings über links, wo Darijo Maksimovic gekonnt Michael Gries in Szene setzt, der vom linken Fünfmetereck zum 0:1 einschiebt (28.). Nur 150 Sekunden später die nächste Konfusion in der TuS-Hintermannschaft. Luis Gleich zieht über rechts an Irmler vorbei und bedient am zweiten Pfosten Max Kahr, der aus 10 Metern mittig zum 0:2 trifft (31.).
Nach diesem Doppelschlag hatte Zapel genug (Abwehr-Chaos) gesehen und beorderte Sturmspitze Obinna Iloka zurück in die Innenverteidigung (34.). Und hätte Referee Alexander Teuscher kurz danach auf den eigentlich fälligen Elfmeter für Dassendorf entschieden (und möglicherweise sogar auch noch „Rot“?), dann wäre wohl nochmal eine ganz andere Dynamik ins Spiel gekommen. Brian Jungjohann jedenfalls hatte Pulido deutlich sichtbar von hinten an der Schulter bzw. am Trikot zu Boden gerissen (36.). Jetzt hatte die TuS ihre beste Phase: Über Pulido und Monteiro kommt das Leder zu Graudenz, der wieder einen schönen Steckpass in die Spitze auf Düwel spielt. Der bleibt allein vor Keeper Hendrik Rabe ganz cool und trifft zum 1:2 (44.).
Nach der Pause wurde allgemein ein TuS-Sturmlauf erwartet – aber die erste dicke Chance hatte Vicky: Nach einem Fehlpass von Enock Hartwig an der eigenen Strafraumgrenze hat Luis Gleich das 1:3 auf dem Fuß, scheitert aber an Keeper Vladyslav Galytsky (50.). Danach viel Druck durch die Hausherren, doch die klaren Gelegenheiten blieben aus. Erst ein „Zufallsprodukt“ läutete die spannende Schlussphase ein. Sven Möller führt kurz hinter der Mittellinie blitzschnell einen Freistoß aus – und das Leder klatscht (über den weit vor seinem Kasten postierten Rabe hinweg) aus 40 Metern an die Latte (70.). Nun hatte die SCV-Defensive mächtig zu tun, erledigte den Job aber bravourös.
Binnen zwei Minuten drei gute TuS-Szenen: Erst köpft Graudenz knapp vorbei (72.), dann rettet Jungjohann gegen den einschussbereiten Hartwig (73.) und schließlich erneut Hartwig mit einem (zu harmlosen) Kopfball in die Arme von Torhüter Rabe (74.). Es sollte wohl nicht sein, denn auch die letzte Chance verpuffte: Bako mit dem Freistoß aus dem rechten Halbfeld auf den zweiten Pfosten. Dort steht der (jetzt wieder stürmende) Innenverteidiger Iloka aussichtsreich zum Ausgleich bereit, haut aber am Leder vorbei (86.). Auf der Gegenseite hatte Vicky noch die ein oder andere Konterchance, aber weder Yago Heider, noch Enrique Stark konnten den erlösenden dritten Treffer erzielen. Zum Sieg reichte es dennoch. Mit viel Gelb-Blauen Jubel und einem stolzen Trainer-Vater Michael Bernhardt, der extra den weiten Weg auf sich genommen hatte. „Ich habe Sascha gefragt, ob sich das wirklich lohnt. Und er hat geantwortet, dass Victoria auf jeden Fall gewinnt“.
Stimmen:
Sascha Bernhardt (Trainer SC Victoria): Das war heute ein Spitzenspiel und hätte mehr Zuschauer verdient gehabt. Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt. Beide Tore waren toll herausgespielt. Danach wurde es eklig. In der zweiten Hälfte mussten wir uns aufs Verteidigen konzentrieren. Kompliment an meine Mannschaft, wie sie das über die Zeit bekommen hat. In so einem Spiel hat man nichts zu verlieren, da ist null Druck auf dem Kessel. Wir werden heute bestimmt einen schönen Abend haben.
Oliver Zapel (Trainer TuS Dassendorf): Natürlich sind 225 Zuschauer zu wenig – aber vielleicht ist es auch ganz gut so, dass die Daheimgebliebenen unser Spiel der verpassten Chancen nicht gesehen haben. Wir werden daher bei unserem Mannschaftsabend leider einen nicht so schönen Abend haben. Da können und müssen wir unbedingt in die mannschaftsinterne Kommunikation kommen, das ist zuletzt zu kurz gekommen. Das ist aber keine Entschuldigung dafür, dass wir hier so einen Chancenwucher betreiben. Es ist brutal, mit leeren Händen dazustehen. Echt harter Tobak. Wir haben sechs Hundertprozentige gehabt, die aber nicht mal aufs Tor gebracht, sondern alle danebengeschossen. Diese Niederlage ist nicht so leicht zu verdauen.
Statistik: Gesamt-Punktspiel-Bilanz aus Sicht des Gastgebers (seit 1949): 30 Spiele, 11 Siege, 8 Remis, 11 Niederlagen, 59:47 Tore
Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind alle Texte, Grafiken, Videos und Fotos Eigentum von www.hafo.de. Anderweitige Verwendung nur mit vorheriger Genehmigung.