Das Präsidium des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) hat einen weiteren Schritt in Richtung Spielklassenreform gemacht und den Plan für die Umsetzung beschlossen.
Im vergangenen Herbst und Winter hat der Spielausschuss sich auf verschiedenen Fußballkonferenzen mit den anwesenden Vereinsvertretenden über eine mögliche Spielklassenreform ausgetauscht. Die Mehrheit der Vereine unterstützt die Idee, die bisherigen fünf Spielklassen-Ebenen künftig auf neun Ebenen zu erweitern und dafür die Anzahl der Staffeln innerhalb der einzelnen Ligen zu reduzieren. Auf dieser Grundlage hat der Spielausschuss beschlossen, die Reform zur Saison 2027/28 umsetzen zu wollen.
Da eine solche Reform weitreichende Auswirkungen auf den Spielbetrieb hat und auch andere Ebenen (z.B. Schiedsrichterwesen, Finanzen, etc.) davon betroffen sind, hat sich das HFV-Präsidium intensiv mit dem Vorhaben beschäftigt – sowohl inhaltlich als auch rechtlich. Das Ergebnis: Über die Einführung der Reform soll der Verbandstag entscheiden.
Normalerweise findet der Verbandstag traditionell im Juni statt. Da jedoch der Meldeschluss zur Saison 2027/28 bereits am 01. Juni 2027 sein wird, wird der Verbandstag vorgezogen. Er findet nun am 22. April 2027 in der Handelskammer Hamburg statt.
Damit wird sichergestellt, dass alle Vereine rechtzeitig Planungssicherheit für die kommende Saison haben.
Für die Saison 2026/27 wird der Spielausschuss rechtzeitig zwei wichtige Regelungen festlegen: Eine Qualifikationsregelung für die neuen Spielklassen ab 2027/28 und eine Auf- und Abstiegsregelung, die gilt, falls die Reform durch den Verbandstag nicht beschlossen wird.
Beide Regelungen werden im Laufe des Sommers veröffentlicht.
HFV-Präsident Christian Okun erklärt: „Wir haben viele Gespräche mit den Vereinen geführt. Eine endgültige Legitimation kann aber nur durch den Verbandstag erfolgen. Deshalb ziehen wir diesen Termin vor, um den Vereinen frühzeitig Klarheit für ihre Planungen zu geben.“
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Quelle: https://www.hfv.de/hfv-praesidium-beschliesst-plan-fuer-spielklassenreform/
die spielklassenreform wird "verschoben" respektive später als geplant eingeführt. glücklicherweise somit kein unüberlegter schnellschuss durch den HFV, sondern ein demokratischer entscheid beim verbandstag im kommenden frühjahr, der dann auch eine rechtliche grundlage (satzung & spielordnung) hätte und noch ordentlich zeit für imho notwendige korrekturen böte. die verschiebung finde ich sehr gut und notwendig, da sonst durchaus die gefahr bestünde, dass die "qualifikationssaison" angefochten würde oder erst verspätet starten könnte.
btw: bei den terminen / diskussionen zur spielklassenreform wurden etwaige nachfragen und bedenken noch negiert. die umsetzung zur neuen saison wurde als "formsache" deklariert. erstens kommt es anders...
ich bin nach wie vor unglücklich über den aufgeblähten wettbewerb mit NEUN ligen, da die anzahl der am HFV-spielbetrieb teilnehmenden mannschaften das meines erachtens nicht hergibt. das neue ligensystem (siehe grafik unten) geht von 434 (herren-)mannschaften aus. stand jetzt [ 05.06.2026 >>> 433 meldungen ] ist das auch fast exakt die zahl der meldungen für 2026/27.
ABER #1: die anzahl der zurückziehungen / streichungen ist ja seit fünf jahren kontinuierlich - prozentual zu den meldezahlen zu saisonbeginn - steigend. die zahl der nicht-antritte hatte in dieser saison ein rekordhoch. weit über (!) 50 (!) mannschaften von KK bis LL standen bei einem weiteren "nicht-antrit" ebenfalls vor einer streichung.
