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21.09.2015
Rückblick: Krisen, wohin man auch schaut... von Gerd Schreiner



Das Oberliga-Wort des Wochenendes? Krise! Wie schon vor Wochenfrist! Hier fehlte es an Effektivität, da wurden Negativ-Serien beklagt, dort Spieler, die verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen oder auch noch andere Hobbies haben. Aber war dieses Wort denn auch immer und in all diesen Fällen angebracht? Nähern wir uns dem Thema einmal „pseudo“-wissenschaftlich und hinterfragen dessen Bedeutung: Wikipedia – oder der Brockhaus der Papyrophobiker – übersetzt uns diesen aus dem altgriechischen „krisis“ hergeleiteten Kult-Begriff mit „Beurteilung“, „Entscheidung“, „Meinung“ oder „Zuspitzung“ und beschreibt eine „problematische und mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation“. Nimmt diese problematische Situation einen dauerhaft negativen Verlauf, wird also der Wendepunkt verpasst oder an diesem eine falsche Entscheidung getroffen, mündet eine Krise sehr oft in einer Katastrophe, also einen „Niedergang“. Oder „liga-sprachlich“: Abstieg! Womit wir beim Spitzenspiel an der Hoheluft wären…

In dem wohl hochklassigsten Spiel der bisherigen Saison schlug der Vizemeister den Meister in einem engen und bis zum Schluss spannenden Duell auf Augenhöhe knapp mit 2:1. Auf der einen Seite eine stark ersatzgeschwächte Gastmannschaft, auf der anderen Seite ein körperlich sehr präsenter Gast. Sehr viele gut herausgespielte Torchancen und Standards auf beiden Seiten, aber auch glücklich-kuriose Tore und leichtfertig vergebene Standards. Im Fazit eine sportliche Auseinandersetzung, in der die Krise innerhalb von 90 Minuten die Seite wechselte: „Vicky“-Coach Göttling fiel fast die komplette Abwehrkette und kurz vor Anpfiff auch noch Knipser Ebbers aus, doch hier wurde auf die „problematische und mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation“ offensichtlich mehrfach richtig geantwortet, denn die teilweise sehr jungen Alternativ-Spieler halfen per Dreier, die Krise nach dem Schlusspfiff per Handschlag an die Unterlegenen zu überreichen. Tatsächlich gewann Dassendorf zuletzt eher selten, dennoch auf höherem Niveau als noch im Herbst des vergangenen Jahres. Richtig: Auch die Gäste hätten es verdient, zu siegen, doch eine Teilmenge der zur kompletten Krise notwendigen Gemengelage entschied: der mangelhafte Abschluss. Oder, wie TuS-Coach Schönteich es formulierte: die Effektivitätskrise. ( Spielbericht: http://www.hafo.de/news/fullnews.php?id=5730)

Den umgekehrten Weg ging Altona 93: Nach einer grandiosen ersten Halbzeit und einem aufgrund der insgesamt erarbeiteten Möglichkeiten dem Gegner sogar noch schmeichelnden 6:0 gegen den SV Lurup brach der AFC nach der Pause total ein. Ein torloses Remis in den zweiten 45 Minuten. Gegen Lurup! Schien die Saisonstart-Krise doch überwunden, schlittert das Algan-Team wohl gleich wieder in die nächste problematische und mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation… Dieses Szenario bleibt den Gästen wohl erspart, denn nach acht Spielen noch immer ohne Punkt, erst ein Tor erzielt aber schon 40 kassiert, wer spricht da noch von Krise? SVL-Coach Köhlitz jedenfalls feierte die erste gegentorlose Halbzeit der Saison und extrapolierte daraus für die Zukunft: „Ab dem 10. Spieltag werden wir punkten!“

Ob vor dem Sportgericht oder auf dem Fußballplatz ließ Norman Köhlitz offen, der Fußball-Trainer ist ja schlau und sein Gegner am 10. Spieltag ist immerhin Tabellenführer BU. Die Barmbeker belegten zudem, das sie mindestens doppelt so gut sind wie Lurup: Im Heimspiel gegen Pinneberg gelangen dem Pieper-Team sogar zwei gegentorlose Halbzeiten! Leider wurde erstmals auch kein Treffer erzielt und so büßten die bisherigen Überflieger der Liga ihre ersten Punkte ein. In den bisherigen 10 Pflichtspielen auf Hamburger Niveau – also Liga und Oddset-Pokal, nicht aber DFB-Pokal gegen Freiburg – trafen die Gelb-Blauen immer und kamen auf 10 Siege und 34:5 Tore. Und jetzt ein 0:0 gegen Pinneberg? Eine klarere Beschreibung des Wortes Krise ist wohl kaum zu finden... ( siehe: http://www.hafo.de/news/fullnews.php?id=5733)

In der Nordheide kennt man Krisen zwar auch, aber dort werden die eher mit dem Wetter, der Ernte oder wirtschaftlichen Dingen in Verbindung gebracht. Auf dem Fußballplatz hatte es der TSV 08 in Buchholz meist mit krisengeschüttelten Gegnern zu tun. Auch am gestrigen Sonntag: Mit dem Meiendorfer SV reiste der Justin Bieber der Oberliga an, die Skandalnudel, der Verein-gewordene Krisengipfel schlechthin, denn bei den Gelb-Schwarzen stimmte es zuletzt weder auf dem Rasen noch daneben und schon gar nicht auf dem Präsidiumssessel. Hier gab es einen Wechsel, ähnlich dem an der Hoheluft: Das mittlerweile trainerlose Team gewann beim klaren Favoriten. Aber warum? Erinnern wir uns an die Definition der problematischen und mit einem Wendepunkt verknüpften Entscheidungssituation: Wer hat hier was entschieden und offen und direkt oder indirekt? Beurteilt man die Entwicklung mal nur von außen – mehr wissen wir ja auch nicht :-) – klappte es nicht mehr mit Stuhlmacher, auch nicht mit dessen Co Kral. Nein: Erst als beide weg waren, wurde gepunktet. Es gibt also offensichtlich auf Krisensituationen, in denen man den Wendepunkt verpassen oder die falschen Entscheidungen treffen kann und am Ende geht es doch wieder gut. Aber eine darauf gründende wissenschaftliche Abhandlung ersparen wir uns hier lieber…

