10.10.2026 Landesliga Hansa: Curslack sucht den Blonden Engel! von Redakteur
Stefan Knauß
vs
SV Curslack-Neuengamme – Dersimspor 6:1 (0:0)
SV Curslack-Neuengamme: Erschens – Feldpausch, Schalitz, Blättermann, Wilhelm – Dykier (61. Indulto),Witmütz – Johannsen (68. Schade), Schmidt (61. Kurczynski), Geffert (68. Damaschke) – Zoch (68. Witte) Dersimspor: Haase – Dogbe, Özdemir (70. Düven), Licona Lanza, Kodjogan (57. Kendir)– Okur, Kocuk (70. Badawere) – Schubert (57. Kante), Uchika, Ion (70. Dogan) - Amoah Tore: 1:0 Schmidt (47.), 2:0 Zoch (54.), 3:0 Zoch (58.), 4:0 Kurczynski (66.), 5:0 Geffert (67.), 6:0 Licona Lanza (85. ET), 6:1 Kante (86.) Schiedsrichter: Rene Hölker (TuRa Harksheide): Gestern noch an der Kreuzkirche und heute am Deich. Egal wo, ob an der Linie oder am Gramkowweg auf dem Feld. Hölker gelingt das, was vielen Schiedsrichtern schwer fällt. Eine freundliche Atmosphäre zu schaffen, mit klaren Entscheidungen ohne aufzufallen. Großartig und Note 1! Für das gesamte Gespann. Beste Spieler: Blättermann, Johannsen, Zoch – keiner Zuschauer: 65
Erneut muss man die parallele Ansetzung von drei Landesliag Spielen zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Tag in der gleichen Region kritisieren. Ganz einfach nehmen sich die Vereine Vier- und Marschlande, Altengamme und Curslack bei sehr attraktiven Auftritten aufgrund der zeitgleichen Ansetzung gegenseitig die Zuschauer weg. Lediglich 65 zahlende Zuschauer sahen den ebenso verdienten wie tollen Sieg der Mannschaft von Trainer Olaf Poschmann gegen Dersimspor. Zurecht zeigte sich „Poschi“ sehr zufrieden mit dem überzeugenden Spiel seines Teams. Der Ball lief flüssig, die Spieler bildeten Schulbuchmäßig Dreiecke und zeigten „Opferläufe“ in die Tiefe. Absolut sehenswert!
Curslack sportlicher Leiter Torsten Henke blieb lediglich angesichts des Auswärtsspiels des HSV pessimistisch. Henke nach der 1:0 Führung des HSV: „Das wird noch ein 5:1 für Hoffenheim.“ Weit gefehlt! Dennoch lag „Henko“bei vielen Beobachtungen im Spiel Curslacks goldrichtig: „Ich finde den Schiedsrichter großartig! Der macht das so unaufgeregt und gut“! Ganz genau. Rene Hölker übernahm die Spielleitung für den erkrankten Henri Rockel. Und zeigte mit seinen Assistenten eine hervorragende Leistung. Über die gesamte Spielzeit zückte Hölker keine einzige Karte. Das kommt selten genug vor.
Von Beginn an stellte sich Dersimspor tief in die eigene Hälfte und lauerte auf Konter. Curslack kombinierte sich ansehnlich bis vor den gegnerischen Strafraum. Aber ohne zwingende Torchancen. Die besaß nämlich Dersimspor. Francis Amoah stand frei vor Curslacks Keeper Kai Erschens und zog aus rund acht Metern freistehend ab (32.). Erschens parierte grandios. Ansonsten hatte er im weiteren Spiel wenig Gelegenheiten sich auszuzeichnen. Da fiele auch mal ein Fehlpass ins Seitenaus nicht ins Gewicht (80.). Henke zum Torwart-Trainer: „Eggi, nächste Trainingseinheit sind Pass-Übungen angesagt.“ Luxus.