Saison 2018/19: mind. 50 Zurückziehungen / Streichungen
Saison 2019/20: mind. 26 Zurückziehungen / Streichungen
[ bei Saisonabbruch im März ]
Saison 2020/21: mind. 8 Zurückziehungen / Streichungen
[ bei Saisonabbruch im Januar ]
Saison 2021/22: mind. 26 Zurückziehungen / Streichungen
Saison 2022/23: mind. 42 Zurückziehungen / Streichungen
Saison 2023/24: mind. 46 Zurückziehungen / Streichungen
Saison 2024/25: mind. 56 Zurückziehungen / Streichungen
Saison 2024/25: mind. 51 Zurückziehungen / Streichungen
ABER #2: im vergleich zur "prä-corona"-zeit sinken die meldezahlen vor saisonstart kontinuierlich, was ja schon zur folge hatte, dass die KKB vor zwei jahren kurz nach einführung wieder eingestampft wurde.
ABER #3: aus dem jugendfussball kommen immer weniger spieler nach. die U19- / U18-staffeln werden zahlenmäßig immer schwächer besetzt, was in zukunft sinkende meldezahlen zur folge haben wird, weil immer weniger jugendspieler in die herrenbereich integriert werden.
ABER #4: fussballer hören altersbedingt immer früher auf und/oder machen es sich im Ü-bereich bequem, was in zukunft sinkende meldezahlen zur folge haben wird.
ABER #5: die kader in allen ligen werden immer größer. fast jede mannschaft in allen ligen hat kadergrößen von 30+, um den spielbetrieb gewährleisten zu können, da die verbindlichkeit am mannschafts- / vereinssport im leistungsbereich - bis hoch zur oberliga (!) - gänzlich verloren gegangen ist. die kadergrößen werden weiter steigen (müssen), was in zukunft sinkende meldezahlen zur folge haben wird.
alle aufgezählten "ABER"-faktoren sind nicht (mehr) zu stoppen, so dass die spielklassenreform nicht zu ende gedacht ist. die zahl der nicht-meldungen respektive zurückziehungen und streichungen wird in den kommenden saisons weiter steigen, so dass die kreisklassen [ KKA: 4x 16 & KKB 4x 12 ] so oder so keine regulären wettbewerbe werden können.
ein weiteres großen problem, dass neun unterschiedliche ligen auch die option bieten, dass einzelne vereine in noch mehr ligen vertreten sein könnten als bisher und die diversität und attraktivität endgültig verloren ginge und sich der spielbetrieb immer mehr auf wenige vereine konzentrierte. man muss mal gucken, wo wir herkommen: "erste" und "zweite" im HFV-leistungsbereich war gängige praxis. seit einem knapppen jahrzehnt spielen dann "dritte" und "vierte" in den LL / BZL und "fünfte", "sechste", ... in den KL und KK. und immer mehr kleinere vereine verschwinden von der HFV-karte.
allerdings muss man mal konstatierten, dass die "großen" vereine die letzten 1-2 jahre ganz schön reingeschissen haben mit ihren "zweiten" in der LL / BZL. durch die zahlreichen abstiege und "auflösungen" dieser mannschaften fühle ich mich in den prognosen vor ein paar jahren bestätigt, dass das kontroproduktiv für den fußball war/ist.
es gibt natürlich auch positives: absoluter gewinn ist natürlich die
eingleisige verbandsliga unterhalb der oberliga. das dann auch nur 2x landesliga (statt heute 4x BZL) folgen, halte ich ebenfalls für eine top-lösung und wird das niveau erhöhen.
dann allerdings fängt der quatsch an. die einführung von einer weiteren spieklasse - in diesem fall bezirksoberliga, wobei der name egal ist - suggeriert leistungsorientierten sport, aber de facto ist es das heutige kreisliganiveau aus der unteren tabellenhälfte. und es wird auch weiterhin große leistungsunterschiede in den staffeln geben, da die fluktuation der spieler zwischen den vereinen von saison zu saison - oder sogar zur winterpause - ja nicht aufhören wird. eher das gegenteil ist der fall.
weiterhin ist (noch) keine echte trennung zwischen leistungsorientiertem fußball und freizeitfußball vorgesehen ist, obwohl das imho der schlüssel in der untersten liga sein könnte, die massiven und stetig steigenden zahlen von zurückziehungen und streichungen im KK-bereich zu reduzieren. der einzige kompromiss ist jetzt die KKB ("12er-staffeln") mit weniger teilnehmern und somit mehr terminspielräumen, aber die o.a. "ABER" werden dadruch ja auch nicht aufgefangen. es muss - wie früher die "unteren herren" - einen abgekoppelten bereich geben.