Das regionale Gegenteil von Buchholz ist – oder war? – der Buxtehuder SV. Die Hansestädter spielen bereits im zweiten Jahr gegen den Niedergang (ergo:Abstieg) und bewegen sich somit in einer latenten Ergebniskrise. Bewegten, muss man sagen: Nach dem Heimerfolg gegen den FC Türkiye – glücklich und in Unterzahl, wie Auguren berichteten – steht der BSV auf dem 9.! Platz mit 11!! Punkten aus nur 8!!! Spielen und hat sich damit ganz ohne fremde Hilfe zum FC Ingolstadt der Oberliga geadelt, während der FC Türkiye – die Wilhelmsburger spielten wie fast immer gut bis sehr gut, verloren aber zum siebten Mal in Folge! – virtuell zum SV (=Serienverlierer) Borussia Stuttgart umfirmierte. Und das trotz einem neuen Trainer! Dem Ex-Chef-Coach vom MSV... Ach ja: Dessen MSV-Co ist jetzt auch Türkiye-Co… Wendepunkt? Entscheidungssituation?

Es gibt aber auch Vereine, in deren es im Umfeld stimmt, keinerlei personelle Disharmonien zu erkennen sind, aber dennoch auf dem Platz die Ergebnisse fehlen. Wie hat eigentlich Paloma gespielt? Was? Schon wieder verloren? Ok, in Rugenbergen kann man verlieren. Aber nicht so! Das war zumindest USC-Coach Smith zu entnehmen, der sich an dieser Stelle mit den Worten „Das ist ätzend. Ich hab` keine Lust mehr!“ zitieren lassen muss. Spielerische Krise also bei den Tauben, Ergebniskrise ohnehin und chronisch. Und die Gegenseite? SVR-Trainer Palapies hätte den späten Gegentreffer auch mit einem weltmännischen „papperlapapp“ durchwinken können, startete aber lieber eine Verbalattacke gegen den Unparteiischen, der dem Tor vorausgehend aus seiner Sicht wohl Freistoß hätte pfeifen müssen. Im Kölner Amateurfußball hätte der Heimtrainer in einer ähnlichen Situation wohl eher schmunzelnd mit den Schultern gezuckt und dem Schiri entgegengerufen: „Du biss n eschde Kölsche. Mer muss ooch jönne könne…“

Gönnen können sie jedenfalls in Halstenbek! Da vergab der SV HR nach Rückstand und 3:1-Führung bei phasenweiser Überzahl noch den möglichen Sieg und damit den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Insgesamt war das ein tolles Spiel für den neutralen Beobachter: Aufsteiger Concordia zeigte erst eklatante Defensivschwächen und danach große Moral. Dennoch steckt „Cordi“ in einer Krise, hier eine Ergebniskrise: Fünf Spiele in Serie ist das Cholevas-Team nun schon ohne Sieg. Thomas Bliemeister war am Ende sogar noch froh über den einen Punkt. Deutet sich da eine Motivationskrise an?

Es gibt auch Urlaube von Krisen. Beim Niendorfer TSV nennt man das Auswärtsspiel. Auch beim SC Condor blieb der NTSV ungeschlagen und holte seinen achten Auswärtspunkt im vierten Auswärtsspiel. Insgesamt kommt das Farhadi-Team aber nur auf 9 Zähler, damit wären wir bei der Heimkrise – aber die greift ja erst am nächsten Wochenende zur großen Freude des dann wohl gastbeschenkten Meiendorfer SV… Aber Niendorf schenkt auch gern mal in der Fremde: Am Berner Heerweg hätten die Gäste gewinnen können, wenn nicht müssen. So beklagte Ali Farhadi die noch immer anhaltende Torflaute von Stürmer Tim Schumacher, während SCC-Coach Christian „Crille“ Woike ob der vergebenen NTSV-Chancen sein Glück kaum fassen konnte und dies mit den Worten „…eigentlich müssen die uns beerdigen“ umschrieb.

Während in Niendorf die Heimkrise über der aktuellen Saison zu liegen scheint, ist es beim FC Süderelbe die Auswärtskrise. Das Richter-Team empfahl sich dem Gastgeber in Curslack mit Null Auswärtspunkten und agierte entsprechend, zumindest vor der Pause. Da ergab sich nicht eine echte Möglichkeit für den FCS. Der SVCN hatte ganz andere Probleme, allerdings mit demselben Ergebnis: Eine Vielzahl von guten Torgelegenheiten, die bis auf den Treffer von Jan Landau – allerdings unter freundlicher Mithilfe von FCS-Keeper Dennis Lohmann – kurz vor der Pause ungenutzt blieben. Auch nach der Pause bewarb sich das Henke-Team um den Titel „Chancentod des Spieltags“ – mit Erfolg. Dem kurz nach der Pause fast aus dem Nichts gefallenen Ausgleich konnten die Gastgeber nichts mehr erwidern. Der Ehren-Oscar mit dem Titel „Der trifft kein Hochhaus, selbst wenn er schon im Foyer steht“ geht dann aber doch an Witalij Wilhelm, der nach einer guten Stunde völlig frei und vor dem leeren Tor der Gäste vergab. ( siehe: http://www.hafo.de/news/fullnews.php?id=5732)


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