In der zweiten Hälfte zeigte Curslack die geforderte Zielstrebigkeit. Marcio Johannsen überlief auf rechts mühelos Lassissi Kodjogan, der offensichtlich nur Luft für 45 Minuten besaß und passte in die Mitte. Tim Schmidt schoss mühelos ein (47.). Die beiden nächsten Treffer blieben identisch. Marcio über rechts. Und in der Mitte stand Zoch zweimal richtig (54. und 58.). Die Stimmung beim Curslacker Anhang näherte sich dem Höhepunkt. Vor allem beim heutigen Stadionsprecher Gerd Gritzen und Edelfan Klaus. Da fehlte es an nichts. Doch halt! Vermisst wird immer noch der „Blonde Engel“, Gewinnerin beim Curslacker Tipp-Spiel. Unbedingt melden! Auch das macht den unwiderstehlichen Charme Curslacker Heimspiele aus. Es gibt eine fantastische und aufwendig produzierte Stadionzeitung (in der Landesliga!), Gewinnspiele für die Zuschauer, gute Musik bzw. Torjingles („Ca plan pour moi!“), lauter freundliche Menschen und Entertainment vom Feinsten!
Dazu kamen weiter schön heraus gespielte Tore. Allerdings wurde Dersimspor bereits früh der berühmte Stecker gezogen. Defensiv ging nichts mehr gegen die Curslacker Offensive. So traf Altmeister Kristof Kurczynski zum 4:0 (61.) mit dem gleichen Muster wie seine Vorgänger. Flanke von rechts. Reinhalten und ab ins Glück. Anton Geffert machte es ihm beim 5:0 nach (68.). Schön anzusehen, wie sich der talentierte Kicker nach seiner schweren Verletzung entwickelt hat!
Beide weitere Tore erzielte Dersimspor. Zuerst mit einem Eigentor (85.). Und dann mit dem eingewechselten Aboubacar Kante zum 1:6 (86.). Henke: „Den hatten wir eigentlich in der Startelf erwartet.“ Die „Kante“ sorgte für Unruhe und Stress bei Abwehrchef Marvin Schalitz. „Schalle“ gewinnt immer noch mühelos jedes Kopfballduell und wurde vom großartigen Levin Blättermann in der IV begleitet. Zwei krasse Typen! Da freute sich auch der geschonte Hendrik Bombek hinter der Curslacker Bank. Poschmann: „Bombek hatte zuletzt muskuläre Problem und wir wollten kein Risiko eingehen.“ Klar, denn Curslack braucht Bombek noch für die kommenden Spiele.
Läuft also alles super für die Deichkicker. Wenn sich nun auch bald der „Blonde Engel“ meldet, dann kann nichts mehr schief gehen!
Stimmen:
Mustafa Zulfic (Trainer Dersimspor): Erste Halbzeit ist der Matchplan aufgegangen. Wir haben eigentlich sehr gut gespielt gegen eine Spitzenmannschaft, die aus der Oberliga abgestiegen ist und wieder hoch will. Aber das was wir zweite Halbzeit gemacht haben, das war ja eine schlimme Darbietung. Gefühlt lagen wir da nach drei Minuten schon 3:0 zurück. Das was wir in der ersten Halbzeit gut gemacht haben, war in der zweiten Halbzeit doppelt oder sogar dreimal so schlecht. Aber Glückwunsch an Curslack. Der Sieg war verdient. Weiter geht’s.
Olaf Poschmann (Trainer SV C/N): Ich habe mich nicht nur über das Ergebnis gefreut. Viel mehr freut mich die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben. Auch schon in der ersten Halbzeit. Da hatten wir bereits einen schönen Spielfluss und gut aus der Bewegung gekommen sind. In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, mehr über die Außen zu kommen und die Box zu fluten. Das ist uns gelungen. Ich fand den Sieg auch in der Höhe verdient. Das Gegentor ist natürlich ärgerlich. Mit der Leistung der Mannschaft bin ich super zufrieden!
Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind alle Texte, Grafiken, Videos und Fotos Eigentum von www.hafo.de. Anderweitige Verwendung nur mit vorheriger Genehmigung.